Der Verschwur der Heuchelmörder
Interessant im Rahmen der momentanen Auseinandersetzung mit Gegner der staatlichen Corona-Politik ist die Diskussionskultur auf Eliteebene. Schön zu sehen beim Axel Springer Award 2020 vom 1.Dezember. Die beste Presse der Welt ehrt die besten Männer der Welt, wie letztlich Mark Zuckerberg und Bezos, dem Killer des Einzelhandels. Diesmal sitzt man maskenfrei in einem Raumschiff - ich denke, es handelt sich um mehr als zwei Haushalte - und sieht sich gemeinsam die Zukunft an. Und wenn schon keine Masken, dann ist das mit dem Abstand wohl auch nicht so wichtig. Zumindest Musk muss sich keine Sorgen machen, denn der wurde ja grade erst vor 14 Tagen auf Corona positiv getestet.

Da versteht man sich dann schnell auf vielen Ebenen. So lobt Gesundheitsminister Jens Spahn in seiner Ansprache (seine Maske schiebt er noch schnell in die Jackentasche, weil ist doch irgendwie peinlich 41:30min) den diesjährigen Preisträger und Impfgegner Elon Musk, der den Lockdown als faschistische Maßnahme bezeichnet, als großen Visionär. Also geht doch. So lange die Kassen klingeln bleibt die Meinung frei. Ob Musk oder Mask, zumindest im von Spahn gesprochenen Deutsch-Englisch ist da der Unterschied kaum mehr spürbar. Und er baut Autos und jetzt auch noch in Berlin, also ein echter Kumpel Deutschlands.
Autos bauen und mal schnell einen kiffen ist auch nicht so ein Ding. Hauptsache man ist kein Jugendlicher und möchte dieses Auto dann fahren oder ohne Vorstrafen durchs Leben wandern, Jens, oder? Apropos Gesundheitsministerium und so.

Jens Spann, ein Ikarus unserer Zeit, spahnt seine Flügel sehr weit. Er beweist das ein ums andere mal, unter anderem in seinem Interview zusammen mit Bill Gates, in dem er (2:04min) auch mal den Querdenkern eine Lanze bricht. Quer Denken, neu Denken, schnell Denken, das sind die Herausforderungen unserer Zeit. Flexibel sein. Denn wie schon Bill Gates in seinem berühmt gewordenem Ted Talk seine berühmte Weltrettungsformel CO2=PxSxExC (1:30min) darlegt, braucht es gar keine Pandemie, um die Menschheit zu retten. Schon mit Impfungen, Gesundheitsfürsorge und Abtreibung ließe sich die Menschheit so weit reduzieren, daß dem Rest der CO2-Ausstoß nicht mehr im Magen läge. Vorbildlich kauft sich Bill dann, zum großen Verdruss von Musk, einen Porsche Taycan, obwohl er findet, dass man im Vergleich zu E-Autos in einen Benziner überwältigend viel mehr Energie pro Minute reinbringt. Und scheiß auf das Lithium ... Von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden und das hoch bis 260 km/h, mit einer Batterie, die alleine schon 650 Kilo wiegt. Vorbildlich. Mit einer Reichweite von 388 km also ein echtes Stadtauto.

Und wenn man schon mal beim Thema Verschwörung ist: Man kann für unseren Ikarus nur hoffen, dass er der Sonne nicht zu nahe kommt, wie ein österreichischer Finanzminister oder ein Herr Winterkorn. In letzterem Fall kann man nur lernen: Laut Strafprozessordnung kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung einer Tat absehen, wenn die dafür zu erwartende Strafe gegenüber zu erwartenden Strafen in anderen Verfahren nicht besonders ins Gewicht fallen würde. Eine wirklich interessante Auffassung von Gerechtigkeit. Verschwörer, Schwurgerichte, Vereider, Geschwüre und, was alle schon vergessen haben, der Kampf gegen die Politikverdrossenheit. Mit dem Porsche Taycan in die 4,5-Millionen-Villa von Jens und dann von Solidarität und Verantwortung sprechen. Ja, da fällt dann so manches nicht mehr ins Gewicht. Vom Maskierungsverbot zum Maskenzwang, ist doch wirklich Vegie-Wurst.

Zwengs de Kommentaa no a guada Schluss


sid am 08.Dez 20  |  Permalink
Die Welt ist in mehrfacher Hinsicht schlicht ver-rückt.

einemaria am 08.Dez 20  |  Permalink
Ach Sid
mein treuer einziger Kommentator und vermutlich Leser. Da wird mir ganz wehmütig ums Herz. Nachdem sich das mit Schengen wohl gegessen hat, schreib ich nur noch für Anwohner der Alpen - for your eyes only!

manhartsberg am 08.Dez 20  |  Permalink
Alpinistan
Da ist jetzt meine Bewunderung leider auch kein Trost.
Also Musik. Singts Burschen! https://www.youtube.com/watch?v=95Y-ezDYs7A

einemaria am 08.Dez 20  |  Permalink
Ja, spinnst du, aus da Hosndaschn zong. As Liedl fürn Text ausm Nix, oda song ma moi ausm manhartsberg. Da Deifi hod di griddn. I glab i spinn. Do leng ma glei, wei as Lem eigndli a echte Gfreid is mid soiche Leid wia eich, merci Buaschn, dass eich gibt, as Lisl hintahea. Die Geburt des Christkinds Jeder a Gösser, gäds da bösser, aufm Diesch, schau schau. Scho schee as Lisal, scho a resche, schau schau, do da ma koan scho schonen.

manhartsberg am 09.Dez 20  |  Permalink
Auch das passt hervorragend. Lese gerade (folgendes schief denken): Der Fisch aus der Tiefe oder Die Freuden der Keuschheit. Gute Nacht!

sid am 09.Dez 20  |  Permalink
Iwo - hier lesen sehr viel mehr Menschen mit : ))
Aber das mit den Kommentaren ist halt immer so eine Sache.
Kommentiert man alles, nur um zu kommentieren? Liest man, und will später oder gar nicht schreiben?*
Konsumiert man nur und fertig? oder denkt noch länger darüber nach?
*Ich hab in einem Blog jetzt auch über 6 Monate nix kommentiert, weil ich wenig bis nix zu sagen hatte, hab dort aber trotzdem regelm. gelesen. Ich bin kein Maßstab, aber ich glaube, andren gehts da zuweil auch so und wir kennen doch die "stillen Leser" ; )

"Keine Kommentare" würde ich daher einfach nicht überbewerten. Bei mir tut sich auch ganz lange nix in der Kommentarspalte, ich weiß aber aus versch. Quellen, daß sich tatsächlich Menschen bei mir drüben tummeln ; )


Langer Rede kurzer Sinn: bitte weiterschreiben!!

einemaria am 09.Dez 20  |  Permalink
Danke danke danke. Es ist garnicht so, dass ich hier versuche, nach Kommentaren zu heischen. Es hat mich Ihr Kommentar in dieser dunklen Zeit, an diesem Tag und genau zu dieser Stunde riesig gefreut. Das wollte ich eigentlich hervorheben.
Ich bin selber ein schlechter Kommentierer. Ich vermisse auch die Mitstreiter meines Anfangs translatte und stubenzweig sehr.
Und logisch weiterschreiben. Ich schreibe hier mein Zeugs runter, garnicht so sehr, dass es Menschen lesen, sondern weil ich nicht anders kann. Früher wars halt ganz isoliert auf der Festplatte ;-)

sid am 21.Dez 20  |  Permalink
Das habe ich auch gar nicht als solches verstanden und war meinerseits nur eine Feststellung : )

Seit dem Browser-Update am Tablet ist das Kommentieren noch eine zusätzliche Herausforderung, daher kommentiere ich noch weniger, als ich derzeit würde.