Donnerstag, 26. Januar 2023
Achtung Achtung - dies ist keine Übung
Klargetextet wollte ich mir eigentlich im Rahmen der Begriffe "Biopolitk und Ausnahmezustand" den Film Society of the Spectacle von Guy Debord von 1976 zu Gemüte führen. Ganz so nebenbei. Leider hat dieser eine Altersbeschränkung. Ich besitze glücklicherweise noch einen alten Youtube-Account, allerdings reicht das nicht, sondern ich müsste mich für den Altersnachweis mit meinem Personalausweis oder einer Kreditkarte verifizieren. FÜR SOCIETY OF THE SPECTACLE???

Wer Schlimmes hinter der Altersbeschränkungsfunktion vermutet, der möge sich Giorgio Agamben. Language, Media and Politics. 2011 als schickliches Beispiel wie man über Guy Debord nachdenken kann, ansehen. Oder Schwarz auf Weiß als The Visual Theories of Foucault, Debord and Baudrillard in Explaining Contemporary Power Structures.

Für Youporn muss ich noch nicht einmal den Button "Ich bin über 18" drücken, aber eine staatsphilosophische Abhandlung bedarf meines Personalausweises oder einer Kreditkarte? Gib mir Tillidin, ja ich könnte was gebrauchen ... von Capital Bra & Samra, das Propagieren von Opiaten, das geht dann ganz ohne Perso oder Kredit. Die alten Musikvideos von Anonymous gegen die Scientology Church nicht mehr auffindbar. Dinge verschwinden. Nicht nur RT oder Sputnik, sondern jegliche vermeintlich 'Feindpropaganda'.

Plötzlich springt einen das Gespenst des Ausnahmezustands förmlich aus dem Bildschirm an. Die Farbenlehre Goethes danieder, da nun das Licht nicht mehr auf das Gesehene fällt, sondern aus ihm heraustritt. Der additiven Machtstrukutr des herrschenden Diskurses, der nicht mehr beleuchtet wird, sondern aus sich selbst heraus strahlt, sich selbst in Szene setzt, habe ich es zu verdanken, dass diese Woche der ARD-Hauptstadtkorrespondent, Herr Stemple, ins PR-Zentrum des Verteidigungsministeriums drehtürwechselt. Die 'grüne' Aussenministerin erklärt heute "We are fighting a war against Russia ..." - dabei ist der implizite Witz des Begriffs 'Bär-bock', nicht besonders tiefgründig, sondern einfach schmutzig. Der 'grüne' Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, "Wir freuen uns über jedes (französische) AKW, das am Netz ist". Die Sprache ist gestorben, jetzt sprechen nur noch die Bilder der additiven Farbpalette. Die Überlagerung der Ampelfarben steht auf olivgrün.

"Where the real world changes into simple images, the simple images become real beings and effective motivations of hypnotic behavior. The spectacle is the nightmare of imprisoned modern society which ultimately expresses nothing more the its desire to sleep." ... wobei wir wieder beim Tillidin wären.

Es ist kein Schmutz, den man wegwaschen könnte. Es ist Satre's Ekel, der sich weder mit Sophie Tucker noch mit einem Tsunami an Nusschnaps bereinigen läßt. Das Spektakel ist der Wächter des Schlafes. Ich habe die Befürchtung, dass es der Anfang des Endes der Parabel sein könnte. Im ersten europäischen Angriffskrieg gegen Jugoslawien noch konventionell, im zweiten nuklear gesättigt.

Abschließend zur Befriedung meiner Gemüter etwas visuelle Sekundärliteratur zu Guy Debord.
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Freitag, 20. Januar 2023
Der Zaunlöwe
Ein Schneeflöckchen fallschirmt vom Himmel herab. Ich muss an die Luftwaffe der Löwenzahnsamen denken. Sind sie nicht alle Migranten. Ganze Horden von Baumsamen, die nach der letzten Eiszeit über die Alpen hinweg wieder in den Norden gezogen. Die Buddleja davidii, der Schmetterlingsstrauch, der es vom Fernen Osten als Balloonflieger bis zu uns geschafft hat.

Migration, wo man hinsieht. Und hätten die Palmen und Aprikosenbäume die Fähigkeit der Gebäudetechnik entwickelt, wären auch sie ohne unser Zutun in den Norden gewandert.

Der Homo homini - das sapiens mag man anzweifeln - bildet da keine Ausnahme. Der Migrant als Neozoon fühlt sich überall wohl, wo das Klima und die Fressfeinde dies erlauben. Dem Homo africanus, der durchaus die Fähigkeit der Gebäudetechnik und des Gelderwerbs entwickelt hat, sieht sich vorwiegend mit den Fressfeinden von Frontex und Ausländerbehörde konfrontiert.

Doch wie die zuerst genannten Neophyten keine Neozoen sind, die Pflanzen keine Tiere, ist der Homo homini im Gegensatz zum Rest der Bioten und Neobioten kein Anarchist, sondern ein nationaler Kapitalist unter der Herrschaft globalisierter Unternehmen, deren größter Feind, wie für jeden absoluten Herrscher, der Anarchismus ist. Die Welt von Mad Max ist kein fruchtbarer Boden für ein stabiles globales Wirtschaftssystem, das versucht den Planeten und einen Großteil der Homo homini mit größtmöglicher Effektivität auszusaugen.

Für eine Maximalherrschaft der Minderheit ist ein geordnetes System von Nöten, das die Lebewesen in Schranken und Grenzen hält und nur dem Unternehmen ein Handeln im globalen Raum bietet. Deshalb sind wir eben keine Löwenzähne, sondern zahnlose Tiger und kastrierte Ochsen, Mad Max nur auf der Großleinwand und 4D nur für 88 Minuten, Bewegungsfreiheit nur bis zur Stalltür und Meinungsfreiheit nur so es über ein Blöken und Fauchen nicht hinausgeht.

Für ein Survival of the Fittest, wie es die Marktwirtschaft insgeheim zu predigen versucht, ist sie selbst nicht geschaffen. Bei der Selbstversorgung mag bei unserer Elite vielleicht nach Hoffnung bestehen, doch ihr asoziales Verhalten wird sie in der Stunde Null, wo ihnen keine Armee zur Seite steht, augenblicklich vom Planeten fegen. Ohne Kooperation, wie sie der Schmetterlingsstrauch und der Schwalbenschwanz repräsentieren, werden Soziopathen als erstes ihre Geschichtlichkeit finden. Wie Jeffrey Sachs es schön formuliert:"Rather than our three billionaires going in space. Well, they can go there and stay there and leave their money behind. That would be one idea."
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Montag, 9. Januar 2023
Supermarktforschung - der Supermarkt regelt alles
Gesinder ! Schabunderliches Folk. Suger und Kauer. Sie merken schon, ich kaufe nicht gerne ein.
Den schnellen Mokka, 300 Meter Dose - kein Leichtes, Schwerkaffee, kein leichtes Unterscheiden und der Milden Sorte. Ich sehe ein
kleines Fräulein bietet mir spanische Tomaten an blondes Obstfräulein, Du schenk mir deine Gurke, eine flagrane Banane, dein gelbes Herz. Schenken für 1,99 das Bündel, Gesinder! Seit wann kosten Geschenke dem Beschenkten Geld?

Kein leichtes Unterscheiden, das Unternehmen Ein- und Auskauf. Und hilft auch kein Fräulein oder ewiges Gedudel. Letzteres ist ja glücklicherweise nicht mehr Usus. Muzak, so hieß das doch.

Unterfangen, unterschlagen. Gegenschlag: Ladendiebstahl. Wobei ich ja nicht den ganzen Laden mitnehmen möchte, sondern nur die mir so freundlich vom Fräulein geschenkten Bananen. Zumindest der Aufkleber lächelt mich an als stünde ich vor Robert Habeck. Den Kopf leicht schräg gelegt mit einem Dauergrinser wie der Joker. Verkörpern alle drei die Dreieinigkeit in einem Multiversum des Konsums?

Ich bin verwirrt und suche Halt an meiner Einkaufsliste:

PAN TSTRUD 2,99
NUSSSCHNAP priceless
PIZZA MARE 2,99
PRODOM 500G 7,49
Kaffee zum Schlafen ;-?
BERNBACHER 1,79
A&P MILCH 1,19
A&P ZUCKER 1,69
A&P MILCH 1,19
ZOTTARELLA 2,19
TABAKWAREN
5,00 österreichischer Preis plus deutsche Extrazahlung 2,20 macht 7,20
HAUSHALTSWAR 1,99

unterm Strich
DMokEUROzuviel

also Kommando kehrt. KaufDieHälfte semisuper. Wer beklaut hier eigentlich wen, wenn ich nur den Gesamtpreis zurechtrücke, wo mir Brutto für Netto verkauft wird? Ich kann es mir nicht leisten, was ich haben wollen soll, und ich will nicht auffallen durch einen mangelhaften Konsumanteil. Heißt es nicht:"Deutschland geht klauen" und Klauen für den Frieden.

Die Flatterhose im Baggerarsch immer noch vor mir. Stoßverkehr in der Obstabteilung, das passt ja wie die Titte zur Nonne. Durch mein blockiertes Vorderrad steuere ich die falschen Artikel an und mein Bewegungsmuster wird von der Kaufraumüberwachung skeptisch registriert:"Schau mal, die Olle mit der schleifenden Hüfte war doch noch nie bei den Tütensuppen." Am Ende werde ich noch als Regalauffüllerin in Zivil entlarvt und an der Kasse fürstlich entlohnt. Das wär mir dann doch peinlich. Ich sehe es eher als Nullsummenspiel, als klassische Entropie ... das ist ehrlich Physik.

unterm Strich

Mit dem Wagen an die Kasse. Das dauert neuerdings ja doppelt so lang wie der Einkauf selbst. Oh, Geld vergessen. Wagen stehengelassen. Arbeitsplätze erhalten geblieben. Meine doppelte Buchführung wieder auf Null und romantisches Candlelight-Dinner beim Nachbarn. Der nur halb so fett und ich hoffentlich nicht schwanger. Win Win.
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Freitag, 6. Januar 2023
Das ist schlimm, wirklich schlimm. Die erste Republik wird vom Vierten Reich geschluckt.
Das wird man auf Seite der kürzlich durchsuchten Reichsbürger nicht hören wollen, denn schlucken sollen ja die Anderen, jene die noch nicht verstanden haben, dass ihr Staat garnicht existiert. Da ist das Wort Putsch auch völlig unangebracht. Es wäre dann eher eine Übernahme eines Vakuums. Leerraumgewinnung sozusagen.

Wie anders hätte es auch klappen können, wenn 3000 Polizisten in 150 Objekten eine scharfe Schusswaffe, Schreckschusspistolen, Prepper-Vorräte und Tausend Euro Bargeld sicherstellen. Für ein Reichsvakuum mag das genügen, einen Putsch wird man damit maximal in der Dorfkneipe in Dinkenlage durchführen können.

Was mir Sorgen macht, ist die sprachliche Nähe dieser Putschisten zu mir als Reichbürger. Sie wissen schon, die mit Goldener Sonne auf goldenem Grund. Ich bin auch nicht mit Fürsten, Polizisten und Militärs befreundet. Für einen Reichsbürger scheint ein Nummerus Clausus also eher hinderlich. Aber dieses kleine s in der Mitte, das uns unterscheidet, ist leicht zu überlesen. Somit bin ich erstmal blogtechnisch abgetaucht für zwei Monate.

Ich hab mal nachgezählt, was bei mir so an Waffen rumliegt. Feststehende Klingen mit über 12 cm: 8 Stück. Eigentlich 9, aber das gute, scharfe hat sich mein Lebensgefährte, zwar kein Reichbürger, aber doch solide Mittelschicht, unter den Nagel gerissen. Ich besitze keinen Feuerlöscher als Wurfobjekt, aber einen leeren Benzinkanister und - oh mein Gott, da gibts nochmal ein Jahr Knast extra - die Kettensäge mit 40 cm Blatt von Oregon. Die verkaufen das tatsächlich völlig frei über den Ladentisch. Diverse Folterwerkzeuge wie Knipex. Im Grunde der ganze Werkzeugkasten, den ich heimlich im Schrank lagere. Wer hätte gedacht, daß man mir aus meinem Kaktus auch noch einen Strick dreht. Ein kleiner Schwiegermuttersessel - da kann ich mich juristisch vielleicht auf Familiendrama rausreden.

Man kann bei Tastaturschreibern glücklicherweise nicht sehen, wie meine Hände mehr und mehr zu zittern beginnen, wenn ich weiterdenke. Diverse Wurfgeschosse wie Glasaschenbecher, leere Flaschen und die geschmacklosen Tomaten. Und Prepper-Vorräte, ach hör auf, massenweise Bonduelle-Imitate, vorwiegend Karotten/Erbsen. Ich baue sogar mein eigenes Gemüse an, was mich, ohne an den Weltuntergang zu glauben, was mich vermutlich zum End-Prepper macht und mir auch noch das letzte Schlupfloch, die christliche Kirche, versperrt. Kann mich noch nicht mal drauf rausreden, dass ich vom Teufel besessen wäre. Die angeschimmelte Erdbeermarmelade habe ich glücklicherweise bereits entsorgt - erstens weil Voll-Prepper und zweitens weil biologischer Kampfstoff.

Nun gut, im Grunde ist es sinnlos, irgendwas zu verheimlichen. Meine Kameras sind nicht abgeklebt und ich bin bekennender Erfinder des Bier-Boardings (ein Brett, Handtücher und einen Eimer habe ich auch). Und dann die E-Book-Verbrennung, also Burner-Handys. Da pack ich die ganze Reichsbürger-Bande in einen Sack. Ich kann's noch nicht mal schnell runter auf die Straße stellen, sonst bin ich wegen Anstiftung zur Gewalt auch noch dran. Ich bin geliefert. Mich hat der Google-Algorithmus schon längst erfasst und schlägt mir als ausserhalb der gesunden Volksgemeinschaft stehend vorwiegend alte Bergsteigerfilme mit Luis Trenker vor. Warum? Weil ich vermutlich schon lange genauso tot bin wie er. Berge in Flammen! da muss man nur Eins und Eins zusammenzählen.

Ich bekomme kein Schmiergeld, weder von der FIFA noch aus Marokko, was mich förmlich als keiner anerkannten politischen Partei zugehörig abstempelt.
Ich nutze hin und wieder einen VPN, um die Feindpropaganda der doofen Russen zu lesen, kaufe chinesische Waren und hab gerade die Webseite der APPD geöffnet. Ich würde sagen, mein Browserverlauf buchstabiert sich förmlich wie Staatsfeind, obwohl ich doch ganz gern hier lebe. Das ist schlimm, wirklich schlimm. Der Feind ist überall und scheinbar wohnt er auch schon in meinem Herzen. Schwarz vermietet und somit auch noch Steuerhinterziehung.

Aber was wäre der Mensch ohne den Mut der Verzweiflung. Es gibt nur eine Lösung, ein Entkommen aus dem schwarzen Loch in das ich mich manövriert habe, um nicht in der Singularität hinter schwedischen Gardinen für immer gefangen zu sein. Ich muss den Ereignishorizont erreichen, ich muss den Schwarzschildradius überwinden. Aber dafür ist es in einem Raum ohne Zeit vielleicht auch schon zu spät. Wer weiß. Das ist schlimm, wirklich schlimm.
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Montag, 7. November 2022
Betriebsklimaschützer im Tempo real
Schade eigentlich, dass man viele Teile seines Körpers erst im Alter kennenlernt. Oberschenkelhalspfanne, Belker-Zyste, Mittelhandknochen etc. Dann aber oft gleich mit lateinischen Namen. Da zahlt sich der jahrelange Lateinunterricht endlich aus, wenn man durch das Geschwurbel hindurchblicken kann und weiß, das Knie hält nicht mehr lang. Man wundert sich, wenn ältere Damen wie ich im Hochsommer stets mit dicken Herbstmänteln die Straßen durchwandern. Aber uns ist immer kalt. An unseren Knochen hängt, so man sich nicht von Pralinen und deftiger bayrischer Küche, sondern vorwiegend von Sauerkraut, Klosterfraumelissengeist und einer kleinen Packung Antidepressiva ernährt, nur noch Haut. Keine Adipozyten mehr, nur noch Epidermis in ihrer trockensten Zustandsform. Kann man schon froh sein, wenn einem bei starkem Wind nicht die Haut abblättert.

Aber was erzähl ich. Das muss man selbst erleben, vorher glaubt man's nicht. Mein Wort gilt vorwiegend meinen Kampfgenossinnen in den post-coronaren Alters- und Pflegeheimen, sowie allen Leser von "Eine Frau bei 1000 Grad".

Ich erwähne das alles, weil der kommende Abfall von Raumtemperatur und das bevorstehende lauwarme Duschen sich vermutlich nicht unbedingt positiv auf meinen degenerierten Körper auswirken wird. Ich war nie Eisbaden in Sibirien und setze nun große Hoffnung auf die Klimaerwärmung. Wenn ich schon nicht mehr fliegen soll, dann kommt die Karibik eben zu mir, sonst wird es eng mit dem Schreiben. Wenn die auf Tischtennisballgröße angefrorenen Gichtknöchel beim Tippen aneinenderstoßen.


Die ich mich eh schon kaum mehr auskenne. Ich weiß garnicht, welche Knöpfe ich drücken muss, um in einen Bus hinein- und hinauszugelangen. Bakalit kennt keiner mehr, dafür leuchtet und summt es in jeder Ecke und an jeder Stange. Neuerdings finden sich selbst kleine blau beleuchtete Schlitze in der Businnenverkleidung, deren Funktion ich bisher nicht eruieren konnte. Warum gibt's eigentlich noch kein Jahresabo-Tatoo für den öffentlichen Verkehr, wo man nur noch mit seinem tätowiertem Unterarm in der Luft herumfuchtelt und alle Türen gehen auf. Ein 49?-Sesam-Tatoo. So was Idiotisches wünscht man sich, wenn man nächtelang denkt, statt zu schlafen. Nicht nur, dass bereits ein trockener Winter mein Jahresabo-Tatoo sofort abblättern ließe, auch hätte mein Barcode aufgrund meiner Hautfaltenanzahl die doppelte Strichanzahl, die unlesbar in den Kratern und Furchen meiner Haut verborgen blieben.

Ich habe scheinbar Lerndefizite entwickelt in den letzten Jahren, wo ich mehrfach zum angeblichen Selbstschutz gesellschaftlich abisoliert wurde. Erst wegsperren und dann totfrieren lassen aus Solidarität mit einem Land, zu dem ich bezugsloser nicht sein könnte. Das ist nicht das Ende, das man sich gewünscht hat. Das sind die ersten zwei der sieben Höllen, die man durchlaufen muss, bis man endlich wirklich tot ist.

Wenn man jung und ungestüm ist, will man nicht nur die Welt, man will gleich drei davon. Im Alter wünscht man sich maximal eine Welt, überschaubar klein, einen Schaltertypus, Smartphones mit Bakalittasten, wegen den Gichtknöcheln, und nicht schon wieder neue Nachbarn. Vieles ist verlorengegangen auf einem so langen Lebensweg. Aber ich will auch nichts Neues. Ich erwähne beispielhaft einfach mal das Tarifsystem des Münchner Verkehrsverbundes. Und bitte auch keine neuen Trambahnen, wo viele Sitzmöglichkeiten scheinbar nur Beinlosen zugedacht sind. Nein, nichts Neues.

Pitralon und Irisch Moos, zentrale Duftmarken meiner bescheidenen Menschheitsgeschichte, das sichere Gefühl beim Berühren eines Bakalitschalters, wo man noch multisensorisch das Gefühl von Macht über das Licht vermittelt bekommt. Tempi passati. Heute werden Prada-Handtaschen gemietet, die Software abboniert. Selbst die Sitzheizung in moderneren Autos kann man neuerdings zur Monatspauschale von 17 Euro mieten. Immerhin unsere Kommunikationskanäle konnte die Privatwirtschaft monopolisieren.

Weil eben alles im Fluss und nicht tempi rigidi, zum Abschluss ein paar Regierungsgedanken von mir.
- Ganz oben steht der Verlust des Wahlrechts mit 75.
- Zudem der Soli postmortem - wer es nicht bis zum Renteneintritt schafft, dem werden die restlichen Rentenbeitragszahlungen vom verbleibenden Erbe abgezogen.
- Und noch was 'Grünes' für's gute Gewissen und die Wokeness: Betriebsklimaschützer. Da hat man Alles in Einem. Der Dienstwagen ist dann natürlich ein Betriebsklimaschützenpanzer. Und der Job ist auch für körperlich instabile Persönlichkeitsstrukturen geeignet. Top.
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Donnerstag, 13. Oktober 2022
Mir fehlen die Worte, aber
es ist das ... wie in Blut auf den Straßen. Endlich kündet der Morgenthau den frühen Winter im Reich der Mittel.
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Donnerstag, 15. September 2022
Wiesn Almanach 2022
Startklar zu Wiesn geht das CO2 für die Bierherstellung aus - aufgrund der hohen Gaspreise in einer Welt, in der es ansonsten an CO2 nicht zu mangeln scheint. Lieferkette, sag ich da nur, sollen sie es doch absaugen aus der Atmosphäre, die alten Frischbierpanscher.
Für angestammte Noagerltrinker wie uns ist der CO2-Mangel eher förderlich. Dieses für den Noagerlrachen so unangenehme Prickeln, dieses irritierende Gefühl, als hätte jemand Brause ins Bier gemischt. Und dazu die galoppierende Inflation des Preisunterschieds - rund 13 Euro plus Service gegen Gratis minus Service.

Es soll sehr kalt werden, was viel kuscheliges Aufeinander bedeutet. Man sollte die Wiesn alle 9 Monate machen, dass wiesngezeugte Menschen auch auf der Wiesn geboren werden können. Und wegen den Einnahmen, dass die Wiesnwirte und Hoteliers nicht am Hungertuch nagen müssen. Eine Stadt im Wiesnzyklus, wo man doch auch von der fünften Jahreszeit spricht.

Man übernimmt das Bier, um nicht vom Bier übernommen zu werden. Was für die Maoisten der Fisch im Wasser ist, ist für den Münchner der Münchner im Bier. Man muss das Bier neu denken.

Wiesn 2022

Wiesn 2021

* Wiesn, 2021, Servus

* Die Leberkässemmeltragetasche

Wiesn 2020

As Noagerl

Was kostet die Noagerlmass?

Dazu muss man etwas ausholen.
Die reguläre Mass entspringt dem kapitalistischen System der Fülle. Somit kostet sie so viel, wie sie nur irgendwie kosten kann. Das Noagerl, das entgegen allen Aberglauben schon lange vor der Mass existiert hat, kommt aus einer vorkapitalistischen Zeit. Das Noagerl ist das Urbier. Die Noagerlmass kostet somit nichts. Man denkt, das Bier wird zwar stets zum Noagerl, aber das Noagerl nie zum Bier - was ab Erfindung der Noagerlmass nicht mehr richtig ist. Beim Noagerl geht es um Leben und Sterben. So entspricht der Ritus des Noagerlzeltes auf der Wiesn der christlichen Osterzeit. Die Wiederauferstehung des Urbiers, die Rückbesinnung auf vorchristliche, vorkapitalistische Werte, also ganz im Zeichen der Zeit, eine werteorientierte Aussenpolitik des eigenen Magens. Ein Abwerfen des In-sich-Gefangenseins, ein Hinein und Heraus, erst Bier dann Emotionen.

Und wieviel ist nun drin in so einer Noagerlmass?

Das Noagerl kann durchaus über seine geglaubte Größe hinauswachsen. Für einen Hirschen, also ein 200-Liter Fass, sind drei Liter ein Noagerl, während es sich, aus einem Schnapsglas getrunken, um Milliliter handeln kann. Es steht immer in Relation zum Gefäß in dem es dargereicht wird. Die Frage, ob das Glas halb leer oder halb voll ist, beantwortet sich beim Noagerl stets mit mehr als halb leer. Man kann Noagerl nachschenken, wird aber nie ein volles Noagerl erhalten. Das Quartl, wie es meine Oma konsumiert hat, steht dem Noagerl noch am nächsten. Aber die Mass, die schließlich aus vielen Noagerln besteht, ist der natürliche Feind des Noagerls. Und so widerspricht die Wiesn mit ihren Massen in jeder Hinsicht der Idee, die das Noagerlzelt auf diesen Planeten zurückbringen will. Ein Prost wider der Mass.

Ich gehe bei meinen Stammleser davon aus, dass sie wissen, dass maßloses gemeinsames Trinken ein Zeichen des Vertrauens ist, eine Spontaninitiation von Fremden. Diese Gemeinschaftsumtrünke, im hohen Norden auch als Sveitardrykkjur bekannt, bringen geheime Absichten schneller ans Licht als eine banale Befragung. Das beginnt und endet meist eher lustig, kann aber auch, wie Egils Saga zeigt, manchmal schiefgehen. Diesem Ritual steht das auf der Wiesn propagierte Einzeltrinken, nordisch einmenningr, völlig entgegen. Letzteres ist der Invidualverkehr des Alkoholgenusses. Die Mass ist der SUV unter den Gefäßen, die Egoland aufbietet, um möglichst viel Hirnmasse zu vernichten - die ja bekanntlich nicht gesund ist für Konsumenten.
Menschen, die vorhaben, auch noch in 50 Jahren genüsslich ihr Bier zu schlürfen, ohne dass ihnen die Klimaerwärmung das frisch Eingeschenkte in Sekundenschnelle aus dem Glas herausverdunstet, trinken Noagerl. Nur um das mal allen Frischbier-Assos vor den Latz geworfen zu werfen. Bagage, elendige.

* Das leere Glas

Wiesn 2019

* schee wars

* Die Ausstellung

* Bierabstellenangebot oder Wurfzelt

* Verbierung - Volksfestverwirrung in Zeiten der Globalisierung

* Europa kotzt - ein Vorbericht zur Europawahl 2019

Wiesn 2018

* We are the change we need

* Mit der Schbei-Cam unterwegs

* Die erste Bierfotzn

* Noag-Interview 2018 - 1.Teil

* Die Wiesn FAQs - Bauchbuch 1.Teil

* Wiesn FAQs - das Bauchbuch zum Oktoberfest

* Mir ist kotzübel vor lauter Gedanken

Wiesn 2017

* I had a dream - der Bierpreiß beim Noagerlwirt

* Erst der Krieg hat das Bier gebracht - und das Bier den Krieg

* Der Noag - Interview mit einem Pestwirt

* Das Noagerlzelt manifestiert sich

* Dirndl und Bierpreis, Sex und Rausch, C-Stoff und T-Stoff, das Triebgemisch des Nationalsozialismus

Wiesn 2016

* Des Bier des hod da Deifi gseng - Analyse der Bodentruppen 2016

* Die RegenbogenWiesn - Der Masskrug als Zeichen seiner Zeit

* Wiesn 2016 - erste Opfer der Palastrevolte

* Alle Hände für die Allmende - Wiesn 2016

Der Pasinger Komet

Wiesn 2015

* Bierealismus - eine quantenphysikalische Herangehensweise an die Wiesn 2015

* Über das Kotzen hinaus - ein Gastbeitrag von Kalle Bargeld

* Das Bier ist deutlich zu teuer.

* Wiesnsimulator 2016 - Der Pabst muss auf die Wiesn

Die eigentlichen Verursacher der Maßlosigkeit sind die Nichttrinker.

Wiesn 2014

* Das kotzt mich an - der Brezensalzer in Verruf

* Scheiss auf Weihnachtsgeschichten ... Wiesngeschichten, da glaubt noch jeder dran

Wiesn 2013

* Der Biergärtner

Wiesn 2012

* Kotzen, scheißen, pissen - die Über-Wiesn und das Ich

* Bier-Boarding im Haberfeld

* Besoffen? na klar.

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Wiesn, 2022, Servus,
seid gegrüsst, liebe Stammgäste des Noagerlzelts. Es geht wieder los.

Das Zelt steht noch nicht, aber der geistige Aufbau beginnt stets auch mit dem Abbau des Vorherigen. Eine Weisheit, die jeder professionelle Biertrinker aus- und vorwiegend inwendig kennt. Das gleiche gilt fürs Trinken, wie das Ernest Hemingway in den Raging Twenties bemerkte:" The fuller the pitcher the more empty the mind." I war ja dabei!

Erst wenn das Glas sich leert, füllt sich das Bierhirn. Dafür steht nicht nur symbolisch das Noagerl in der Brandung der Gegenwart, ebenso wie für die Überschaubarkeit des Zukünftigen, für die Absehbarkeit dessen, was auf einen zukommt.

Auf unserem diesjärigen Symposion sind Experten geladen, um uns zu zeigen, dass das Noagerl mehr ist als es die Mass je sein könnte.

Wir haben hierzu dieses Jahr so manche Koryphäe geladen, uns kulturhistorisch zu begleiten. In unserem Kreisel begrüßen dürfen wir das Institute for Strategic NOAG Studies, einen weltweit anerkannten Denktank. Einen Denktank wie jedes Bierfaß es auch ist.

Exemplarisch an einer der urbairischesten Familien wollen wir die herausragende Rolle des, nennen wir ihn mal, gordischen Knotens bestehend aus Bier, Baiern und der Familie S. in der Weltgeschichte herausspinnen.

und jetz gäds los
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Montag, 12. September 2022

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Samstag, 16. Juli 2022
Geisterstunde in Schbackenland
Ja, man muss aufpassen, die Worte bedachtsam wählen, keinesfalls sagen, was man vielleicht wirklich denkt. Weil sie auf einen gerichtet sind, die Kanonen scharf gemacht, die Zündhütchen angebracht. Vermintes Gelände.

Als Einführung in die wunderbare Welt der gefährlichen Wahrheit empfehle ich die Vorlesung "The Acheology of Commandment" von Giorgio Agamben. Gefährlich in dem Sinne, dass es sich nicht um eine in sich ruhende Wahrheit handelt, die sich ihrer selbst sicher ist, sondern vielmehr um eine Wahrheit, die beißt, wie ein in die Ecke getriebener Hund.

Ein falsches Z am richtigen Ort, oder ein richtiges am falschen. Selbst am Gloss&Glitter Girl Grill kann man nicht mehr die Titten auf den Tisch werfen ohne Schweißperlen der Angst. In Europa, der Hure, die hin- und hergewaschen zwischen Atlantik und Hinterland wird nun wieder scharf geschossen. Und zwar vorwiegend auf den Nächsten, den Sie nun nicht mehr lieben sollen oder ihm verzeihen, sondern überwachen, denn jede Abweichung ist für die angeblich von außen bedrohte Wertegemeinschaft eine todbringende Angelegenheit.

Gegenderte Wertekanonen in einem Land, das das Trierer Geburtshaus von Karl Marx heute mit einem 1?-Shop beseelt. Geldstrafen, Erzwingungshaft und mehr für jeden der zu stark von der einzigen Wahrheit zu stark abweicht.

Wer will sich wundern, dass die Kirche noch jährlich hunderte von Exorzisten neu bestellt, während sogenannte Corona-Leugner der staatlichen Verfolgung unterliegen. Die freiheitliche, demokratische Grundordnung hat kein Problem mit dem Verleih von Hüpfminaretten für den Freitag vor der Moschee. Für die journalistische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen hingegen darf man sich glücklich schätzen, wenn man mit lebenslänglicher Isolationshaft davonkommt. Wenn man vor der selbstgemachten Katastrophe wie der industriellen Vernichtung durch die Gier steht, ist es nur menschlich, dass man sich lieber mit anderen Dingen beschäftigt, den Ausnahmezustand erklärt (siehe Agamben) und noch schnell absahnt, so noch was abzusahnen ist. Aktuell hinzuzufügen ist, dass sich die NATO durch Ausrufung des Bündnisfalles am 9.September 2011 seither im Kriegszustand befindet. Die Zerstörung des Planeten muss da zwangsläufig hinten anstehen. First things first.

Kill the messenger ... und kauft nicht bei Russen. Irgendwo hab ich das schon mal gehört. Da plumst dann auch mal schnell ein Dostojewski in den Kochtopf der Menschfresser, obwohl dieser eigentlich am liebsten in Baden-Baden am Roulette-Tisch saß und nicht in Russland. Gleichschaltung der Presse und Assange in den Kochtopf. Frieren für den Frieden, aber Klimaerwärmung in den Kochtopf. Individualität gerne im Sinne von Markenturnschuhen, Piercing und zig neuen Geschlechtern etc, aber kritikverdächtige Äußerungen in den Kochtopf.

Für mich, der ich die Einstein-Rosen-Brücke überschritten habe, ist das schwer zu verstehen. Für mich präsentiert sich unsere Wertegemeinschaft als Schwarzes Loch - viel Masse und Nichts dahinter. Zusammenrücken und zusammenschweißen führt im Extremfall eben zu schwarzen Löchern. Wer nicht auf Befehl aus dem Schützengraben in den sicheren Tod springt, ist eine Gefahr für die Wertegemeinschaft. Vielleicht nicht wirklich für die Gemeinschaft als solche, sicher aber für jene, die daraus einen Mehrwert ziehen. Verlieren kann nur der, der etwas zu verlieren hat. Für den Homo Sacer Agambens und die anderen Dinge im Kochtopf ist der Säbelzahntiger vor unserer Wertehöhle keine primäre Gefahrenquelle.

Wie Agamben anführt steht der altgriechische Ausdruck für Anführer, sowohl für den Beginn wie auch für den Befehl und sinnigerweise auch für den Anus. Wen wundert's.
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Mittwoch, 8. Juni 2022
von Mehlmöttchen, Silberfisch und dem Bären
- Der Bericht für eine Akademie


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Frühling, primavera, die erste Wahrheit. Wer hat den Winter überlebt. Unterirdisch, subterran, als Zwiebel oder als Kokon, im höhligen Tiefschlaf oder abgemagert, vom Fleisch gefallen. Ich stehe fett im Saft, im Bratensaft meiner Klimadrüsen. Unter und über mir wuselt bereits die Insektenwelt. Man sieht sich um, wen es so erwischt hat, welches Reich, welchen Stamm, welche Klasse, welche Ordnung, welche Familie und welche Gattung.
Und, oh Erschrecken, da sehe ich mit meinem fahlen Bärenauge, den Homo Hominini nicht immer ganz sapiens, diesen Menschenaffen, diesen Allweltaffen unter den Trockennasenaffen. Mit seinem modernen nackten Körperchen, das aussieht, als wäre es als frühreife Frucht vom Baum gefallen.

Kiefermäuler wie ich, beide aus dem sehr umfangreichem Stamm der vielzelligen Neumünder, aber kein Vergleich. Der Mensch und ich - beide Neumünder, beide mit einem Urmund, der zum Anus wurde. Die von Wahn bessesene Art dieser Gattung, sich als Krone der Schöpfung zu betrachten. Die Überfamilie der Menschenartigen, die von einem greisen Gott mit weissem langen Bart dazu auserwählt wurde, über den Planeten zu herschen.
Warum sind mir keine religiösen Relikte der Steintafeln mit den 10 Gesetzen bekannt. Von Jesu Kreuz jede Menge, von jedem Heiligen ein Knochen, aber kein Brösel von den Steintafeln. Für einen einfachen Bären ist das nicht zu verstehen.

Da achte ich Mehlmöttchen und Silberfische höher. Als diesen Affen, die einzige Untergattung, die es jemals fertiggebracht hat, Waffen herzustellen und sich gegenseitig damit umzubringen. Die Terminator-Rasse. Die Krönung der göttlichen Erschöpfung würde ich als neu erweckter Bär da sagen.

Ich bin der Z-Bär, der sich nach dem vielen Winterschlaf die Zecken aus dem Pelz klopft. You are living to feed your dick, sagt man fälschlicherweise. Der Magen schafft an, sagen andere. Und mein Magen sagt: Kaffee und Kippen - jetzt. Das Jahr 2022 will angepackt werden und schreit nach harten Bandagen.

Ich wackle noch benetzt vom Meer all der Träume, der guten und der schlechten, die mich über den Winter begleitet haben, aus meiner Höhle und gerate unweigerlich und augenblicklich in die Welt des Dreist, eine Dreistigkeit, die dreister nicht sein könnte. Eine Welt von Spam, die einen in Angst und Schrecken versetzen soll. Aufgestaute Falschmeldungen und Katatrophenberichte toujours. Der Schleim trügt: Die wirklichen Monster leben nicht in den Alpträumen und nicht nur im Internet. Die wahren Monster sehen aus wie wir. Sie kleben an uns wie Pestbeulen und offene Wunden. Oder wie das Horn des Nashorns, ohne das das Nashorn vermutlich länger leben würde.

Banken, die einem einzureden versuchen, dass sie keine Zecken sind, die sich vom Blut all jener sattsaugen, die sich auf sie einlassen. Eine Geldwirtschaft, die darin besteht, viel mehr zu verleihen als man hat. Und als Basis aller Dreistigkeit dient der Fortschritt, ein Luftballon, den man aufblasen kann ohne dass er jemals platzen würde. Politiker, die ihre sozialdemokratische Fassade mit der Idee bestreichen, unseren Planeten dafür zu opfern, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben, die im Grunde keiner mehr wollte, wenn er nicht müsste. Sie drohen damit, unseren Planten in jedem Fall zu vernichten, aber man erwartet von uns, dass wir mitarbeiten, und nicht faul in der Restsonne fläzen und dem Fortschritt die lange Nase zu zeigen.

Das hat der liebe Ret Marut schon geschrieben, dass unser Welt-System durch die MARKURVE zerstört wird. Die Markurve und die rätselhafte Utsekunde.
Das sagt der Ziegelbrenner, eine Fachzeitschrift aus einer Zeit als Vieles schon verboten war.

Was ist schon dreist in einem Land, wo man die Räuber fürstlich bezahlt, wo Politiker fürstliche Gehälter einstreichen, um sich auch noch von der Wirtschaft im Nebeneinkommen kaufen zu lassen. Im unteren Klassensegment würden sie als Hospitanten des Großkapitals nicht mal die Fahrkarte bezahlt bekommen. Ein Land, wo sich die lukrativen Pöstchen der Parteienlandschaft ihre Propaganda auch noch mit Rundfunkgebühren vergolden lassen. Ich vermute, dass sie uns, sobald keine Netzhaut mehr von Staatsfernsehen beschädigt wird, mit Reparationszahlungen belasten werden. Aber wer denkt schon an Nachheute in der Überstunde des Jetzt.

Ich bin ein Z-Bär und reagiere gereizt auf Dreistigkeiten. Ich bin ein Kuschelbär, ich bin der Krieg für den Frieden, der den es nicht geben kann. Ich bin der Krieg an der Heimatfront, der Krieg im Hinterhof, der Krieg im Hinterkopf. Ich denke da an den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich. Life is a killer. Das macht sich von selbst vom Acker, diese materialisierte Fehlerliste namens Mensch. Muss man nur sehen, dass es einen nicht mit reinreisst.
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Mittwoch, 30. März 2022
Find und Stör Zender
Die Dinge spielen verrückt. Die Wallstreet "Profis" raten zu Aktienverkäufen, wo man diese doch genau dann kaufen soll, wenn das Blut auf den Straßen fließt. Dem Alphabet entreißt man den letzten Buchstaben, so dass man sich am liebsten in Zettels Traum vergraben würde. Aus dem ehemals korruptestem Staat mit Kolumbien und Brasilien wurde von heute auf morgen ein Heldenstaat und die Träger der Wolfsrune werden von Faschisten attackiert. Warum tilgen wir mit dem Z nicht auch gleich das R, das U und das S? Ich fände das .eitgemäß.

Eine andere Stimme ist nicht zu hören. Ich vpn mich nachts, wenn alle schwarzen und weißen Katzen grau werden, heimlich durch feindliches Territorium. I try to FindSender ... kch kchchch und siehe da: in den USA und selbst in der Ukraine ist es zu hören, das Brummen der oligarchigen Stimmen hinter dem Ural ... kkkch ... Here .. kch spricht kch Prussia TV ... kch ... Nix zu machen. Die StinkmorchelSender müssen verboten bleiben, sonst ... kch kch ... sammeln sich wieder irgendwelche QAnons und Aluhüte, diesmal wegen drohendem Feindbeschuss, zu vermeintlichen Spaziergängen an der Westflanke.

Aluhüte kann sich ja kaum mehr einer leisten, seit man weiß, dass Kabelkanäle einen hohen Weizenanteil besitzen und statt dem CoronaClopapier diesmal das ukrainische Sonnenblumenöl knapp wird. Mit Rettungsdecken umwickeln wir unsere schlotternden Dumpfbacken, um nicht zu viel Körperwärme zu verlieren. Frieren für den Frieden und vielleicht auch wegen dem Klimaschutz - wer weiß das heute noch so genau.

Wir müssen die eigene Dummbevölkerung vor Störsendern schützen. Da lesse ich mich liber gemüdlich durch my heimat und kuschle mich in die Couchecke meiner westlichen Wertefamilie. Ich hör nur Mono, ich hör nur auf einem Ohr.

Allein durch Drängen auf das Minsker Abkommen oder die erbetene Aufnahme Russlands in die NATO hätten wir nie entdeckt, dass wir ausser einer Gorch Fock nicht viel zu bieten hatten auf dem Schlachtfeld. Um richtig zu schlachten brauchen wir mehr Eskalation und mindestens 100 Milliarden. Ohne Auto- und Rüstungsindustrie verkommen wir schlichtwegs zu einem Agrarstaat, den es zu überfallen garnicht mehr lohnt, befürchte ich.

PS: Ein garnicht so kleiner Stern am derzeitig so verdunkelten Firmament der Schädeldecken sind die Tagesbeiträge in Fefes Blog, wo er auf die Aussage von Verteidigungsministerin Lambrecht hinweist- siehe Augsburger Allgemeine - worin die derzeitige Verwirrung perfekt kulminiert, wenn sie das langfristige Abrüstungsziel der Bundesregierung damit begründet, dass die 100 Milliarden keine Aufrüstung der Bundeswehr seien, sondern eine dringend nötige Ausrüstung. Auf, Aus oder Ab. Eben nur ein paar Buchstabendreher - Rüstungszyklen, mit einer Legislaturperiode von 4 Jahren.
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Dienstag, 29. März 2022
Primel Time
Es ist Primel-Time. Fotos muss ich wohl keine liefern, da der Frühling über die Äcker rast wie ein Blitzkrieg. Farbflecke überall, nur hinter dem Ural wächst einzig der schwarze Stinkmorchel - so ich dem Westfernsehen Glauben schenken darf. Die ganze Welt gegen den Stinkmorchel, so eintönige Stimme der Reuters-Multiplikatoren. Ausser in der anderen Hälfte der Menschheit. Die Chinesen würzen ihre Speisen mit dem ekligen Morchel und seltsamerweise der ganze globale Süden - vermutlich weil sie sonst nichts zu fressen haben. Afrika kennt keinen Harzer Käse und keine Sacher Torten. Schade, schade.

Aber da muss man tolerant bleiben. Am besten, man blendet es aus und lächelt darüber hinweg. No borders heisst ja nicht, dass man seine Ansichten und Traditionen mit über die Grenze bringen darf. Unser westlicher Individualismus a la Atlas Society und Ayn Rand ist einfach der beste, das beweist jeder Faktencheck. Und unsere Primel wird hinwegwachsen über die notwendigen Gräber, die für den Endsieg der besten Gutesten nun einfach von Nöten sind. Es heisst ja auch Frühling und nicht Flühling ...
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Dienstag, 8. März 2022
---Pro Panda Gaz---
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Sonntag, 20. Februar 2022
Die Reise ins All-tägliche

oder Warum impfen sich lohnt


Es riecht nach verbrannten Mandeln und Familienstreit. Weihnachten ist durch die Tür bereits wieder hinaus und hat jedem, der es wissen will, gezeigt wie beschissen sein Leben ist. Man bekommt das Gefühl, als wäre ein Großteil der Menschheit damit beschäftigt, einem das Leben auf diesem Planeten so richtig madig zu machen, zu versauen, versalzen, verdrecken, verpfeffern und nochmal einen großen Haufen drauf. Ein Packesel ist vergleichsweise eine Miniaturausgabe, wenn man sich ansieht, mit wieviel Mist sich so ein Mensch beladen lässt. Und noch eins druff.

Diese Jahre wären eine einmalige Gelegenheit gewesen, eine zielgerichtete Volksbildung durchzuführen. Unterricht für alle Bevölkerungsgruppen, die es irgendwie online schaffen. Statistik und Virologie, um nur zwei Hauptfächer zu nennen. Aber hey, es kommt immer anders als man denkt. Astra, Biontech, Moderna ... merkt einer was?

Das moderne Leben wird in den Sternen stehen/stattfinden/weitergehen. Wie Vergil in seiner Aeneis schreibt: "sic itur ad astra" - so reist man zu den Sternen. Es geht um die Umsiedlung. Astra/Biontech/Moderna, das ist die einzig mögliche Trinität, um diese Herkulesaufgabe zu meistern wie Seneca der Jüngere sagt: "non est ad astra mollis e terris via" - von der Erde zu den Sternen gibt es keinen geschmeidigen Weg. Und dann noch eine Dosis Sputnik kurz vor dem Abflug.

In großen Raumschiffen werden sie uns holen. Nach Alpha Centauri oder erstmal raus aus dem Orbit. Ich weiß das aufgrund des Preises für Nussschnaps, der seit Erfindung des Raketentreibstoffes exakt die gleichen Preisschwankungen durchlebt. Und guter Nussschnaps ist derzeit kaum mehr zu haben. Das Tanken hat begonnen. Und das Wort Alltag bekommt einen ganz anderen Sinn.

Wenn ich von beschissenem Leben spreche, meine ich natürlich nicht mich. Ich hab mir im Vorverkauf bereits einen Fensterplatz gebucht, weil ich weiß, dass sich das ziehen kann, auch wenn es nicht unbedingt vom Berliner Flughafen aus losgeht. 40 Lichtjahre sind keine Kurzstrecke. Als Impfpriviligist kann man sich die letzte große Reise schon mal was kosten lassen. Ich war mir eigentlich schon in jungen Jahren bewusst, dass meine Freunde kommen und mich hier rausholen - taxi home, ET. Da ist die Impfung vor Abflug vom Gastplaneten Erde schon sinnig. Sie fragen sich zu Recht, warum da auch Quecksilber und noch so einiges Anderes mit in die Vene muss. Auch das mit den Alu-Hütchen begreift man erst, wenn man sich mit Raumflug beschäftigt und sich wundert, warum die alles mit diesen silber-goldenen Rettungsdecken einkleistern. Weil es auf Proxima Centauri b vom Klima etwas anders ist. Minus 39 Grad Celsius im Schnitt.

Richard Branson und Jeff Bezos haben schon mal vorgefühlt und ich, der sich seit er denken kann mit nusshaltigem Raketentreibstoff ernährt, bald hinterher. Abgeimpft gegen ausserirdische Bedrohungen und vollgetankt ins All. Zielort ist nicht Alpha Centauri und auch nicht Beteigeuze Fünf, dem Herkunfsplaneten von Ford Perfect, auch nicht Kepler-1649 oder 186f, sondern das Trappist-1-System - um genau zu sein Trappist-1e, auf dem ich gleich bei Ankunft mein gewünschtes Traumgewicht erreiche.

Ich darf Sie einladen - denn, sich auf diese Seite zu verirren, scheint mir Eignungstest genug - mit mir die Reise durch das Wurmloch anzutreten, ehe uns die Hybris unserer politischen Führungsklasse über die nukleare Seitenauslinie befördert. Trappist-1, wir kommen.
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