Samstag, 30. November 2019
Du Kübel Weiß,
Du leeres Ding,
Du nackte Haut,
Im wartenden Quadrat.

Ich zürne Dir,
Du Blatt Papier.
 188 klicks
Freitag, 22. November 2019
Das Nachhause Gen
Die Kelten sind wieder zurück, zwar nur die Eiskälten, aber hey, wer hätte es gedacht. Und auch die Germanen und die Hunnen, die ja eigentlich immer schon mehr Raum als Zeit und dennoch stets ohne ein Hunnenland waren. Selbst die Inuit und die Buschmänner sterben nicht aus. Weil sie in uns weiterleben. Mir war bis zum erneuten Oberflächenaustritt der Faschisten garnicht bekannt, dass man nicht nur beim Rennpferdehandel von Rassen spricht. Für mich als biologisch katholischer Oberbayer war stets auch das Thema von Volkszugehörigkeit zäh und fühlt sich nach wie vor an wie zu flüssig angerührter Sauerteig.

Das ändert sich nun, denn scheinbar enthält dieses Unthema auch eine Spaßkomponente. Gegen eine Zahlung von schlappen 100$ und das Hineinspucken in ein fragiles Reagenzgläschen fächern sich vor unseren weihnachtlich leuchtenden Äuglein unsere Ursprünge auf. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit zu 5 Prozent Hunne mit einem mächtigem Einschlag Inka oder gar reinblütiger Aware, obwohl Staatsangehörigkeit Deutschland im Pass steht. Möglicherweise ist die nukleäre DNA reinrassig schweizerisch, die mitochondriale DNA aber ein Wust aus Ruanda, Burundi und Babylonien. Also Nummernkonto von Papa geerbt, aber auf dem Tanzparket ein John Travolta. Ist das nicht spannend.

Da stellt sich doch heraus, dass die Indogermanen garnicht aus Indien oder Germanien kamen, sondern eher aus Stalingrad. Und weil man die Abstammung von einem Volksstamm vorwiegend über die mitochondriale DNA feststellt, die nur von der Mutter weitervererbt wird, lässt sich eigentlich nur feststellen, dass unser Springstiefelträger eventuell germanische Mütter hatte, doch inwiefern diese von stammesgleichen Vätern oder von Angehörigen der semitischen Sprachfamilie oder einem einzigen Haremsbesitzer aus Brunei-Darussalam befruchtet wurden bleibt ein Geheimnis derselben.

Ein Regenbogen in Form einer Doppelhelix. Ein Wechsel der organischen Basen A,T,G und C an einem Fetzen Phophat und Zucker - man kennt das, wenn man in der Küche auch raucht. Was sich da nicht alles so reinbastelt in die persönliche Erbmasse im Laufe der Geschichte. Wenn man dann nach zwei, drei Bier, Kästen in sich reinhorcht, kann man förmlich die Hufe und das Getrampel der Völkerwanderung hören. Ich denke, gegen einen geringen Aufpreis ist man dann nicht nur 12 Prozent Grieche mit einer einer Pro-Kopf-Verschuldung, dass man das ganze Bier gleich wieder auskotzen möchte, sondern Nachfahre der mythischen Seevölker, die die Großreiche der Bronzezeit in wenigen Jahren ausradiert hatten.

Wichtig für dieses Erleben der eigenen Herkunft ist erstmal, dass man von den Eukaryten abstammt und nicht den Prokarytischen oder Archaeen zugerechnet wird, sonst kann man den Gen-Test nicht nur nicht bezahlen, sondern, so man eine Bakterie ist, noch nicht mal ins Reagenzglas spucken. Vorraussetzung ist also erstmal ein Zellkern und ein Monatseinkommen überhalb des Big-Mac-Index.

Postadresse ist natürlich auch nicht blöd, dass man die Ergebnisse zugeschickt bekommt, denn so was kann sich lohnen. Schließlich gehts ja nicht nur darum, dass man selbst mehr Nation und Volk und ähnliches ist, als einem der eigene Personalausweis vermitteln möchte. Man könnte ja auch Nachfahre eines Pharaos sein - wenn man schnell ist, vielleicht auch der bisher einzig ermittelte - und im günstigsten Fall sich sogar Eigentumsrechte an der Cheops-Pyramide erstreiten oder wenigstens einem Erdloch in Catalhüjük. Allerdings wären hierfür vermutlich weitere Tests von Nöten, denn solch einem Pharao wird die DNA-Folge nicht etwa aus der Spucke ermittelt, auch nicht mehr aus dem Backenzahn wie früher, sondern neuerdings aus dem Ohrenknorpel. Vorsicht also beim Piercing, sonst ist das notwendige Erbgut futsch und damit auch die Pyramide.

Ich kann Ihnen nur empfehlen mit der notwendigen Sorgfalt an diese heiklen Dinge heranzugehen. Bei mir weiß man dank des ausgeweiteten Ariernachweises, dass alle, ausnahmslos verarmten Vorfahren seit dreihundert Jahren aus fränkischen Knechtsfamilien stammten, doch für manch andere bayrischen Stammesgenossen mag es äusserst verdriesliche Ergebisse bezüglich ihres Preussenhasses geben, schon allein dadurch dass einem mal der falsche in den Masskrug gespukt hat.
 117 klicks
Sonntag, 27. Oktober 2019
i am bag again

Wo bei mir das Gefühl anfängt, hört bei anderen der Lebenslauf auf. Ein Leben im Abraum und mit mir die Bodentruppen.

Wer ein Schlachtfeld schafft, sollte den Krieg nicht scheuen. Boots on the ground need feet.

Dass man einer toten Partei so viele Sendeminuten widmet? Einer Partei, die nach dem ersten Weltkrieg erstmal alles links von sich niederräumt, um dann 1933 selbst in den sauren Apfel beissen. Eine USPD würde sich solcher Menschen morgen in Thüringen nicht mehr annehmen. Insbesondere im Kontext einer drohenden Ladig-Höcke-Synopse.

Wir wählen morgen Rosa Luxemburg, ganz ohne Liebknecht im Gepäck. Was die SPD versucht, können Tote allemal.
 206 klicks
Sonntag, 6. Oktober 2019

scheee wars ...
 375 klicks
Sonntag, 22. September 2019

 737 klicks
Der Wiesn Almanach von

Wiesn 2019

* Bierabstellenangebot oder Wurfzelt

* Verbierung - Volksfestverwirrung in Zeiten der Globalisierung

* Europa kotzt - ein Vorbericht zur Europawahl 2019

Wiesn 2018

* We are the change we need

* Mit der Schbei-Cam unterwegs

* Die erste Bierfotzn

* Noag-Interview 2018 - 1.Teil

* Die Wiesn FAQs - Bauchbuch 1.Teil

* Wiesn FAQs - das Bauchbuch zum Oktoberfest

* Mir ist kotzübel vor lauter Gedanken

Wiesn 2017

* I had a dream - der Bierpreiß beim Noagerlwirt

* Erst der Krieg hat das Bier gebracht - und das Bier den Krieg

* Der Noag - Interview mit einem Pestwirt

* Das Noagerlzelt manifestiert sich

* Dirndl und Bierpreis, Sex und Rausch, C-Stoff und T-Stoff, das Triebgemisch des Nationalsozialismus

Wiesn 2016

* Des Bier des hod da Deifi gseng - Analyse der Bodentruppen 2016

* Die RegenbogenWiesn - Der Masskrug als Zeichen seiner Zeit

* Wiesn 2016 - erste Opfer der Palastrevolte

* Alle Hände für die Allmende - Wiesn 2016

Der Pasinger Komet

Wiesn 2015

* Bierealismus - eine quantenphysikalische Herangehensweise an die Wiesn 2015

* Über das Kotzen hinaus - ein Gastbeitrag von Kalle Bargeld

* Das Bier ist deutlich zu teuer.

* Wiesnsimulator 2016 - Der Pabst muss auf die Wiesn

Die eigentlichen Verursacher der Maßlosigkeit sind die Nichttrinker.

Wiesn 2014

* Das kotzt mich an - der Brezensalzer in Verruf

* Scheiss auf Weihnachtsgeschichten ... Wiesngeschichten, da glaubt noch jeder dran

Wiesn 2013

* Der Biergärtner

Wiesn 2012

* Kotzen, scheißen, pissen - die Über-Wiesn und das Ich

* Bier-Boarding im Haberfeld

* Besoffen? na klar.

 503 klicks
Bierabstellenangebot oder Wurfzelt

Die Wiesn bietet wieder Einiges auf, um seinen Besucher zu verwöhnen. Fein und Kost und Bier, an echten Bräurossarsch und an koiden Schwanz mit Dauerwelle. Unten paar Breckerl Memoir, dass sich der Bierhacker-Schorsch auch daheim noch daran erinnernt mit wem er da rumgschbusid hat. Das ganz normale Wiesnerlebnis also.

Wer aber in seinem Leben auch mal aufsteigen will oder wie in meinem Fall, den Hügel runter, dem sei die diesjährige Ausschreibung des Noagerlzeltes ans Herz gelegt.

Ein Zelt in Hanglage mit Profigästen. Als Bedienung oder lieber im Securitybereich bieten Sie den Gästen auf der Schnackslalm, oder auch Kotzhügel genannt, ein einmaliges Erleben des Rausches in 3D.

Wir durften vorab schon mal mit dem Noagerlwirt ein zünftiges Interview führen, wo wir einige der zentralen Fragen zu diesem Thema zu klären versuchten. Leider müssen viele Passagen noch redigiert werden, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Deshalb hier erstmal das, was schon raus darf.


Noag: Ja, Mare.
Mare: Ja, da Noag.
Noag: Ja, de Mare.
Mare: Gä, da Noag, des gibts ja ned.
Noag: Ja, gä, de Mare. I glabs ned.
Mare: Na, da Noag. Hea auf.
Noag: Ja, glabst as, de Mare.
Mare: Da Wahnsinn.
Noag: Mi hauts nieda, de Mare.
Mare: Ja, lebst du imma no.
Noag: Ja, leck mich am Arsch. Des gfreid mi.
Mare: Genau wie letzts Joa.
Noag: Und am gleichn Fleck.

Mare: Oiso ... Du stellst also wieder ein.

[schweres Atmen, Vögelgezwitscher] ... (redigiert)

Mare: Weil man ja als Arbeitgeber berufsbedingt meistens besoffen ist, muss man gut aufpassen, dass man nicht zu wenige einstellt, weil man sie anfangs ja oft doppelt sieht, der berühmte Dopplereffekt, wo man denkt, endlich käme der Notarzt angerauscht, aber im Grunde ist er schon vorbei. Habt ihr einen Fachberater und Eignungsprüfungen, oder nimmt man, was so denn Hügel runterrollt?

Noag: Wer is da bsoffn. Wuist mi pflanzln ... (redigiert)

Mare: Es soll die Idee geben, den Einfluss des Noagerlzeltes durch mobile Bedienungen mit Wurfzelten zu erweitern.

(redigiert)

Mare: Die Konkurrenz im SB-Bereich ist groß. Von was lebt eine Bedienung im Noagerlzelt. Wie verhält sich das Trinkgeld in Relation zur Einschankmenge, die ja doch beträchtlich abweicht vom Rest des Freistaates, gibts da auch nur Noagerlbeträge? Uns ist zu Ohren gekommen, dass du mit dem Gedanken einer Krypto-Währung spielst.

Noag: Dir kummt glei was anderes zu Ohren, du Zipfi, ... (redigiert)

Mare: Wie wirkt sich die Klimaveränderung auf das Noagerl aus? Schmilzt es dahin wie die Gletscher in Weiß-Blau? Ist es vergänglich wie die bayrische Seele, die ihre Farben schließlich auch aus seiner Konsistenz bezieht - einer Seele, die man auch als glaziales Eiskonfekt bezeichnen könnte?

Noag: Ja, sog a moi, i glab, du bist nimma ganz sauba ... (redigiert)

Mare: spuckt man auch mal rein, wenn man sieht, dass es wirklich bissl schlecht eingeschenkt ist oder um wenigstens noch einen Restschaum zu simulieren?

Noag: Du moanst jetzt den Lama-Effekt. ... (redigiert)

....

Mare: Ich geh jetz lieba. Bis späda ...

Bis wir den Text zumindest einigermaßen in eine Art bayrische Schriftform umwandeln werden können, möchten wir Sie mit einem Zeitdokument der Wiesn 1963 vertrösten, das sowohl das Noagerltrinken (Minute 12) wie auch das Aussterben des Fischsemmelreihers dokumentiert.
 1033 klicks
Donnerstag, 19. September 2019
Verbierung - Volksfestverwirrung in Zeiten der Globalisierung
Die Wiesn bricht erneut über uns herein und man darf erwarten, daß sie von den meisten auch gefunden wird. Doch Vorsicht, denn rundherum lauern billige Plagiate. So das 'Wiesnzelt' am Stiglmaierplatz im eigentlichen Löwenbräukeller; ein Zelt im Keller mit der sinnigen Bezeichnung 'Laurent-Perrier Apres-Wiesn'. Selber schuld ist auch, wer sich auf die 'Züri Wiesn' am Bauschänzli verirrt, dann doch gleich ein edles Perlenbacher beim Lidl in der Fraumünsterstraße nebenan. Ein Perlenbacher, das so heißt, weil es seinem Namen eigentlich erst alle Ehre macht, wenn man es verschüttet.

Wer weiter weg will zum Saufen darf sich die Wiesn in Blumenau/Brasilien reinziehen oder Peking, Chingdao, Shanghai und so weiter und so fort. Unsere Empfehlung für Plagiatliebhaber ist dieses Jahr das von Bundeswehrsoldaten aus dem Boden gestampfte Oktoberfest am 3.Oktober in Kabul.

Wir wollen aber bei den traditionellen bayrischen Bierfesten in und um München verweilen. Inzwischen hat sich nämlich unter Bierkonsumenten die Kunde verbreitet, dass man auf dem Dachauer Volksfest (10. bis 19. August) schon mal bei besseren Temperaturen und zum halben Preis die Wiesnsaison einläuten und seine Trinkfestigkeit stärken kann.

Selbst ein Besuch des auf einem idyllischem Hügel gelegenen Städtchens lohnt sich, insbesondere durch die örtliche Kulturoffensive. Mit 300.000 Besuchern zählt das Dachauer Volksfest als kleiner Bruder des Oktoberfests, obwohl es trotz alledem weit hinter den jährlichen Besucherzahlen des Konzentrationslagers Dachau hinterherhinkt. Und das, obwohl es dort garkein Bier gibt und auch nur 19 Dachauer bei der letzten Europawahl für die NPD gestimmt haben.

Dahinter verblassen leider ein wenig die oft orginelleren Volksfeste des Hinterlandes. So das schon Ende Juli stattfindende Glonner Dorffest, das bei der Dorfmeisterschaft mit verschiedensten Disziplinen wie Stoahebn, Fingerhakeln, Kegeln, Maßkrugstemmen, Masskrug- schieben und Bremswagen ziehen aufwartet, sowie ausgesuchten Kulinaritäten des Soldaten- und Kriegervereins.

Interessant daran ist, dass auf dem Glonner Dorffest (Landkreis Dachau/nordwestlich von München) das Grandauerbräu verköstigt wird, das eigentlich aus Grafing (Landkreis Ebersberg/südöstlich von München) kommt. Dort aber, in Grafing, findet um den 1.Mai herum das Grandinger Dorffest statt. Dieses wiederrum grenzt an die Gemeinde Bruck (LK Ebersberg), während Fürstenfeldbruck (genannt Bruck) im Westen Münchens liegt. Gleich neben der Gemeinde Bruck liegt die Gemeinde Glonn (LK Ebersberg, südöstlich Münchens), die nichts mit Glonn (LK Dachau, Gemeinde Markt Indersdorf) zu tun oder am Hut hat. Auch Lochhausen (Gemeinde Markt Indersdorf) hat nichts mit Lochhausen in München zu tun, die Gemeinde Moosach (LK Ebersberg) nichts mit dem Münchner Stadtteil Moosach und Baiern (LK Ebersberg) ist eben nur eine Gemeinde in Bayern. Die Gemeinde Emmering gibt es sowohl im Landkreis Fürstenfeldbruck als auch im Landkreis Ebersberg.

So spiegelt sich sprachlich der Westen Münchens im Münchner Osten wieder. Sollte man also die entsprechenden Volksfeste mit dem Navi anfahren wollen, lohnt es sich, einfach darauf zu achten, immer im Westen Münchens zu bleiben, um nicht versehentlich die billigen Kopien im Osten anzufahren. Einzig empfehlenswert wäre das Haager Herbstfest, wo die einzigartige Untertl Weisse, die vom Bier Index mit Eierkuchenteig, Eischnee, Toffee oder leicht fauligen Äpfelnangeboten verglichen, angeboten wird. Leider fällt es 2019 aber aus.

Auf der Pasinger Vorwiesn (Stadt München) gibt es Kaltenberger Bier (Landkreis Landsberg), auf dem Eberberger Volksfest hingegen Hacker-Pschorr aus München. Und der Nachfahre des Oktoberfestgründers, die König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg, darf sein Bier auf der weltberühmten Wiesn, die ja eigentlich zur Ehrung seines Vorfahren Kronprinz Ludwig stattfindet, nicht verkaufen. Die Verwirrung also ist groß und man darf nur hoffen, daß vor lauter Kopie das Orginal nicht untergeht im Sumpf der Auswürfe. Prost Mahlzeit ...
 650 klicks
Mittwoch, 18. September 2019
Ups ...
äh, Wiesn?!

Steht das Noagerlzelt schon? Wie sieht es mit den Neueinstellungen mit den entsprechenden Noagerlzeltbedienungen und sonstigem Personal aus?

Zum Glück ist erst Mittwoch ...
 360 klicks
Donnerstag, 27. Juni 2019
Kommerz-Ode an Gaby
Wieder so ein Text, wieder Monsanto, Bayer, EZB. Man kann's nicht mehr hören, weil man anschließend ja auch noch zu Abend essen will ohne zu kotzen. Ach, der absurde Aufkauf von Monsanto durch Bayer wurde also von der EZB finanziert. Wen wundert das eigentlich noch?

Die TAZ findet, Das ist falsch, was da berichtet wird. Preisfrage: 1.Gaby Weber hat ein Vogel. 2.Gaby Weber ist rot. 3.Welche Farbe hat der Vogel? Wen wundert das von einem Blatt, das sich an der Seite einer Partei an die Macht herangerobbt hat, die sich auch gerne von BMW und Bertelsmann finanzieren läßt. Ein bemerkenswerter TAZ-Artikel über eine ihrer MitbegründerInnen. Aber das gehört(beiläufig) in die Glutenkiste.

Denkt man sich, warum haben denn nicht alle Firmen und Presseorgane den gleichen Aufsichtsrat, der zugleich parlamentarisches Kontrollgremium und Verfassungsgericht ist. Da könnte man da einiges Geld sparen - als immer nur die Buchhaltungen zu konsolidieren oder bei den Finanzämtern zu sparen.

Aber dann - ich les ja nur den Text; wer es geschrieben hat ist mir herzlich egal, also wichtig, was drin ist, und nicht was draufsteht - dann kommt so ein Antworttext, wo man sich vor Lachen kaum mehr einkriegt. Ich denke natürlich sofort an den magischen Geruch von Nussschnaps und mein Hirn wird mit Dopamin geflutet. So erfrischend frei und ehrlich geschrieben, daß man nicht umhinkommt auch mal unter den Deckel zu lugen, wer das denn geschrieben haben könnte.

Oh, Gaby Weber, ich luge dir. Die Leute sagen, du wärest - Laß sie sagen, sie wußten noch nie, wie der Kirchturm steht.

Persepolis, Telepolis, ein ewig Reich an Worten, das auch dank der Server-Flotte von heise nicht untergehen will und darf. Die einzige Texthandlung in der es sich noch zu bröckern lohnt. Und dann stößt man in der ein oder anderen Schicht noch auf Diamanten wie DICH, Gaby, Weber.

Du Geliebte meiner 27 Sinne, mein mir funkt das Neuronenfeuerwerk::: eine Glücksbombe gebiert den Krater für den Frieden, mein Herz schreit nach Dimona, Geheime Kommandosache, Gaby Weber, ein Geschenk des Himmels, der schon lange erloschen schien, seit Daimler-Benz das Nazigold waschen durfte, Du bist Alternativlos 26, der Preis des roten Goldes und das Wunder, das es nicht zu geben schien, du bist Romeo und Julia zugleich, in einer Pressewelt die uns als Lehrstück der Desinformation entgegenschlägt.

Danke, Gaby, ich liebe Dir meiner Mir für Immir. Und jetzt gibts die letzten Tröpfchen Nussschnaps auf die Sichtung meines Kometen der Hoffnung.
 583 klicks
Samstag, 22. Juni 2019
Abspaltung der Kernunion

"eine volkspartei ist nur so gut wie ihr volk und ihr fussvolk so viel hirn wie ihr fuss" (Transkription aus dem Alt-Mongolischen)
 570 klicks
Dienstag, 11. Juni 2019
Containern in Zeiten von 5G
Liebe Luise, lieber Fritz,

ich wurde erst kürzlich gefragt, ob man das Containern nicht durch schärfere Gesetze in den Griff bekommen will.

Nein, sage ich. In Zeiten in denen man schon keinen Maibaum mehr entwenden kann, um ihn anschließend für einen Kasten Bier wieder einzutauschen, weil inzwischen jeder Krümel Besitz von einer Videokamera verteidigt wird. Wo sozusagen ein alter bayrischer Brauch an einem Überwachungswahn zu Grunde geht, da muss man überlegen, ob man nicht vielmehr durch einen Appell an das Gewissen und die soziale Mitverantwortung viel weiter kommt. Am Ende wird sonst auch noch die Videokamera mitgestohlen und in Ermangelung eines diesbezüglichen Brauchs auch nicht mehr zurückgegeben.

Mit ist ein Fall bekannt, wo ein junger Mann wegen Raub verurteilt wurde, nachdem er versucht hatte, Dinge aus einem Wertstoffhof zu entwenden. Raub wohlgemerkt, nicht Diebstahl. Ich kann mir schon vorstellen, dass in Zeiten, wo Rohstoffe zur Neige gehen, gerade der Begriff des Wertstoff-Hofes eine Verlockung darstellt. Mir ist nicht bekannt, ob er es auf die alten Batterien oder Stromkabel abgesehen hatte, oder erhoffte, die ein oder andere leicht beschädigte Gartenmöbelgarnitur aus den Wertstoffcontainern herauszuholen. Mir ist auch rätstelhaft, warum besagte Container nachts nicht verschlossen sind. Aber warum gleich in den Knast? Vielleicht hätte ja auch ein Tag Container schon gereicht oder einfach nur mal quatschen.

So denke ich, dass man an das doch noch vorhandene Restgewissen solcher Räuber und auch jener, die weggeworfenes Essen aus den Müllcontainern von Supermärkten entwenden, appellieren sollte, und nicht gleich mit Gefängnisstrafen reagieren. Man könnte sie mit den Opfern konfrontieren, um sie in die soziale Gemeinschaft wieder zurückzuholen. Vielleicht hatte der Noch-Besitzer des Mülls ja aus Versehen den ein oder anderen noch nicht abegelaufenen Joghurt versehentlich entsorgt und wollte ihn anderntags wieder herausfischen. Ich denke da auch an die dieses Jahr aus der Mülltonne des hochdotierten Künstlers Gerhard Richter entwendeten Skizzen. Müll ist nicht wertlos, wie sich zeigt. Selbst die Mafia würde das unterschreiben. Eine Welt ohne Müll - das will man sich garnicht vorstellen.

Zudem besteht offensichtlich ein Recht des Wegwurfs. UND denken Sie mal an die Leute in der Dritten Welt, denen wir dann unseren Müll rüber- und runterschippern, wenn die nur noch Ware aus Dritter Hand bekommen.

Ich bin mir sicher, dass ein Appell in all diesen Fällen viel mehr hilft als das ewige Strafen. Das zeigt doch schon unser Umgang mit der Börsenspekulation auf Lebensmittel, den Betrügereien in der Autoindustrie oder Immobiliengesellschaften, die ihre Wohnungen bis zur Unbewohnbarkeit hochsanieren. Wir sind dazu in der Lage, einfach mal Fünfe gerade sein zu lassen und soziales Mitgefühl durch Appelle und straffreie Kommunikation wieder hervorzubringen. Die Resozialisierung kann auch schon vor dem Knast stattfinden.

Liebe Luise, lieber Fritz, als Abschluss möchte ich das Zitat des Philantropen Bill Gates stellen: Mehr Miteinander als Gegeneinander.
 628 klicks
Freitag, 31. Mai 2019
Armut bekämpfen
ist wie für den Frieden zu kämpfen, wie für die Jungfräulichkeit zu vögeln. Ich schlage vor, Armut zu lindern, und wenn jemand wirklich etwas bekämpfen möchte, dann den Reichtum.

Man spricht davon, dass die Einkommensschere immer weiter auseinanderklafft, fast als hätte man sich damit ins eigene Fleisch geschnitten. Eine Wunde also, die verpflastert oder getackert werden sollte, zumindest aber versorgt.

Um eine ganz konkrete Lösung ins Spiel zu bringen, schlage ich vor bei der Schere zu bleiben. Diese lässt sich aus gutem Grund nicht weiter als 180 Grad öffnen. Das hieße: Bei einem Sozialhilfesatz inklusive Mietkosten und sonstigen Zuwendungen läge das unterste Einkommen bei rund 1000 Euro. Das multipliziert mit dem Koeffizienten 180 ergäbe 180.000 Euro Einkkommen im Jahr. Dazu käme noch ein nicht anrechenbarer Zuverdienst von 20.000 Euro und wir hätten die Spitzeneinkommensgrenze von 200.000 Euro im Jahr. Netto, wohlgemerkt!

Eine Menge Geld und eine absolut mehrheitsfähige Lösung. Wie das auch der der Telepolis-Artikel "Vermögensbeschränkungen oder Oligarchie" vom 7.Juni 2019 über Vermögensbegrenzung wiederholt.

Und wenn schon Schere, dann den Halsabschneidern.
 1178 klicks
Montag, 20. Mai 2019
Uhrheberrecht auf die BitterBitterSchokolade
Hopp, hopp, noch schnell paar sinn- und sachentleerte Sätze ins Internet tacken, ehe das durchs europäische Parlament gewunkene

Uhrheberrecht

uns jeglichen Spaß verdirbt.

Ich könnte mir gut vorstellen, daß man bald auch fürs Rezitieren von Gedichten gleich paar Groschen los ist. Also noch schnell viel Text reinpacken, daß es nachher kein anderer mehr schreiben oder kopieren darf. Natürlich am besten Sachen, die dem Gegner noch nicht eingefallen sind.

Bierboarding

hatte ich ja bereits schon lange ge"claimt". Aber ab hier und jetzt ist es auch vorbei mit der

"Hakenkreuzfuge"

. Da darf der Dritte Weg oder die AFD betteln und bitten und sich die Knie wundscheuern, diese Wortschöpfung gehört jetzt mir und ich geb sie nicht mehr her. Auch der

"Orden der Fugenkreuzer"

ist integraler Bestandteil der hartenlinie. Ciao Roma ...

Für folgenden Einfall kam ich leider ein wenig zu spät:

Bis hier und ab hier 30. Grossartig! Ein wesentlicher Bestandteil für die Straßenverkehrsordnung. Ich wollte, es käme von mir.

Und noch eine zentrale Änderung meinerseits. Wie kann man nur den weltlichen Feiertag des 1.Mai, der an den weltbewegenden Haymarket Aufstand von 1886 erinnert, mit einem Namenstag für Sigismund, Arnold und Jeremias bekleckern. Weg damit. Dieser Tag gehört dem

"Heiligen Säkulus"

, dem Patron der hartenlinie.

Mit unserer Support-Kampagne für mehr Pünktlichkeit auf der Schiene

hatten wir ja bereits das Copyright auf

"Die Hoffnung fahren lassen"

. Aber ich glaube, den Satz schenke ich der Firma Tesla.

Nachdem Brasilien dem TÜV-Süd wegen einer falschen Plakette an den Kragen will, greife ich die Idee einer

"Stiftung Waffentest"

nochmals auf. Das hätte vielleicht schon zweimal einer Verteidigungsministerin von der Leiden aus dem grössten Schlamassel geholfen.
Für die Inanspruchnahme unserer Dienste gäbs als Werbegeschenk dann noch die

BitterBitterSchokolade

gratis dazu und die Welt sähe schon wieder viel rosiger aus.
 1678 klicks
Donnerstag, 9. Mai 2019
Europa kotzt - ein Vorbericht zur Europawahl 2019
In der AZ hab ichs gelesen oder wie das Blatt gleich wieder heißt: München kotzt ist eine anonyme Künstlergruppe! Ich glaub, ich bin hier im falschen Stadion. Was heißt hier anonym?! Da schäumt mir gleich der Deckel über. Ich bin die Maria Becker von der hartenlinie und neben mir kippt sich der Kalle Bargeld grad das Bier über die Hose, daß man nachher nicht merkt, wenn er sich reinpisst. Und spätestens nach der fünften Hellen stösst noch der Noag, der Wirt vom Noagerlzelt mit uns an. Anonym? Anonym sind Menschen ohne Namen, wie der Bürgermeister von Bielefeld oder das belgische Parlament. Unsere Namen sind noch wirklicher als wir selbst.

Und Künstlergruppe, naja. Wenn man eine Trinkergemeinschaft so bezeichnen will, fehlt meines Erachtens ein wenig der Sinn fürs Synonym. Aber egal, das ist die trinkerische Freiheit und die Toleranz gegenüber Leuten, die auch mal nüchtern schreiben.

Bei München protzt würde sich keiner aufregen. Mit Bildern von Hermelinmänteln und 320 PS. Das käme dann in limitierter Auflage auf Hochglanz und für 30 Cent die Zeile. Wen das aber zum Kotzen bringt, wodurch meines Wissens noch nie irreversible Kollateralschäden enstanden sind oder sonstige Lebewesen zu Tode kamen, der kriegt dann noch eins über die Mütze gebraten als wär er ein Hornochse bei der Ochsenbraterei. In den elitären Boxen zählen eben andere Gesetze, umzäunt von Ordnern und Bretterverschlägen, daß man das dortige Gewusel an Gichtfingern nicht sieht, die unter den Bänken nach allem greifen, was bei drei nicht gleich auf den Tisch springt.

Aber was reg ich mich auf. Die AZ liest man im Grunde eh nur noch auf den elitären Rängen. Der Bürger von der Strasse informiert sich aufrichtigerweise im Postillion und wählt die Partei. In einer Welt, wo die Satire die Wirklichkeit schon lange überholt hat, wo man die Flasche receyclet bevor das Bier leer ist und wo man den demokratischen Scheinfrieden über den Benzinpreis zu regeln versucht, statt wie normale Menschen über den Bierpreis. Was soll man da noch sagen ... beziehungsweise wählen.
 918 klicks
Dienstag, 16. April 2019
Ein grosser Tag für das Handwerk
sollte man sich entschließen, die Kathedrale von Notre Dame wieder aufzubauen. Eine große Herausforderung für Glaser, Maurer und vor allem Zimmermänner, die in einer Welt ohne Vollholz und Steinmauern nicht mehr viel zu tun haben. Man könnte fast glauben, es wäre ein Hilferuf des katholischen Gottes, dessen erdgewordener Sohn wohl auch Zimmermann gewesen sein soll, den man heute nicht mehr vor Pilatus, sondern höchstens noch vor das Insolvenzgericht zerren würde.

Mich wundert ein wenig, was die Presse in Zeiten der Stahlbeton-Glas-Architektur so ausspuckt. Als hätte man in den vielen Jahrhunderten nach der Errichtung dieser Kathedrale nicht immer wieder mal ein handwerklich interessantes Gebäude bauen können. Gehen Sie heute mal vor die Tür und suchen einen Erker oder einen Dachreiter. Selbst Dachstühle sind in Zeiten der Würfelarchitektur rar geworden, wo selbst ein Wetterhahn auf einem Flachdach nicht wirklich zu Geltung käme. Ein Rundbogen aus gehauenem Stein? Allerhöchstens die Kathedralen des Geldes werden heute noch mit dünnplattigem Marmor aus China verkleidet. Der Rest darf sich glücklich schätzen, wenn er zwischen verputzen Ziegeln wohnen darf und nicht begraben unter Betonplatten.

Der einzig brauchbare Beitrag, der mir im Internet untergekommen ist (wie so oft), lässt sich bei Don Alphonsos Rebellemarkt nachlesen, der ein wenig Licht unter die Kuppel des Herzens Europas dringen lässt. Im Grunde hätte es uns mehr gebracht, wenn Notre Dame der von den französischen Revolutionären umfunktionierte Tempel der Vernunft geblieben wäre, oder wie später ein Weinkeller, und nicht von geschmacklosen Hostien und ekelhaftem Messwein beseelt.

Wir von der hartenlinie bleiben da bescheiden und schlagen vor, den Rest auch noch einzureissen und darauf einen Biergarten zu errichten, um sich nach vielen Bieren, der Währung der Zukunft, weil man es nicht aufheben kann, des mentalen Widersinns gewahr zu werden.

" . .. ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake ... Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören ..." wie das am 20.Februar 1909 in Paris erschienene Futuristische Manifest von Filippo Tommaso Marinetti zu berichten weiß. Das möge man sich in diesem Biergarten zu Gemüte führen und mal nachsinnen, was für ein unüberwindlicher Hirnriß sich da aufgetan hat zwischen dem, was wir sagen, und dem, was wir tun. "Mögen also die lustigen Brandstifter mit ihren verkohlten Fingern kommen! Hier! Da sind sie! ... Drauf! Legt Feuer an die Regale der Bibliotheken! . ..", so Marinetti - einem hochaktuellem Manifest von vor mehr als hundert Jahren.

Frankreich trauert um eingestürztes Kirchendach, während es fleissig zusammen mit den Saudis den Yemen-Koflikt mit Waffen füttert und in Libyen General Haftar gegen Tripolis führt. "Wir wollen den Krieg verherrlichen — diese einzige Hygiene der Welt -, den Militarismus, den Patriotismus ..." schreibt Marinetti eben auch in seinem Manifest.

Frankreich trauert natürlich nicht um die vielen Augen, die es seinen Gelb-Westen-Bürgern mit Hartgummigeschossen aus der Augenhöhle schießt. Ebensowenig wie es - und mit Frankreich ist natürlich nur gemeint, wer ein saftiges Ein- und Auskommen hat - seinen darbenden Banlieues den ein oder anderen Franc oder Euro gönnt, während es nicht warten kann bis das Feuer aus ist, um schon hunderte Millionen an Spenden gesammelt zu haben, um ein abgebranntes Kirchendach wieder zu errichten.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass dieser Blogeintrag nicht ohne Grund unter der Rubrik "Die heilige Lanze brechen" läuft. Ich kann nur hoffen, dass es möglichst viele Reliquien mit in den Feuertod gerissen hat. Wie pervers, die Dornenkrone eines Gekreuzigten über zweitausend Jahre anzubeten, als wäre es das von der ersten Menstruation eingeblutete Unterhöschen der ersten Liebe. Und mögen auch die Knochen in den Gruften eingeäschert worden sein, mögen die Knochen Napoleons ihren ewigen Frieden gefunden haben, den er anderen nie vergönnt hat, daß wenigstens die ein oder andere Hirnzelle frei wird, um mal dran zu denken, daß sich ein gutes Leben nicht auf der Knechtschaft und dem Leid anderer errichten lässt. Und ein Kirchendach eben auch nicht.
 698 klicks