Sonntag, 29. März 2020
Vor dem Virus sind alle gleich. Aber danach?

Noch ein letzter Wischer mit Karton, dann ist es aus. Ich stehe mit nacktem Arsch vor dem Nichts. Beklemmung. Doch was mich fast noch mehr erschreckt, ich atme noch. Etwas gepresst und flach, aber doch von selbst. Ich muss zwangsläufig daran denken, dass jene Dinge, die einem starke Schmerzen vergessen lassen, wie Heroin oder diverse Narkosemittel, zumeist auch atemdepressiv wirken. Hab ich meine letzte Rolle gut gewischt? War doch klar, dass es kommen würde - EVENT 201 - anbei ein paar mediale Mitschnitte der Veranstaltung vom Oktober 2019. Es lohnt sich auch ein Blick auf die Teilnehmerliste und die Empfehlungen.

Nochmal ein Blick auf das beige Ende der Rolle und ich muss weinen. Man wird sagen: Hier wurden große Romane geschrieben. Zumindest erdacht. Jetzt spielt es keine Rolle mehr. Signierte Scheiße einfach, denn selbst mein großer Roman auf 500 Seiten Dreilagigem wird untergehen in all dem Schund, der sich derzeit herausquält aus den gelangweilten Gehirnen von Abermillionen Homeoffice-Arbeitern.

Seit meine Kinder nicht mehr den bilingualen Kindergarten (Deutsch/Latein) besuchen dürfen, bin ich zwangsläufig mit Dingen konfrontiert, die normalerweise ausgelagert sind. Ich denke an die Passage aus Phillip Aries "Geschichte der Kindheit" über das alte Griechenland, als Kindsmord noch erlaubt war. Ich werde Griechisch lernen müssen, um mit meinem Mann vormittags noch Geheimnisse auszutauschen. "Maria est adhuc spirans et poenis, filie".

Was wäre dann nur ein "Aspirant des Todes"? Selbst der Lehmfigur des Golem ließe sich derzeit schwerlich Leben einhauchen, da sie vermutlich Mundschutz trüge. Zuhause wird die Luft so knapp wie in der Todeszone des Mount Everest.

Was mir droht, ist Herzverfettung oder der augenblickliche Erstickungstod aufgrund meines fetten Bauchs, sobald ich mich auf den Rücken lege. Ich werde es auch nach dem Weltuntergang nicht mehr in mein geliebtes Fitness-Studio "Pontius und Pilates" schaffen. Sanitäter werden mich hinrollen müssen. So es ein Danach noch geben wird.

Weltuntergangsfantasien entstehen meines Wissens zumeist um die Jahrtausendwende herum. Ein Virus 2000 ginge auch leichter über die Lippen als Covid19. Aber wenn man ehrlich zu sich ist, wird man sich auch schwerlich den Namen des Meteoriten merken können, der uns innerhalb der nächsten tausend Jahre treffen könnte. Ob er nun EETA79001 heißt oder H5 Olivin-Bronzit-Chondrit als Typennamen trägt.

Das Universum besteht hauptsächlich aus tödlichen Dingen, die so gut wie nie Markennamen tragen, da sie sich schwerlich vermarkten lassen. Und hier schließt sich der Kreis. Der letzte Fetzen des scheinbar lebensrettenden Clopapiers ist weg und ich habe nie gewußt, wie es eigentlich hieß.
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Mittwoch, 25. März 2020
Ihr seid so teuer wie euer Plan billig
Ich bin ein durch und durch geduldiger Mensch. Ich habe da meine Mittel und Wege. Das heißt, ich hatte, denn nun wird auch noch der Nußschnaps zum Desinfizieren über Türklinken und anderes Material verschütten. Mehr angesoffen als ich konnte man nicht sein. Jetzt heißt es, mehr angefressen als ich kann man nicht mehr sein.

Die Grundrechte, deren ethymologische Bedeutung immer mehr zu Tage tritt, waren stets auf dem Grunde eines tiefen Meeres verborgen. Manch einer mochte noch an Bergung denken. Jetzt ist das Wasser so undurchsichtig von Entenscheiße und Sulfat, dass daran garnicht mehr zu denken ist.

Doch die Grundrechte sterben nicht an Altersschwäche, sondern sind von einem Virus befallen, der sich dekadente Phase des kapitalistischen Zeitalters nennt.

Homeoffice brüllt es von allen Dächern. Ich aber kenne nur Menschen, die entweder arbeitslos geworden sind oder obwohl sie in Kurzarbeit geschickt werden, mehr arbeiten denn je. Das ist nicht neu, denn schon vorher hieß es: garkeine Arbeit oder endlose Überstunden. Jetzt aber wird Sonntagsöffnung und Ausgangssperre zur philantropen Krisendienstleistung erhoben. Im Kaschmir würde man garnichts merken. Die so viel gelobte Reisefreiheit ist futsch. Wir dürfen auf unbestimmte Zeit das Land nicht mehr verlassen. In China wurde es noch mit großen Buhrufen verteufelt, obwohl es da als Containment-Politik große Wirkung gezeigt hat. Hier allerdings hat man erst noch die Kommunalwahlen abgewartet. Die Aussetzung der Grundrechte dient jetzt nur noch dazu, die Durchseuchung national zu begrenzen. Lieber mal alle Handys orten, aber bloss keine Übersicht gewinnen durch einen Querschnittstest. Deutsch stecken nur noch Deutsche an, von Kufstein bis nach Kiel reisend. Das Virus darf das Land nicht mehr verlassen.

Divide & Conquer war schon in vorangegangenen Zeitaltern das Mittel der Wahl, um jegliche Gegenwehr auszuschalten. Arbeitslose und Überarbeitete, beide so ermattet, dass jeglicher rebellischer Gedanke im Keim erstickt wird. Jeder klaut jedem die Atemmaske, während sich Frau Merkel zweimal die Woche auf Corona testen lässt. Boing und abermals viele der Banken werden mit Milliarden aus dem Steuersäckle gerettet, obwohl ihr Ruin rechnerisch garnicht mehr abwendbar war, während die meisten Selbstständigen, Kleinunternehmer und die letzten Buchläden sich noch mit letzter Kraft zum Arbeitsamt zu retten versuchen. Wer hätte gedacht, dass Hartz-IV in Wirklichkeit die Arche Noah ist.

Wir ersticken nicht am Coronavirus sondern an unserem Fortschrittsgedanken und der Gier der Gierigsten. Die letzten Lohnarbeiter Deutschlands werden die Parlamentarier sein. Ich will mal hoffen, dass die Parteispenden dann zumindest über einen Tarifvertrag geregelt werden.
Wenigstens der Plan "Hände waschen und Ellbogengruß" ist so billig, dass man ihn sich noch leisten kann. Und von allen Experten, Medien und selbst der Opposition wird dies mit Händeklatschen, dem letzten erlaubten Körperkontakt, fleissig begrüßt. Das ist nicht die Solidarität, die ich mir wünsche. Eine fortwährende Solidarität und mehr Lohn für die sozialen Berufe, sowie den Niedriglohnsektor, nicht Abklatschen.

Am großen Plan hat sich nicht viel geändert, ausser dass er sprunghaft kommt, sich ein schuldiger Virus gefunden hat und wir noch nicht mal mehr weglaufen können. Woher kam da nur dieser Begriff "innere Emmigration"?

Wenn ihr mir jetzt noch die Wiesn wegimpft, dann koch ich über.
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Donnerstag, 19. März 2020
Kampf der Desoxyribonukleinsäuren
Wir denken uuuuaaaahhhhk, was kommt denn da. Ein neuer Migrant, den man nicht sieht, will in uns wohnen. Ein Mietnomade, der sich um den Obulus drücken will. Ein rundes Ding, das uns die Luft wegfrisst, und dennoch nicht von der Autoindustrie ans Tageslicht gebracht. Etwas das uns, der Krone der Schöpfung, an den Kragen will.

Mir wird ganz schwindlig. Das Virus spricht zu mir.

"Bitte, lass mich bleiben. Ich weiss nicht wohin mit mir. Ich komm nicht von der Fledermaus und davon gäbs auch wirklich wenig hier bei euch."

"Aber du frißt doch mein Lüngerl."

"Du frißt doch selber Lüngerl, du Bazi. Saures Lüngerl. Stell mir doch bitte deine Freunde vor."

"Nix gibts. Ich bleib daheim und du stirbst mit mir!"

"Ja," das Virus lacht ein wenig, "Du kannst alleine leben, Du asoziales Stück. :-( Ich nicht. Gemeinsam Spaß haben. Freunde sein. Ich will doch nur mittrinken."

"Du bist doch garnix, du Zwerg. Für dich ist hier kein Platz."

Die Säureattacke. Ein Kampf der Informationscluster also. Einer für alle, alle für einen.

PS: Die Rente ist sicher

"Und die Russen sind gleich auch noch Scheiße."
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Dienstag, 17. März 2020
Plan C
Ich wollte mich eigentlich nicht zur akuten Virenlast des Landes äußern - aber jetzt geht mir die Hutschnur über. So sehr ich der sozialistischen Planwirtschaft anhänge, muss ich zugeben: das Notstandsprogramm hätte privatisiert nicht schlechter laufen können. Und weil manche italienischen Ärzte von einem Kriegszustand sprechen - vielleicht sollte man Privatisierung auch bei der Bundeswehr mal durchdenken.

Pest, Ebola, Marburg, spanische Grippe, aber kaum kommt ein SARS-Ableger mal rübermigriert, ganz ohne Einreiseerlaubnis, hat keiner einen Plan. Von einem europäischem Plan mal abgesehen auch keinen nationalen. Seuchenbekämpfung scheint regionalisiert worden zu sein.
Ich vermute, dass die Meinungsumfragen noch nicht abgeschlossen sind. Da traut man sich lieber nichts zu entscheiden, sondern verhält sich wie beim Giro di Italia. Abwartend, zögernd, lauernd. Die Entscheidungen passt man der Situation an. Die Ämter schließt man dann schon mal heimlich und gibt möglichst wenig Info raus. Hände waschen und keine Nachbarn treffen. Die Neue Solidarität. Na, dann viel Glück.

Mir solls recht sein, ich bin nicht die Risikogruppe. Bei einer Triage werde ich nicht in die blaue oder schwarze Gruppe reinrutschen. Die Rente wird sicherer, die Krankenkassen, nach einer kurzen Belastungsprobe deutlich entlastet. Selbst der Wohnungsmarkt wird bei einer kompletten Durchseuchung wieder bezahlbarer. Für alle Neueinsteiger bei Aktien, Rohstoffen und Kryptowährungen könnte es nicht besser laufen. Für die "Volksparteien", die sich mit der willkommenen Unsicherheitslage diesmal noch gut über die Runden retten konnten, wird es weniger schön, wenn ihnen die greisen Stammwähler absterben. Aber insgesamt könnte man von einer Chemotherapie des Volkskörpers sprechen.

Die Überwacher werden mehr Überwachung bekommen und mit der Wirtschaftshilfe, die den Virus ersticken soll, wird auch die Wirtschaft erfrischt und kräftig wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Und mit ihr auch die entsprechende Gesinnung: keiner schüttelt sich mehr die Hände in der zunehmenden Ellbogengesellschaft. Warum die Busfahrer mit sporadischen rot-weißen Bänder abtrennen, wo wir gerade in die Ära des panzergläsernen Menschen eintreten

Für die nächste Bioattacke wird man wieder keinen Plan in der Schublade finden, für die nächste Wirtschaftskrise in nächster Zukunft werden wir wieder einen Verursacher finden. Ich tippe da mal ganz laienhaft auf einen Meteoriten. Auf die automatisierten Montagebänderwird das Virus nicht einwirken können, aber die 35-Stunden-Woche wird bald in den Wust der Verschwörungstheorien eingehen. So gesehen läuft alles perfekt. Ja, fast geplant.
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Montag, 9. März 2020
Krake läuft auf Grundrecht - Tiefseefischer der Hochfinanz
Wir hören, dass sich die Weltwirtschaft, die einzige Wirtschaft in der alle verkehren, aber nur wenige bedient werden, in einer schlechten Verfassung befindet. Ob wir aber bei solcher Verfassung einen Stephan Harbarth zum obersten Verfassungsrichter wählen sollten. Da müssten wir schon volltrunken sein. Grundrecht muss es wohl heißen, weil es auf dem Grunde eines trüben Meeres ruht, wo keiner reinsieht. Dafür muss es aber keine Krake sein, die selbiges verteidigt.

Garry Webb hat sich mit zwei Kopfschüssen das Leben genommen, nachdem er in 'Dark Alliance' über die Verbindungen von CIA und Drogenhandel berichtete, noch bevor er über etwas berichten konnte, was er die 'Krake' nannte.
Gaby Weber hat dies während ihrer bisherigen Offenlegungen der Rolle von Blackrock im Bayer-Monsanto-Fusion offenbar noch nicht getan und einen kühlen Kopf behalten.
Aber die Krake kann man sehen, wenn ihre Tentakel aus den Tiefen des Finanzdschungels an die Oberfläche geraten.
Die Saugnäpfe der Fangarme wird man nicht gleich erkennen an einem gut geschminktem Friedrich Merz, dem Aufsichtsratschef von Blackrock Deutschland, Gründungsmitglied der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Kanzleranwärter und so vielem mehr, dass Sie morgen noch mit dem Lesen des Beitrags beschäftigt wären. Sichtbarer wird die Krake, wenn man sich mal anschaut, wo sie ihre Tentakel überall so drin hat.

Laurence Douglas Fink, Gründer, Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, hat nicht umsonst den Black Planet Award 2017 erhalten. Auch sein Woodrow Wilson Award 2010 ist durchaus einsichtig, wenn man sich mal die Liste der übrigen Empfänger ansieht.

BlackRock und seine Mitstreiter Vanguard und State Street, die sich mehr oder weniger gegenseitig besitzen sind zu 82%, so Lobbycontrol, Anteilseigner der 500 größten Firmen der USA. Blackrock, mit einem Kapitalvolumen, das den den deutschen Bundeshaushalt um das 20fache übersteigt, ist bei 8 der größten 30 deutschen Firmen größter Anteilseigener, sowie bei 20 weiteren mitbeteiligt.

Jetzt taucht aus den Tiefen des Finanzmarktes noch ein weiterer Fangarm der Krake auf, namens Stephan Harbarth, dessen Tätigkeiten bei der Unternehmerkanzlei Schilling Zutt & Anschütz SZA im oben verlinkten Artikel der Nachdenkseiten eindrücklich beschrieben werden.

Ob nun Merz als Bundeskanzler oder Harbarth als Oberster Verfassungsrichter, irgendwie wird die hochintelligente Krake früher oder später einen Tentakel in die Drehtür bekommen. Es ist davon auszugehen, dass sie sich schon vielerorts festgesaugt und aufgrund ihrer Fressgier schon mit dem Verdauen begonnen hat. Merz als der Chitin-Schnabel und der anständige Harbarth als das Toxin, das uns eingeflößt werden soll.

Ob man die Kopfschmerzen, die einen als Nahrungsgrundlage plagen, mit einem Kopfschuss wegbekommt? Da kann man dann einen Garry Webb schon verstehen. Mit dem Reflex der Duldungsstarre werden wir dieses Ungeheuer jedoch mit Sicherheit nicht los. Merz und Harbarth sind jedenfalls noch vermeidlich.
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Dienstag, 3. März 2020
Grippenplatz gesucht - Moderne Farbenlehre und die Evolutionsstufen des Feindes
Wer blau wählt, also total besoffen zur Wahl geht, darf sich nicht wundern, wenn er das Kreuz bei der falschen Partei setzt. Immerhin noch ein Kreuz und kein Halbmond oder ein symbolisches Sarazenenschwert, werden diese kontern. Lieber tot als rot. Für mich ist das mainstream, der zu nichts führt, wenn man alte Kamellen und Klischees gegeneinander auffährt im kalten Krieg der Meinungen.
Für andere kommt die gelbe Gefahr aus Deutschland mit weniger als 5 Prozent in Hamburg. Und seit Anfang des Jahres die Farbkombination für den neuen Todfeind, das Corona-Virus. Wir werden alle sterben und anschließend wird uns die Finanzkrise noch die Kreuze und Blumen vom Grab fressen.

Man muss die Lücken nützen, Nischen suchen, um heute noch nach vorne, nach oben oder rein zu kommen. Vom Feind lernen. Bei den einbrechenden Lieferketten sollte man sich mal an der ökonomischen Stärke des Virus orientieren. Denn das liefert trotz Blockaden und Sanktionen ganz kräftig.

Die Politik hat das schon begriffen. Schuld ist jetzt das Virus und nicht etwa die Wirtschaftssanktionen und Produktion on demand. Wenn in die Blase nichts mehr reinpasst, wird es wohl eine Lungeninfektion sein. Wen wundert es, daß beim Corona-Medallienspiegel China und Iran Gold und Bronze machen. Und wer denkt bei lediglich 3 Corona-Virulanten in Russland nicht an Nowitschok.

Ich versuche mich taktisch zu verhalten.

Ich verabschiede mich von der humanoiden Abraumhalde, wo die emotionalen Heizkosten einfach nicht mehr leistbar sind und investiere in die Unverfrorenheit der sozialen Kälte wie zum Beispiel in Aktien von Lafarge, wo man mit vom IS verschleppten Leiharbeitern die Personalkosten enorm senken kann.
Ich zahle weiter in die Rente ein, denn die Zoonosen, die von Tier zu Mensch übertragbaren Infektionskrankheiten sind auf breiter Front aufgestellt - neben Viren eben auch Prionen, Pilze und vieles von dem wir nie gehört hatten. Zwei zeitgemäße Bücher zur Paniklage wären da 'Hot Zone: Ebola, das tödliche Virus' von Richard Preston und ganz zeitlos 'Wassermusik' von T.C.Boyle. Wer die Hersteller von Ribavirin, vorab Boehringer und natürlich alle chinesischen Hersteller, noch nicht im Depot hatte: selber schuld.

Schlau auch, wer sich frühzeitig anstecken läßt, denn die 30.000 Beatmungsgeräte in Deutschland könnten ab Ende März schon besetzt sein. Wer zu spät ist, den bestraft das Leben. Oder man setzt eben auf die Doppel-0 und hofft, dass man nichts abbekommt.

Zudem esse ich gut und viel aus dem eigenen Garten, um die Angriffsfläche zu verringern. Und wann, wenn nicht jetzt, einen Grippenplatz für meine Tochter finden.

PS: Ich sehe gerade, daß soeben die neuesten Zahlen reingekommen sind und der Iran durch Italien vom Treppchen gestoßen wurde. Da nehm ich noch Beretta in mein Aktienpaket auf - bei letzteren läuft derzeit sogar noch der Winter-Sale.
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Freitag, 7. Februar 2020
Die schwarz-blau-goldne Wurst aus Thürigen

- Hindenburg-Plan 2.0 gescheitert -

Warum die gemeinsame Wahl des Ministerpräsidenten Kemmerich in Thüringen durch AFD, CDU und FDP nicht überraschen kann - ein AFCDUDP-Kuddelmuddel mit System.

Wenn man sich über Jahre hinter verschlossenen Türen mit Vornamen anredet und an den gleichen Vorstands- und Institutstischen die Zukunft entwirft, dann vergisst man vielleicht schon mal, dass die Bevölkerung immer noch denkt, die Parteienlandschaft repräsentiere den Volkswillen.

Die Alternative für Deutschland kam ja auch nicht aus dem Nirgendwo. Sie kommt personell aus den wertkonservativen, wirtschaftsliberalen Flügeln der Christdemokraten und der FDP (Tino Chrupalla, Stephan Brandner, Marcus Pretzell, Joachim Starbatty, Bernd Lucke, Alexander Gauland, Alexander Gauland). Die AFD ist eine Ausgeburt der christedemokratischen Ideen des Berliner Kreises und der Werteunion. Sie vertritt schließlich auch nicht die arbeitslosen Wutbürger aus dem Osten, sondern beschreibt gepaart mit der FDP eine Zangenbewegung des Kapitals - mit der CDU als rostige Lokomotive.

Es sind Organisationen des Stockholm Networks wie die von Arbeitgeberverbänden getragene Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in denen sich parteiübergreifend beraten wird über Steuersenkungen von Unternehmen und die Verhinderung unternehmensfeindlicher Klimapolitik. Es ist die Friedrich A. von Hayek - Gesellschaft, wo CDU (Saskia Ludwig), FDP (Christian Lindner, Linda Teuteburg, Edzard Schmidt-Jortzig, Gerhard Papke ua.) mit der AFD (Alice Weidel, Beatrix von Strolch, Starbatty, Olaf Henkel, Peter Boehringer ua) anbandeln - zusammen mit rechtskonservativen Politikern aus der Schweiz und der deutschen Presse (FAZ, Henryk M.Broder).

Die Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft ist wiederum mit der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) über das Atlas Network verbunden. Das Atlas Network (Ayn Rand: Atlas wirft die Welt ab) arbeitet unter anderem mit den Koch Brüdern aus den USA zusammen und deren Cato Institute natürlich wieder mit der Friedrich-Naumann-Stiftung. Sinnigerweise wurde in den 50er Jahren durch den Naumann-Kreis auch von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern versucht, die FDP zu übernehmen.

Und dann immer wieder die gleichen Namen. Sei es beim Institut für Unternehmerische Freiheit, Deutsche Stiftung Eigentum, Wirtschaftsforum der FDP.

So teilt sich die AFD ihre PR-Agentur Goal AG mit der schweizerischen SVP und der österreichischen FPÖ. Die Goal AG aus der Schweiz, wo auch Alice Weidel mit ihrer Lebensgefährtin wohnt.

Und immer wieder Friedrich Merz (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Stiftung Marktwirtschaft, Werteunion, Konrad Adam, Atlantik Brücke), unser CumCum-Geschäftsführer, der Deutschland gerne an Black Rock verkaufen würde, wie auch Monsanto an Bayer (ab min. 14:30). Der reibt sich nun die gut gepflegten Pfötchen, dass der Thüringen-Plot von AKK in die Hosen ging und mit ihm nun der marktliberalste Teil der CDU, der noch nicht zur AFD gewechselt hat, vielleicht die Macht übernehmen könnte. Ein Doppel-Coup des Kapitals mit einem extra Spin. Der Markt ist institutionalisierte Menschenliebe, wie das der deutsche Philosoph Wolfgang Kersting bei seiner Preisverleihung durch die Friedrich-Naumann-Stiftung schön bemerkte.

Für den Geldfluss sind Parteigrenzen keine Ufer.

PS: Man fefe und staune bezüglich 'aus Versehen reingerutscht'.

Noch ein Verweis auf zwei aktuelle Beiträge in Telepolis. Über den Think Tank der AFD Desiderius-Erasmus-Stiftung und einem Interview mit dem Chef der Werteunion.
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Donnerstag, 30. Januar 2020
Goodbye, Grandpa Sam - we are not US
Ein Problem der turbokapitalistischen Lebensweise ist, wenn man im Alter merkt, dass man eigentlich nie in die Rente eingezahlt hat. Ganz ähnlich muss sich das Amerika des weissen Mannes fühlen.

Erst die leichte Nachkriegsgeburt, dann die Schwangerschaftsstreifen einer unipolaren Weltmacht nach dem Kalten Krieg. Doch nun wird auch das Angesicht us-amerikanischer Aussenpolitik im Zuge des beschleunigten Alterungsprozesses zunehmend runzliger.

Es sind die unipolaren Sorgenfalten in denen China die Belt-and-Road-Initiative vorantreibt und Russland die Nordstream-II verlegt? Die Furchen, die ehemals wie der Eiserne Vorhang von Süd nach Nord auf den Längengraden verliefen, werden plötzlich in Ost-West-Richtung durchdrungen.

Die Pufferzone Zwischeneuropas vom Schwarzen Meer an die Nordsee, das vom polnischen Marschall Pilsudski als Intermarium bezeichnete Gebilde, um die wirtschaftliche Annäherung zwischen Russland und Deutschland sicherzustellen, scheint durch die Nato-Osterweiterung gut gesichert. Frecherweise umgeht die fast fertiggestellte Nord-Stream-Pipeline wie auch die südlich verlaufende Nabuco-Pipeline diese Strategie.

Im Nahen Osten durchkreuzt die iranisch-russische Intervention in Syrien und und im Irak einen weiteren us-amerikansichen Längengrad. Die Tentakel der neuen Seidenstraße reichen bald wie die langen Fäden eines Holzschwamms von China bis ans östliche Mittelmeer.

Fehlt nur noch, dass Nicaragua einen zweiten Panama-Kanal durch den Urwald sticht und das Nordmeer ganzjährig befahrbar wird - nicht nur für die russische Marine, sondern auch zivil. Dann wird es schwer, die Umklammerung, das Containment der Konkurrenz aufrecht zu erhalten.

Es wird schwierig mit der Glaubwürdigkeit, wenn man sich als Weltpolizist und Verteidiger der Freiheit zu brüstet, während man gleichzeitig Holland mit einer Invasion droht, sollten jemals amerikansiche Staatsbürger vor den internationalen Gerichtshof gezerrt werden. Und noch schwieriger, wenn Whistleblower wie Snowden in Russland um Asyl bitten, um nicht im Gulag Guantanamo zu enden.

Die Erzwingungshaft für die eigentlich bereits begnadigte Chelsea Manning und die Jagd auf Julien Assange, als handelte es sich beim blauen Planeten um die gesetzlosen Weiten der Prärie, machen es nicht einfacher. Kein Wunder also, dass ein Alexander Issajewitsch Solschenizyn davon spricht, dass die NATO die Vereinten Nation und ihre Charta auf den Müll geschmissen hat, um ein uraltes Gesetz zu proklamien: das Gesetz des Dschungels.

Es spricht nach meinem Verständnis nicht für die Weitsicht eines alten weissen Mannes, sich auf das Gesetz des Dschungels zu berufen, wo einem Botox und Perücken nicht wirklich helfen beim Broterwerb. Mit 75 Jahren Großmacht auf dem gekrümmten Buckel ist man eben kein Silberrücken mehr.

Krieg ist nun mal die Art und Weise, wie Amerikaner Geographie lernen. Mit rund 1000 Militärstützpunkten rund um den Globus kennt man dann selbst runde Inseln wie Diego Garcia. Doch wenn man versucht, die Welt auf ewig in Schach zu halten, wird man selbst irgendwann matt. Und man darf sich dann auch nicht wundern, wenn die Erniedrigten und Geprügelten dem Imperium dann keine Care-Pakete schicken. Wichtig für uns ist jetzt eigentlich nur, dass wir dem ergrauten Silberrücken noch zeitig den Koffer mit dem roten Knopf abknöpfen.

Aber wer braucht schon Weitsicht, wenn man das eigene Grab bereits ausgehoben direkt vor Augen hat. Für die Kinder gibt es eben auch keinen Mutterinstinkt, wenn man nur Gründungsväter hatte. Der Gedanke an 'Gods own country' wird immer mächtiger je näher das eigenen Ende rückt. Goodbye, Grandpa Sam, it was a hell of a time.
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Schwangerschaftsstreifentatoo

Ich kann ja viel verstehen, aber warum Dicke (rechts unten)?

Ich lasse mich da inspirieren von M7 in seinem aktuellem Beitrag "Herrschaft und Tabu", in dem er davon spricht, dass Tabus der Ausdruck unausgesprochener Herrschaft seien.

Mein Entschluss steht fest. Parthenogenese, also Jungfernzeugnung. Ich lasse mir Schwangerschaftsstreifen tätowieren. Dann sehe ich trotz meiner Kinderlosigkeit aus als wär ich so eine heiße Mutti, die sich gut gehalten hat. Absaugen, nein, das lief nicht bei mir, aber anschließend jeden Tag ausgebufftes Brusttraining. Möglichst wenig schwimmen - so lassen sich zwar die Schwimmreifen um meine Hüfte schlecht erklären, jener Speckstreifen in dem sich alle zuhause fühlen - sondern viel über dem Herd gebückt, obwohl ich selbst garnicht koche, und niemals BH, daß sich meine Brüste möglichst der Schwerkraft ergeben.

Dazu die tätowierten Schwangerschaftsstreifen und schon bin ich eine topaktuelle MILF ohne jemals in die Vorhölle des Gebärens abgerutscht zu sein. Eine MILF, die sich keine Sorgen machen muss, daß ein heißes Abenteuer von anrufenden, oder noch schlimmer, hereinplatzenden Kindern oder Jugendlichen unterbrochen wird. Sozusagen eine unbefleckte Empfängnis und dennoch kinderlos. Eine Scheinelternschaft, die körperliche Reife mit sich bringt, ohne lärmende Plagen. Ein für 10 Euro ersteigerter, ramponierter Kinderwagen in der letzten Ecke der Diele, ein paar gerahmte Kindergesichter auf dem Beistelltisch im Schlafzimmer und schon habe ich Mutterstatus ohne die lebenslangen negativen Folgen. Brünftig wie eine Milfkuh.
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Samstag, 18. Januar 2020
Das Unrecht auf Abwertung und die Aufwertung des Anrechts
Und schon wieder die Kopftücher! Die Welt ist also eine Scheibe, oder eine Kugel. Auf jeden Fall nicht eckig oder nur eine Linie, sondern rund. Wenn das Leben auf diesem Planeten schon ein steiniger Pfad ist, dann ein Rundweg. Es ist, als wandle man als Zweidimensionaler auf einer Möbiusschleife. So wiederholt sich alles.

Einst verbreitet bei Piraten, aber auch Seemännern, am Bau und im Sport, wo Wind und Schweiß zusammentreffen, hielt sich die Tradition des Kopftuchs hier in Bayern vorwiegend bei Frauen der unteren Schichten und im ländlichen Bereich. Meine Großmutter wäre ohne Kopftuch niemals auf die Straße, nicht mal kurz zum Müll runterbringen. Am Bau und im Sport ist das Kopftuch noch vereinzelt zu sehen. Aber bei den züchtigen wie unzüchtigen Frauen hat sich etwas verändert.

Kaum schienen sie ausgestorben hier in Bayern, die letzten Dienstmägde, Unterdirn oder Mitterdirn ihres Standes, verschrumpelt wie ein 100jähriger Apfel, in ein Kopftuch eingepackt. Stets ein Kopftuch, weil offenes Haar eben unzüchtig ist. Darunter das Haar geflochten zu Zöpfen. Diese wiederrum geflochten wie ein Hefezopf oder eine trockene Breze. Als Hexe wären sie wohl nicht mehr verbrannt worden, aber in der Kirche in der selbst zu meinen Lebzeiten die Geschlechter noch schön getrennt links und rechts saßen, hätte das zu störendem Getuschel während der Andacht und Gemunkel über den Anstand geführt.

Verpackung wertet die Dinge scheinbar auf. Bei Geschenken, bei Nahrungsmitteln und eben auch bei Mitmenschen. 'Stell dir deinen Chef einfach mal nackt vor' sagt man ja, wenns Ärger in der Arbeit gibt. Aber ein nacktes Croissant in der Auslage ist heute mehr im Trend, als ein von mehreren Lagen Weichplastik umhülltes. Selbst in edles Papier von Schleifen umrankte Geschenke scheinen ihren Lebensabend gefunden zu haben - entweder weil die Geschenke inzwischen zu voluminös geworden oder auf Grund der modischen Konsumfeindlichkeit.

Bei dem weiblichen Geschlecht allerdings will das Verpacken scheinbar nicht enden. Kopftücher und Umhänge bis über die Knöchel finden wieder Anklang in einer Gesellschaft, der es egal ist, ob man in Jeans rumläuft, die schon die Fabriktore zerrissen verlassen, oder in Röcken, die noch nicht mal die Strapsoberkante erreichen. Egal ob Feinripp-Unterhemden oder Zobelpelz, weiß-besockt in Sandalen oder knallgelbe Radlhosen. Anything goes.

Und genau hier rein puhlt der moralbesetze Zeigefinger des abermals nicht sterben wollenden Monotheismus. Kopftuch als Modeerscheinung liebend gern, aber Kopftuch als Zeichen des Anstands und der Züchtigkeit des schwachen Geschlechts. Da rumort etwas im Bauchgefühl derjenigen, die die Endlosschleife mindestens einmal durchlaufen haben.

Denn Kopftuch, wie auch Schleier oder graue Umhänge, aus Gründen der Züchtigkeit tragen auch den Umkehrschluss in sich, dass wer sich anders kleidet unzüchtig oder gar gottlos sei. Schlampe, würde man mancherorts sagen. Unzüchtige erwartet nicht nur nicht das Paradies, sondern auch die schriftbedingte Mißachtung durch die Züchtigen. Heilige Schriften beinhalten eine Regelsammlung, wo man sich nicht aussuchen kann, welchem Teil man nun zustimmt oder auch nicht. Alles oder nichts, steht da geschrieben - zumindest wird behauptet, dass es irgendwo geschrieben stand, weil es irgendjemand gesagt hätte.

Du darfst dürfen, aber du sollst nicht müssen - schon garnicht, wenn man sich auf die zweifelhaften Deutungen überlieferter Schriften eines bärtigen Propheten aus dem 8.Jahrhundert oder einer früheren Kopie beruft. Feminismus beginnt bei den Frauen und er sollte niemals bei alten Männern enden. Hierin liegt auch das Problem des Kopftuchs als Ausdruck einer Ideologie.

Die Frage für mich ist: Durfte man meiner Großmutter das Kopftuch verbieten und/oder sollte man dem zölibatärem, monotheistischem Männerverein die mehr als zweifelhafte moralische Alleinherrschaft ein für alle mal absprechen? Sollte man nicht denen, die nicht mitspielen, endlich mal sagen, dass sie nicht mitspielen?
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Mittwoch, 1. Januar 2020
Lichtgeschwindigkeitsbeschränkung
Erste Eindrücke aus einem neuen Jahrzehnt, aus einer Zeit, wo Postmoderne von Opas und Mumien propagiert wird. Weißwürste mit Soße Curacao und Gurkendatschi, bayrische cousine nouveau. Pabst Franzl, sein Klon und das Priesterweib.

damals hieß es noch 'anything goes', jetzt heißt es 'anything went'. Eine Beschleunigung, die bereits die Zukunft zur Geschichte macht. Die Generation Klimawandler, wo jeder Augenaufschlag schon die Auslöschung bedeuten kann und doch jeder an die Rente denkt ... statt an den Lohn. Kaputtalismus.

Ein Fortschritt, den bis heute niemand begriffen hat, ein Fortschritt, der sich im Hadron-Collider manifestiert, um den Urknall zu begreifen. Je mehr Fortschritt also, desto mehr Rückblick.

Die Zeit wird wieder zirkulär, das Hohlorgan Hirn dank der allgemeinen Relativitätstheorie wieder länglich. Dies dient der peristaltischen Fortbewegung der Gedanken. Das Wissen bildet also wieder eine Wurst und die kommt ab heute in Bayern nur noch mit Sauce Curacao, in blau.
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Samstag, 28. Dezember 2019
Richtgeschwindigkeit - ein Wort ohne Inhalt
Ich sehe im Rückspiegel immer nur Lichtgeschwindigkeit, sobald ich die Reichsgrenze bei meiner Heimkehr aus dem zivilisierten Umland überschritten habe. Aber gemeint ist wohl eher die Richtgeschwindigkeit. Ein Begriff, der mir in meiner fast schon jahrhundertelangen Autobahnerfahrung noch nie untergekommen ist. Da hätten wir gute Erfahrungen mit gemacht ... mit der Richtgeschwindigkeit? Vermutlich ähnliche gute Erfahrungen wie mit dem Rechtsfahrgebot. Mir dünkt, dass bei den großartigen Könnte-Gesetzen auf deutschen Autobahnen das fliegende Spaghettimonster seine Tentakel im Spiel hatte. Unter Tempolimit versteht man in Deutschland, dass man nicht mehr als eine Packung Taschentücher dabei hat.

Nach dem Angriff auf die deutsche Leidkultur, die Autoindustrie, wird nun also auch noch auf die freie Fahrt für freie Bürger scharf geschossen. Kaum hat man sich aus den 30-Zonen der betuchten Vororte irgendwie herausgequält, will man das Ding auch mal durchblasen, dass es nicht versottet. Man wäre ja wahrlich bescheuert, wenn man sich da an allen anderen Ländern dieser Welt orientieren würde. Selbst in Saudi Arabien nur 120 km/h max! Wie kulturfeindlich ist das denn?

Wer zahlt, schafft an, sagt der Volksmund, und plötzlich erscheint die erneute Ablehung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen durch Union, SPD, AfD und FDP in einem anderen Licht. Ich frag mich heimlich, ob meine Steuerzahlungen nicht eigentlich auch als Lobbyismus zu werten seien. Ihrer Wirkkraft nach zu urteilen scheinbar nicht.

Ist ja nicht so, dass das immer so gewesen wäre. Alle Geschwindigkeitsbeschränkungen der Weimarer Republik wurden mit Beginn des Dritten Reichs im Rahmen der ersten Reichs-Straßenverkehrsordnung komplett aufgehoben. Mann wollte ja schnell an die Grenzen des zu klein geratenen Lebensraums. Nach Kriegsbeginn, als man die Truppen bereits an die Front verlegt hatte, wurde die Reisegeschwindigkeit auf Autobahnen schnell wieder auf 80 km/h beschränkt, wohlwissend dass die Grenzenlosigkeit auch mal schnell nach hinten losgehen könnte.
Kaum war die Besatzungsmacht nach dem Krieg wieder einigermaßen ausgedünnt, wurden 1953 erneut alle Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben. Kein Ding also, mal auf dem Kurfürstendamm mit 170 Sachen dahinzubrettern, so man am Steuer eines 1,5 litrigen Porsche 356 saß, da ein innerörtliches Tempolimit erst 1957 wieder eingeführt wurde.

Man muss die Dromologie Paul Virilios gelesen haben, um zu verstehen, warum die Gewalt der Geschwindigkeit nichts ist als die Auslöschung. "Der Passagier, der sein Pferd bestiegen hat, ... ist nur ein reitender Tod." (S.85 "Fahren, fahren, fahren") In der Geschwindigkeit setzt sich Reichtum, Macht und Herrschaft fort. So versteht man den 'road rage', die Persönlichkeitsveränderung, sobald sich der Körper in einer hochmotorisierten Karosserie in ein fatales und beinahe bösartiges Geschoss verwandelt. Der berittene Krieger und der Streitwagen waren es, die die Blitzkriege der Bronzezeit und damit Großreiche wie Babylon und Ägypten schufen und auch wieder begruben.

Wirklich gute Erfahrung haben wir mit der Lichtgeschwindigkeit gemacht. Die ist nämlich begrenzt, womit sich das Argument, auf deutschen Autobahnen gäbe es keine Höchstgeschwindigkeit locker widerlegen läßt. Und wer sich ein wenig in die Fachliteratur einließt, wird sehen, dass es da ganz pragmatische Lösungen gäbe für alle Gemüter gäbe ... um den Bewegungsdrang der Deutschen auf die Autobahnen zu reduzieren.
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Samstag, 30. November 2019
Du Kübel Weiß,
Du leeres Ding,
Du nackte Haut,
Im wartenden Quadrat.

Ich zürne Dir,
Du Blatt Papier.
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Freitag, 22. November 2019
Das Nachhause Gen
Die Kelten sind wieder zurück, zwar nur die Eiskälten, aber hey, wer hätte es gedacht. Und auch die Germanen und die Hunnen, die ja eigentlich immer schon mehr Raum als Zeit und dennoch stets ohne ein Hunnenland waren. Selbst die Inuit und die Buschmänner sterben nicht aus. Weil sie in uns weiterleben. Mir war bis zum erneuten Oberflächenaustritt der Faschisten garnicht bekannt, dass man nicht nur beim Rennpferdehandel von Rassen spricht. Für mich als biologisch katholischer Oberbayer war stets auch das Thema von Volkszugehörigkeit zäh und fühlt sich nach wie vor an wie zu flüssig angerührter Sauerteig.

Das ändert sich nun, denn scheinbar enthält dieses Unthema auch eine Spaßkomponente. Gegen eine Zahlung von schlappen 100$ und das Hineinspucken in ein fragiles Reagenzgläschen fächern sich vor unseren weihnachtlich leuchtenden Äuglein unsere Ursprünge auf. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit zu 5 Prozent Hunne mit einem mächtigem Einschlag Inka oder gar reinblütiger Aware, obwohl Staatsangehörigkeit Deutschland im Pass steht. Möglicherweise ist die nukleäre DNA reinrassig schweizerisch, die mitochondriale DNA aber ein Wust aus Ruanda, Burundi und Babylonien. Also Nummernkonto von Papa geerbt, aber auf dem Tanzparket ein John Travolta. Ist das nicht spannend.

Da stellt sich doch heraus, dass die Indogermanen garnicht aus Indien oder Germanien kamen, sondern eher aus Stalingrad. Und weil man die Abstammung von einem Volksstamm vorwiegend über die mitochondriale DNA feststellt, die nur von der Mutter weitervererbt wird, lässt sich eigentlich nur feststellen, dass unser Springstiefelträger eventuell germanische Mütter hatte, doch inwiefern diese von stammesgleichen Vätern oder von Angehörigen der semitischen Sprachfamilie oder einem einzigen Haremsbesitzer aus Brunei-Darussalam befruchtet wurden bleibt ein Geheimnis derselben.

Ein Regenbogen in Form einer Doppelhelix. Ein Wechsel der organischen Basen A,T,G und C an einem Fetzen Phophat und Zucker - man kennt das, wenn man in der Küche auch raucht. Was sich da nicht alles so reinbastelt in die persönliche Erbmasse im Laufe der Geschichte. Wenn man dann nach zwei, drei Bier, Kästen in sich reinhorcht, kann man förmlich die Hufe und das Getrampel der Völkerwanderung hören. Ich denke, gegen einen geringen Aufpreis ist man dann nicht nur 12 Prozent Grieche mit einer Pro-Kopf-Verschuldung, dass man das ganze Bier gleich wieder auskotzen möchte, sondern Nachfahre der mythischen Seevölker, die die Großreiche der Bronzezeit in wenigen Jahren ausradiert hatten.

Wichtig für dieses Erleben der eigenen Herkunft ist erstmal, dass man von den Eukaryten abstammt und nicht den Prokarytischen oder Archaeen zugerechnet wird, sonst kann man den Gen-Test nicht nur nicht bezahlen, sondern, so man eine Bakterie ist, noch nicht mal ins Reagenzglas spucken. Vorraussetzung ist also erstmal ein Zellkern und ein Monatseinkommen überhalb des Big-Mac-Index.

Postadresse ist natürlich auch nicht blöd, dass man die Ergebnisse zugeschickt bekommt, denn so was kann sich lohnen. Schließlich gehts ja nicht nur darum, dass man selbst mehr Nation und Volk und ähnliches ist, als einem der eigene Personalausweis vermitteln möchte. Man könnte ja auch Nachfahre eines Pharaos sein - wenn man schnell ist, vielleicht auch der bisher einzig ermittelte - und im günstigsten Fall sich sogar Eigentumsrechte an der Cheops-Pyramide erstreiten oder wenigstens einem Erdloch in Catalhüjük. Allerdings wären hierfür vermutlich weitere Tests von Nöten, denn solch einem Pharao wird die DNA-Folge nicht etwa aus der Spucke ermittelt, auch nicht mehr aus dem Backenzahn wie früher, sondern neuerdings aus dem Ohrenknorpel. Vorsicht also beim Piercing, sonst ist das notwendige Erbgut futsch und damit auch die Pyramide.

Ich kann Ihnen nur empfehlen mit der notwendigen Sorgfalt an diese heiklen Dinge heranzugehen. Bei mir weiß man dank des ausgeweiteten Ariernachweises, dass alle, ausnahmslos verarmten Vorfahren seit dreihundert Jahren aus fränkischen Knechtsfamilien stammten, doch für manch andere bayrischen Stammesgenossen mag es äusserst verdriesliche Ergebisse bezüglich ihres Preussenhasses geben, schon allein dadurch dass einem mal der falsche in den Masskrug gespukt hat.
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Sonntag, 27. Oktober 2019
i am bag again

Wo bei mir das Gefühl anfängt, hört bei anderen der Lebenslauf auf. Ein Leben im Abraum und mit mir die Bodentruppen.

Wer ein Schlachtfeld schafft, sollte den Krieg nicht scheuen. Boots on the ground need feet.

Dass man einer toten Partei so viele Sendeminuten widmet? Einer Partei, die nach dem ersten Weltkrieg erstmal alles links von sich niederräumt, um dann 1933 selbst in den sauren Apfel beissen. Eine USPD würde sich solcher Menschen morgen in Thüringen nicht mehr annehmen. Insbesondere im Kontext einer drohenden Ladig-Höcke-Synopse.

Wir wählen morgen Rosa Luxemburg, ganz ohne Liebknecht im Gepäck. Was die SPD versucht, können Tote allemal.
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