Montag, 11. Januar 2021
Liebe Reichbürger, liebe Mitinhaber von Firmenanteilen der hartenlinie,
um mit Trotzki gleich mal auf den Punkt zu kommen, „Du interessierst Dich vielleicht nicht für den Krieg, aber der Krieg interessiert sich für Dich.“

Den meisten muss man heute keine Extra-Ängste mehr aufbürden. Auch ein Herr Söder fürchtet sich inzwischen vor einer potenziellen Corona-RAF. Andere reagieren bereits beim Gedanken an die Viruserkrankung symptomatisch. Wieder andere verfallen in eine asthmatische Schnappatmung, wenn sie eine Maske sehen. Und gleich in der nächsten dunklen Gasse nach 21 Uhr wartet schon die Agoraphobie, die Platzangst, die Furcht vor weiten Flächen und offenen Plätzen. Vom Lockdown zum „Luck down“.

Angst und Terror, diese Währungseinheiten einer stabilen Herrschaftsordnung sind bereits inflationär vorhanden. Auch das Teilen und Herrschen, ganz nach kolonial-britischem Vorbild, sehen wir in der derzeitigen Form der Polarisierung bereits in Höchstform. Da fehlt nicht viel zur Machtübernahme der hartenlinie. Und diese finanzieren wir über die Luftsteuer.

Rausgehen muss Geld kosten. Je mehr frische Luft, desto teuer. Die CO2-Steuer für den kleinen Mann und die kleine Frau natürlich auch. Neben AirPods Pro gibts nu auch AirTime, gerne auch in der Pro-Packung. AirTime Pro für fett EarthKnete. Sich rauskaufen, wie ne Baloonfahrt. Da weiß man, was man hat, wenns am Wochenende mal zu Onkel Fritz nach Reutlingen geht. Kostet rund hundert für zwei Erwachsene und zwei Kinder, Hin und Rück. Mit AirTime Pro kommt die Packung Extrafreiheit. Ausgangssperre mal verpennt - AirTime Pro. Ein Produkt aus dem Hause Becker.

"Was uns anbetrifft, so haben wir uns nie mit dem wichgespültem Pfaffengerede und vegetarischem Quäkergeschwätz über die Heiligkeit des Menschenlebens beschäftigt. Wir waren Revolutionäre, als wir in der Opposition waren, und wir sind es auch jetzt, wo wir an der Macht sind. Um das Individuum heilig zu machen, muss das gesellschaftliche Regime abgeschafft werden, das dieses Individuum ans Kreuz schlägt. Diese Aufgabe aber kann nur durch Eisen und Blut erfüllt werden." auch Trotzki, der sinnigerweise dann auch mit einer eisernen Axt in Mexiko erschlagen wurde.

Die Idee, der nicht sterbenden Revolution stammt sinnigerweise dann auch aus Mexiko von der dort ansässigen, 71 Jahre regierenden PRI, Partido Revolucionario Institucional, und ihrer institutionalisierten Revolution. Revolution ist nicht schwer zu begreifen. Einfach mal an einen Trommelrevolver gedacht, schon ist das Bild im Kopf. Es bewegt sich, es dreht sich, und am Ende ist alles, vielleicht unter anderem Vorzeichen, auf jeden Fall aber, wie immer, nur mit sechs leeren Kammern und ein paar Toten und Verletzten. Hm, auch doof irgendwie ...

Es wird schwierig und vermutlich stehen uns die schwierigsten Wochen, Monate, Jahre noch bevor. Denn um in diesem Land aus einem schwarzen Loch zu entkommen, muss man schon Deutsche Börse, Lufthansa oder TUI heissen. Dem deutschen Individuum fehlt einfach die nötige ‘escape velocity’, die nötige Entweichgeschwindigkeit. Ihm fehlt schlicht die monströse Kapitolflucht eines Bitcoin. Der Deutsche hinkt, wenn es um die zweite kosmische Geschwindigkeit geht. Ihm entweicht vieles, aber er selbst entweicht seltenst bis nie. Man merkt das schon sehr deutlich, wenn sich zwei deutsche SUVs auf einer Straße begegnen, auf der sie nicht aneinander vorbeikommen. Ein anderes vorzügliches Beispiel ist natürlich die deutsche Kohleindustrie. Ein Steinbruch hat mehr Freiheitsbewußtsein als der deutsche Homo Sapiens und eine wesentlich höhere kinetische Energielage. Ob das an unserer örtlich, genetischen Nähe zum Neandertaler liegt? Ich weiß es nicht. Komm, flieg, kleiner Wellensittich.

Stillstand wiederum, die Weltwirtschaft am Boden, ist in unserem Land, dem das mal ganz gut bekäme, schlimmer angesehen als der Teufel selbst. Ich denke, dem Deutschen ist es am liebsten, wenn sich alles um ihn herum bewegt und er ganz ungezwungen in seinem Fernsehsessel ruht. Vielleicht ist es das Gefühl, dass sich alles nur um ihn, Tanguy, Linus und Julian, bzw um sie, Emilia, Ella, Lina dreht. Ungezwungen muss es sein, das ist wichtig.

Also: Eigentlich klopft die friedliche Revolution gerade an die Türe. Nur leider ist es schon nach 9 und wir sind schon zu fünft. Dann vielleicht halt beim nächsten Osterzyklus in 532 Jahren.

Deutschland ist stabil
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Dienstag, 29. Dezember 2020
Bios pecuniaris
Sie werden sich fragen, was macht die alte Becker so über die Tage. Und Krise und so. Die alte Becker hat da doch sicher was auf Lager, diese alte Raubritterin. Am Schaufelradbagger des Kohletagebergbaus wär die alte Becker der Schaufelzahn. Bei Raubbau und Krise ist doch die Becker immer vorne dabei.

Ja, das stimmt. Aber ich diversifiziere. Also nicht nur alte, demente Insassen von Pflegeheimen nach Strich und Faden abziehen. Da seh ich keine Zukunft. Mein Hauptgeschäft ist die Vermietung von Bio-Garagen. Oder wie ich sage, deine 12 Quadratmeter Beitrag zum Umweltschutz.
Innen mit kindersicherer Farbe zum Sonnenblumenfeld umgestaltet. Idealer Aufbewahrungsort für die gesamte Stahlrossflotte der umweltbewußten Neumenschen. Mit Stromanschluss für E-Lastenbike und das E-Offroad, gespeist aus den Solarpanelen am Garagendach. Muss man etwas zuspeisen, aber mit Ökostrom von Greenpeace. 'Garage de Veloziped' inklusive natürlich Sportkinderwägen und Kindersportwägen. Garagentorgriff aus Bakalit und innen ausgeleuchtet wie ein Filmstudio, mit LED. Gegen Aufschlag auch begrüntes Garagendach. Und fürs gute Gefühl surrt oben noch das ein oder andere Kinderwindrad. Das macht die Becker - zum Bio-Sonderpreis.

Neue Idee: Das Sortierhaus. Wenn sich daheim mal wieder alles ansammelt und keiner mehr durchblickt, geschweige denn ganz hinten im umsponnenen Speicher nachzusehen, ob in der fetten flachen Schachtel nicht doch noch ein Großbildfernseher drin ist. Mieten Sie Space beim Sortierhaus, und zwar nicht nur so ein Kellerabteil, sondern mit Freifläche, so dass man die ganzen Konsumrückstände in Ruhe nochmal durchgehen kann, ehe man sich verabschiedet. Im Grunde vermiete ich also ein Konsumhospiz, wo die ehemaligen Besitzer noch in Ruhe Abschied nehmen können.
Ich denke, der Konsumstau ist nicht durch einen mangelnden Willen zu Mehr als vielmehr dem fehlenden Platz verursacht. Im Grunde sollte ich es mir vom Bundesverband des deutschen Einzelhandels refinanzieren lassen. Wer bei mir einlagert, der tut dies erstmal nur vorübergehend, aber im Grunde ist es ein Abschied, denn der Vakuumeffekt des Konsums befüllt die kurzfristig entstandenen Lücken zuhause viel schneller als dass man etwas von dem Eingelagerten wieder mitnehmen würde.

Und in der Zwischenzeit, so das Sortierhaus nur eine Idee ist, auf der Freifläche einen Christbaumverkauf. Bio-Schneebruch-Fichte aus deutschem Mondholz. Statt Millionen von Tannen völlig sinnfrei abzuholzen, verkaufen wir Bio-Schneebruch, und weil es Fichte ist, zum gleichen Preis. Am Eingang dämmert ein Flokati-Hirtenhund. Dem Christbaumhirten Sepp, der genauso halbtot wie der Hund in seinem Campingstuhl döst, hängen die Holzspäne noch im angeklebten Bart. Papa, schau, ein Bio-Weihnachtsmann. Er spricht nicht, sondern brummelt unverständlich und grimmig. Nur für den zusätzlichen Kauf einiger Zweige und Zapfen gibts auch einen Lächler. Noch ein paar Antik-Holzsterne aus gelben Schalbrettern, 3,50 das Stück, eine Packung Spekulatius mit dem Logo der Deutschen Bank und ein Fläschchen 'Pino Mugo', Latschenkiefernsaft gegen Atemwegserkrankungen, schon ist man Stammgast. Denn bei der Becker wird gelebt, nicht gestorben.

Der Gewinn wird stante pedes in Nußschnaps umgesetzt, denn nur die Dummen haben vergessen, wie schnell Desinfektionsmittel knapp werden kann. So viel zu meiner Wirtschaftsprognose.
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Donnerstag, 24. Dezember 2020
Von Freinachten bis Frohstern
spielen wir die Leidensgeschichte bis zur Wiederauferstehung, dem Tag an dem wir den großen Stein vor dem Höhleneingang beiseite schieben.

Bis dahin in dieser toten Zeit die Fortsetzung von "Der Tod ist eine Endung":


Ich esse E-Food am Rande der Stadt, deren Puls hier nur noch vage zu spüren ist. Appetit und leichter Hunger sind für mich niedrige Beweggründe. Ich warte auf meinen Kollegen - das macht schon mehr Sinn. Leider flackert sie nicht, die Neonbeleuchtung, sondern leuchtet so gleichmäßig, daß kein mystischer Gedanke aufkommen will. Der Tag, der mein Leben um 180 Grad herumreissen wird, scheint wie jeder andere auch.

Ein müder Sommernachtstraum schwingt sich behäbe aus den Federn und wandelt sich ins Alltägliche. Noch keine Schlangen an den Kassen, denn alles, was sich ausbeuten läßt, drängt sich in den Linienbusen und deren Haltestellen. Wo man früher nicht mehr unterscheiden konnte zwischen gehobenem Dienst und den niederen Chargen, wo sich leitende Angestellte und das schlecht besoldete Volk aus den Werkstätten und Fabrikhallen gleichermaßen in Jeans und Jacke kleideten, trägt man heute wieder die Erkennungszeichen seiner Zunft. Maler in Weiß, Gärtner in Grün, Hausmeister in grauen und Mechaniker in schwarzen Cordura-verstärkten Arbeitshosen mit so vielen Taschen wie sich nur irgendwie anbringen lassen. Bessergekleidete fahren erst nach der Arbeiterschaft und den Schülern und zumeist nicht mit Bus oder Bahn, sondern sitzen im täglichen Stau, der unserer Marktwirtschaft mehr Arbeitskraft raubt als alle Grippewellen zusammen. Wenn ich an das Zitat von Karl Marx denke, Sprache entstünde, wie das Bewußtsein, erst aus dem Bedürfnis, der Notdurft des Verkehrs mit anderen Menschen, muss ich sagen, er war ein echter Seher.

Während alles to-go trinkt, esse ich Dinge, deren Namen ich noch nie gehört, und warte seelenruhig auf meine erneute Einberufung nach Jahren des Dahinsiechens, im Glauben zu vergessen, wenn man nur genug Hochprozentiges in sich hineinschüttet. Unabänderliches Schicksaal hält nicht sehr lange, wenn man sich selbst vorzeitig aufgibt. Und mein Kollege wird meinem Schicksaal schließlich den Rest seiner Unabänderlichkeit nehmen. Ich habe und konnte nicht vergessen und brauche keine bandagierte Hoffnung. Ich habe die Taschen voller Zukunft in Form einer SFP9 mit kurzem Abzugs- und Rückstellweg.
Auch von den Springfluten des Schicksaals darf man sich nicht hetzen lassen, sondern treiben wie ein Fisch im Wasser oder eben ein Revolutionär im Volk. Wie ich es gehasst habe, das ewige Durchkauen einer Ideologie. Um wieviel leichter geht einem da die synthetische Alge und das Laborfleisch in diesem E-Food-Imbiß runter, wenn man sich sicher sein darf, nie wieder mit der Mao-Bibel oder Sun Tzu aneinanderzugeraten. Nie wieder Tactical Field Guides oder Room Clearing Procedures, keine Trainingseinheiten oder Indoktrinationen, sonder freies Bewegen auf dem Feld der Möglichkeiten. Kein theater of war and operations, sondern einfach nur der Lebenskampf, live.

Wirklich neu für mich ist die Abwesenheit von Nußschnaps, ohne den ich mich irgendwie nackt fühle. Mein Leben war so durchdrungen davon, er war atomarer Bestandteil all meiner Habseligkeiten. Jetzt steckt mein schnapsdurchwachsener Körper in der Hülle nagelneuer Funktionskleidung. Das Innenfutter meiner Hose knistert bei jeder Bewegung und beim Gehen reibt das Pseudo-Gore-Tex so hörbar, dass man denken könnte, ich wäre eine Grille auf Partnersuche. Die Jacke nicht zu eng wegen der SFP9, Heckler und Koch - buy local, think global. Ich bin so nussschnapsfrei, so trocken, daß man aus den Resten einer im Wüstensand Babyloniens gereiften Mumie mehr Saft herauspressen könnte.
Auf die goldenen Ähren der Vorstadtfelder träufelt bereits erstes Sonnenlicht. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Ich taste nach dem Sicherungshebel meiner Finsterzwille als zwei weniger eilende Herren mit Gesichtern wie Klarsichfolien von der anderen Straßenseite meinen Blick kreuzen. Maria Becker, das klingt nicht wie Margarete oder Sulamith. Das klingt eher wie Erbsensuppe aus dem Dachauer Hinterland. An mir haftet kein Stäubchen Verdacht. Ich hatte nun so viele Jahre in einem Wohnblock verbracht, daß ich mich selbst schon rechteckig fühle. Niemand könnte glauben, daß ich bin, was ich war und wieder werde. Ausser scheinbar meinem ehemaligem Kollegen, der mich hierher bestellt hat.

Kollege ist der falsche Ausdruck für jemanden, mit dem man seine gesamte Berufslaufbahn verbracht hat, mit dem man all den Schweiß und sehr viel Blut anderer geteilt hat. Wir waren Spitzensportler, gemischtes Doppel, in einer Extremsportart, wo man entweder einen der vorderen Plätze belegt oder zwei Meter unter der Erde mit den Würmern sein postmortales Dasein fristet. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich hatte mir das ausgesucht, weil ich am Ende meines Lebens nicht die ausgetragenen Pakete oder verkauften Topfpflanzen zählen, über alte Kantinenwitze lachen oder meinen Rentenbeginn im Wirtshaus um die Ecke feiern wollte. Ich wurde hineingeboren in die Welt der Politik mit anderen Mittel.

Mein Urgroßvater war Wünschelrutengänger in den verhassten Gräben der Westfront. Jede Nacht gruben wir uns ein. 3 oder besser 4 Meter tief, jede Nacht. Und man durfte nie auf Wasser stossen, sonst hieß es, die Nacht im Freien, im Sperrfeuer und im Granatenhagel zu verbringen. Wenigstens ein paar Stunden nachts in einem Erdloch ehe man andertags wieder in den sumpfigen Gräben die faulige Haut im Brackwasser treiben ließ.
Im Grunde waren es seine Abenteuergeschichten und seine Geschichten der Kameradschaft, die meine Vorväter schließlich dazu brachten, auch dieser Art von Kameradschaft nachzueifern. Da reicht kein Flugzeugabsturz in den Anden oder der Ausbruch des Krakatau. Nur ein noch blutigerer Krieg bietet diese Zwangslage, in der sich Wildfremde zu solch grenzenloser Aufopferung hinreissen lassen. Vom Sog des Heldentums erfasste Männer und deren Frauen, die sich wie eine Eva Braun an den Feldmantel eines verkappten Vaters klammern, um Teilhaber der Macht zu werden. Die Väter sind die richtungsweisende Schiene und die Mütter die mitochondriale Lokomotive. Der Weg ist vorgegeben von den Erzählungen und Märchen der Väter. Hingetrieben aber wird man von den Müttern.

Der Zweite Weltkrieg war im Grunde die zweite Halbzeit eines generationsübergreifenden Mythos, der nach dem aufkeimendem Nihilismus der Jahrhundertwende wieder eine Religion schuf, der neue Götter hervorbrachte und mit seinem unerschütterlichem Glauben an Ideologien in der Lage war den Fanatismus des Christentums zu ersetzen. Eine neue Religion, die wieder einherging mit Kolonisierung und Glaubenskriegen. Wie sonst ließe sich erklären, dass sich Menschen hipp hipp hurra ins Gemetzel stürzen für eine Nation, die gerade mal drei Generationen alt ist.
Vor dem Imbiss wird es schlagartig heller. Die Wolkendecke reißt auf, die Historie ab. Der Traum ohne den die Wirklichkeit nicht existieren kann wird neu geboren. Kann man aufstehen ohne gelegen zu sein? Ein Aufstand ohne Grundlage gegen etwas, das es nicht mehr gibt. Der Geistesblitz aus heiterem Himmel, ohne Wettervorwarnung, ohne historischen Bezug. Der Akt ohne Re, ohne Parkmöglichkeit, eine Einbahnstrasse mit Höchstgeschwindigkeit, das Vor ohne Zurück. Eine Knalltüte mit Überraschungseffekt, Phosphor, der zum ersten mal das Wasser gesehen hat, und die Lösung der Elemente. Der Orgasmus von Materie und Antimaterie. Der erste Urknall vor und nach einer Geschichte, in einem Jetzt, das wir bis dahin nie erleben durften. Wir sind der unerklärte Krieg der Gedanken, wir sind das Wilde im Dienste des Geschehenen. Zumindest ich, in meiner Funktionskleidung von der die aufkommenden Skrupel augenblicklich abgleiten.

Der sorgsam gestaffelte Olymp des Dritten Reichs mit einem Postkartenmaler als neuer Zeus. Ein vegetarischer, abstinenter Zeus ohne Hera. Vielleicht wäre es ganz anders gekommen, wenn Geli Raubal am 18. September 1931 nicht vom Blitz ihres Zeus in Form einer Walther vom Kaliber 6,35 mm danierdergestreckt worden wäre. Sie hätte seine erste Hera, zwar nicht Schwester und Gemahlin, so doch Nichte und Gemahlin sein können. Oder auch nicht - wer kann das schon sagen bei einer Generation von Männern, die sich en gros an ihrer Nachkommenschaft vergreift. Er hätte sich das quälende Magenleiden durch intesiven Konsum von Bohnen erspart und vielleicht sogar mal das Oktoberfest besucht. Als Mannschaftskapitän für die zweite Halbzeit der neuen Religion war ein vom Gasangriff kurzzeitig erblindeter böhmischer Gefreiter ohne Mittelschulabschluss wie geschaffen. Ein an den Schlägen des Vaters Herangereifter aus einer Familie von Halbidioten und Irrsinnigen der Linie Schicklgruber, wie einer Aloisia Veit. In diesem historischem Dilemma wirkt ein an die Brust der Mutter getriebener, der in seinen Jugendträumen gescheitert und im Milieu von Männerwohnheimen großgeworden, wie ein aus den Ruinen des ersten Weltkriegs und einer Weltwirtschaftskrise auferstandener Kamerad. Erst der große Krieg Teil 2 konnte für eine krisengeschüttelte Generation schwacher Söhne sinnstiftend wirken. Da reicht es aus, wenn nur ein Teil der Bevölkerung von diesem Eifer gepackt wird, um den Rest mit in den Abgrund zu reissen.
Radikalisiert heißt für mich, dass der Zahn abgestorben ist und nur noch eine Wurzelbehandlung eine Linderung des Schmerzes. Der erste Sonnenstrahl schlägt ein wie ein Blitz ohne Donner durch die matte Scheibe des E-Food-Imbiss.
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Samstag, 19. Dezember 2020
*-: ɐdoɹnǝ ǝssǝns ǝuıǝɯ 'uǝƃɹoɯ uǝʇnƃ
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist ɐdoɹnǝ mit Kind und Kegel. Komm herab von deinem Stier, lass ab vom Tier i-=<*** __. Es ist schon nach Neun, du bleibst jetzt hier, auf ein paar Bier.

😘

Ich komme von einem Kontinent, der nicht mal seine Grenzen kennt. uǝuoıʇɐu sind mir unbekannt, doch uǝzuǝɹƃsǝpuɐl dicht, meine ʇpɐʇsʇɐɯıǝɥ ist umbenannt, herrje, wie mich das ficht. puɐlɥɔsʇnǝp, wir weben dein Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch - wir weben und fangen an zu spinnen! Ich bin kein Wir, ich bin ein Ich. So finde ich gar wunderlich -noch schnell ein Bier - dass du die Tür verrammelst, dass du 🇪🇺 auf einem Schimmelstier vor meiner Tür vergammelst.

uıǝlɐdoɹnǝ, du stummer Fleck, ob all des Leids, das dir Synapsen hat verdrahtet, hol raus den Käs und teil den Speck, den Leberkäs schon angebratet.

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

Erich Kästner

Drum trinket Bier und Wein und Schnaps und schüttet weg die braune Brühe, schüttet sie weg, die Zuckerindustrie, samt Amazon und Lieferando, schüttet sie weg die schwarze Milch der Frühe. Schenkt euch ein Lächeln ohne Maske, scheißt für ein Sekündchen aufs Kommando. Ich kork schon am Fass, doch du hustest mir was.
Den Tod zu töten das wird schwierig, mit Herzverfettung, Fertigpizza, das ewige Leben ist ebenso gierig wie der ewige Fortschritt mit ner Villa in Berlin oder Nizza. Den Danneröder Forst zu opfern, Buchhändler weg, Tante-Emma-Läden raus, stattdessen SUV und Kurzstreckenflüge, nicht nur für mich ein grausiger Graus. Da brauchts schon High-Tech-Medizin und Hirntransplantation, um das zu geniesen, auf Feldern von Ökospritmais zu wandeln statt auf saftigen Wiesen.

Viel hässlicher im Angesicht des Virus ist die häßliche Fratze des Kapitalismus. Im Berufsverkehr dicht gedrängt, im Büro ein Gewusel, abisoliert in der Höhle des HomeOffice und nach Feierabend digital konsumieren. Die Frontschweine beklatschen und Steuernachlässe für die Daheimgebliebenen. Nicht dein Leben ist systemrelevant, sondern deine Arbeitskraft.
Viel tödlicher als der Tod ist nicht zu leben.

...
Wir stehen umschlungen im Fenster, sie sehen uns zu von der Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,
daß der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, daß es Zeit wird.

Es ist Zeit.

Letzte Strophe von Paul Celans 'Corona'
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Dienstag, 8. Dezember 2020
Der Verschwur der Heuchelmörder
Interessant im Rahmen der momentanen Auseinandersetzung mit Gegner der staatlichen Corona-Politik ist die Diskussionskultur auf Eliteebene. Schön zu sehen beim Axel Springer Award 2020 vom 1.Dezember. Die beste Presse der Welt ehrt die besten Männer der Welt, wie letztlich Mark Zuckerberg und Bezos, dem Killer des Einzelhandels. Diesmal sitzt man maskenfrei in einem Raumschiff - ich denke, es handelt sich um mehr als zwei Haushalte - und sieht sich gemeinsam die Zukunft an. Und wenn schon keine Masken, dann ist das mit dem Abstand wohl auch nicht so wichtig. Zumindest Musk muss sich keine Sorgen machen, denn der wurde ja grade erst vor 14 Tagen auf Corona positiv getestet.

Da versteht man sich dann schnell auf vielen Ebenen. So lobt Gesundheitsminister Jens Spahn in seiner Ansprache (seine Maske schiebt er noch schnell in die Jackentasche, weil ist doch irgendwie peinlich 41:30min) den diesjährigen Preisträger und Impfgegner Elon Musk, der den Lockdown als faschistische Maßnahme bezeichnet, als großen Visionär. Also geht doch. So lange die Kassen klingeln bleibt die Meinung frei. Ob Musk oder Mask, zumindest im von Spahn gesprochenen Deutsch-Englisch ist da der Unterschied kaum mehr spürbar. Und er baut Autos und jetzt auch noch in Berlin, also ein echter Kumpel Deutschlands.
Autos bauen und mal schnell einen kiffen ist auch nicht so ein Ding. Hauptsache man ist kein Jugendlicher und möchte dieses Auto dann fahren oder ohne Vorstrafen durchs Leben wandern, Jens, oder? Apropos Gesundheitsministerium und so.

Jens Spann, ein Ikarus unserer Zeit, spahnt seine Flügel sehr weit. Er beweist das ein ums andere mal, unter anderem in seinem Interview zusammen mit Bill Gates, in dem er (2:04min) auch mal den Querdenkern eine Lanze bricht. Quer Denken, neu Denken, schnell Denken, das sind die Herausforderungen unserer Zeit. Flexibel sein. Denn wie schon Bill Gates in seinem berühmt gewordenem Ted Talk seine berühmte Weltrettungsformel CO2=PxSxExC (1:30min) darlegt, braucht es gar keine Pandemie, um die Menschheit zu retten. Schon mit Impfungen, Gesundheitsfürsorge und Abtreibung ließe sich die Menschheit so weit reduzieren, daß dem Rest der CO2-Ausstoß nicht mehr im Magen läge. Vorbildlich kauft sich Bill dann, zum großen Verdruss von Musk, einen Porsche Taycan, obwohl er findet, dass man im Vergleich zu E-Autos in einen Benziner überwältigend viel mehr Energie pro Minute reinbringt. Und scheiß auf das Lithium ... Von 0 auf 100 in unter 3 Sekunden und das hoch bis 260 km/h, mit einer Batterie, die alleine schon 650 Kilo wiegt. Vorbildlich. Mit einer Reichweite von 388 km also ein echtes Stadtauto.

Und wenn man schon mal beim Thema Verschwörung ist: Man kann für unseren Ikarus nur hoffen, dass er der Sonne nicht zu nahe kommt, wie ein österreichischer Finanzminister oder ein Herr Winterkorn. In letzterem Fall kann man nur lernen: Laut Strafprozessordnung kann die Staatsanwaltschaft von der Verfolgung einer Tat absehen, wenn die dafür zu erwartende Strafe gegenüber zu erwartenden Strafen in anderen Verfahren nicht besonders ins Gewicht fallen würde. Eine wirklich interessante Auffassung von Gerechtigkeit. Verschwörer, Schwurgerichte, Vereider, Geschwüre und, was alle schon vergessen haben, der Kampf gegen die Politikverdrossenheit. Mit dem Porsche Taycan in die 4,5-Millionen-Villa von Jens und dann von Solidarität und Verantwortung sprechen. Ja, da fällt dann so manches nicht mehr ins Gewicht. Vom Maskierungsverbot zum Maskenzwang, ist doch wirklich Vegie-Wurst.

Zwengs de Kommentaa no a guada Schluss
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Mittwoch, 2. Dezember 2020
Gib dem Tod eine Chance
Ich möchte den ausdifferenzierten Leserbriefen des Postillons noch ein paar unerwähnte Facts angedeihen lassen. Denn Solidarität, kann das nicht auch heissen, dass man jemandem einfach mal die Daumen drückt?

Das ist natürlich alles ganz ganz schlimm und solidarisch lässt sich bei einem 330 Milliarden-KW-Gesellschaftsspalter nicht mehr viel erreichen oder verhindern, aber (sic!) man muss was sagen, wenn man nicht schweigen möchte. Die Auseinandersetzung mit dem Ableben geht derzeit ja sozusagen viral.

Letzte Woche ist jemand bei uns im Haus an einer Art Nasenbluten gestorben. Sido hätte vielleicht, wenn er nicht von Clans und Rockerbanden in den Hausarrest verbannt wäre, ein schönes Lied vom Reim gebrochen, dass man die Nase eben nicht so voll nehmen soll. So aber muss ich mit literarischen Referenzen wie der Abhandlung Rudolf Steiners über den Christus-Impuls als Überwinder der Materie Vorlieb nehmen. Der Tod wird transzendiert. Das unerträgliche Ende des Körpers wird gewürzt und garniert und mit so viel Vanille-Sauce bestrichen, bis es irgendwie gefressen wird. Das Postmortem wird bebildert mit 99 Jungfrauen, mit Hossiana und einem Erlösungsgedanken. Leben ist Leiden, erst nachher wirds lustig. Die Besten mussten als Märtyrer ihr Leben lassen bis die Menschheit endlich zu begreifen schien, dass erst im Ableben die Seele ihre Bestimmung findet. Der Tod als Chance!

Leider - lag es nun an der überhöhten Kirchensteuer oder am geschmacklosen Leib Christi in Form einer Oblatte - hat diese vordergründig zölibate Gedanken- und Machtformation eine Zerfallsgeschwindigkeit von nicht mehr als 2000 Jahren. Und schon will keiner mehr sterben, geschweige denn sich einem Leben voller Demut unterwerfen.

Der von Rudolf Steiner beschriebene materialistische, körperbehaftete Zyklus scheint sich wiederholen zu wollen. Der Ägypter, so er es sich leisten konnte, hatte bei der Ausbeutung seiner Umwelt und Mitmenschen vorwiegend im Sinne möglichst viel materielles Hab und Gut durch den Kreislauf des Lebens mitzuschleppen. Im Paradies gab es keine 99 Jungfrauen. Man musste sie sich schon mitbringen. Im Zenit des christlichen Urglaubens, verkörpert durch meine Oma, hat sich das schließlich auf das Kleben von Rabbatmarken im Sterbebücherl und das Dogma "des bisserl Sterben" reduziert. Nur beim Sterben will man selten der Erste sein. Jetzt wolllen plötzlich wieder alle ewig Leben. Meine Empfehlung, um Folgendes besser zu verstehen, ist der Film: Wer früher stirbt, ist länger tot.

Letzteres ist nicht wirklich durchdacht. Denn in der Möglichkeit des Ewigen Lebens sitzt der Teufel. Bei einer Lebenserwartung von (Kindersterblickeit mal garnicht mitgerechnet) 50 Jahren, freut man sich mit 55 wie ein Schnitzel. Beim ewigen Leben allerdings - und wie Karl Valentin richtig bemerkt: ewig, des dauert wirklich lang - gibt es zwei gravierende Probleme.

Zum einen ist es das Problem der ewigen Jugend, der sogenannte der Tithonos-Effekt - oder wie von meiner Großmutter verbal artikuliert durch den Satz "Gott hat mich vergessen".

Und sollte es bald möglich sein, uns durch ständigen Organaustausch für immer zu regenerieren, so wird die Angst davor, mal in einer Gletschspalte nicht mehr rechtzeitig gefunden, durch eine Explosion pulverisiert oder unter einem Gesteinbrocken begraben zu werden, ohne die Chance auf Neuzusammensetzung und Wiederbelebung, zur Mutter aller Ängste. Denn wenn einem plötzlich nach 398.789 Jahren der Rest des Ewigen Lebens genommen wird, so ist das, wie Karl Valentin andeutet, wirklich viel.

In Anlehung an den pekuniären Wert des Lebens von heute könnte man sagen: Wer den Tod nicht ehrt, ist des Lebens nicht wert.

Pro-Inside-Fact: Liebe & Frieden dem Stubenzweig :-* Es war nie vergebens und es wird nicht vergessen

Und weil es ja eine Fortsetzung der Leserbriefe sein sollte, hey, der adipöse Kinderartikel: fett geil.
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Sonntag, 29. November 2020
Ein Reichbürger meldet sich zu Wort
Ich persönlich fahre keinen SUV, obwohl ich mich zur Schicht der Reichbürger zähle. Goldene Sonne auf goldenem Grund heißt unser Banner. Ich gehöre zu jenen, die nicht mit Parkplatzsuche kämpfen, sondern ihre Transportmittel im eigenen Garten, oder sagen wir lieber Park, abstellen. Ehrlich gesagt bekomme ich schon Höhenangst, wenn ich an einen solchen City-Panzer nur denke. Ich bewege mich lieber tiefergelegt. So muss ich mich zumindest visuell nicht der gierigen Münder erwehren, die hoch oben aus den Fenstern des öffentlichen Verkehrs starren. Nur weil ich sie verstehe, muss ich mich ihnen ja nicht aussetzen.

Ich hätte mich fast an meinem argentinischem Bio-Steak verschluckt, als die Verlautbarung von einem Aufmarsch der Reichsbürger über den Äther kam. Doch das kleine s macht den Unterschied. Es handelte sich nicht um ein kulturelles Großereignis meiner Klasse, das ich versäumt haben könnte, sondern um Wutbürger. Kein goldener Banner, sondern ein althergebrachtes Fähnchen in den Farben karierter Hemden, wie man sie auf Stammtischen trägt. Es waren Menschen, die im alten Griechenland nicht einmal den Status eines Vollbürgers gehabt hätten.

Im Grunde verhält es sich wie bei der Massentierhaltung. Nicht umsonst beschäftigt sich auch die Bundeswehr mit der Schweinepest, die sich an der Oberlausitz in Granatwerferweite vom polnischen Seuchengeschehen befindet. Für Bio-Schweine in Freilandhaltung sind das keine guten Zeiten. Bewegungsaktiv und wühlfreudig wie sie sind wird der Schutzverordnung nicht anders nachzukommen sein, als sie in Quarantäne zu schicken. Vielleicht findet sich bei einer vorgeschriebenen Stallfläche zwischen einem und einem halben Quadratmeter (weniger Fläche als im Kofferraum meines Spider „Coda Tronca“) noch ein Plätzchen in den Ställen mit 20.000 bis 40.000 Mastschweinen Mecklenburgs. Quarantänefleisch für Quarantänebürger. Du bist, was du ißt.

Wenn man beim Scheißen die Hosen nicht runterläßt, führt das zur Enkopresis, also zum Einkoten. Bei der in westlichen Hochkulturen üblichen Mastzucht ist das Absetzen von Kot an dafür im soziokulturellen Milieu der jeweiligen Person nicht vorgesehenen Orten die logische Konsequenz. Die bundesrepublikanische Käfighaltung mag für Inhaber von großen Käfigen wie mich mit Auslauffläche, Pool und Sauna akzeptabel sein. Auch mein Karibikurlaub über Neujahr ist nicht in Gefahr. Für jene Käfigbewohner aber ohne Garten, Balkon oder ähnlichem wird der Umschluss nach dem Wochenende, wenn sie endlich wieder in den Hafträumen des Arbeitgebers gesellig arbeiten und Eier legen dürfen, zum Highlight der Woche.

Ich muss ehrlich sagen: Wer keine Reichskriegsflagge auf seinen Treppen sehen möchte, sollte sich keinen Reichstag halten. Da darf man sich nicht wundern. Und ähnlich verhält es sich mit der Enkopresis, die bei Massentierhaltung zwangsläufig zu Tage tritt. Du wirst, was du ißt. Deshalb esse ich ja Bio-Rindersteak aus Urwaldhaltung. Das auf- und abgespritze Puten- und Schweinefleisch, das wir an unsere Lohnabhängigenklasse verfüttern, wird keine Soldaten der Arbeit schaffen. Bei diesem Lohngefüge würde ich mir als Lohnabhängiger noch nicht mal den Wecker stellen. Wenn wir sie wochentags nun in Massentransporten mit Mindestabständen von weniger als einer Handbreit zum Arbeitsplatz befördern,

ihnen aber Stadionaufenthalte und jegliche Freizeitmaßnahmen nehmen und verbieten, dann führt das im besten Fall zu einer Art mentaler Enkopresis. In zunehmendem Maße wird es sich, wie im Fall des Sturms auf die Reichstagstreppen, zu einer viel schlimmeren Form des Scheißens steigern, der Peritonitis, dem fäkalen Erbrechen. So bleiben uns die aufmerksamkeitsheischenden Worte eines Attila Hildmann ebensowenig erspart wie der heuchlerische Aufruf zur Solidarität seitens der politischen Klasse, die sich stets einen Tönnies mit auf Auslandsreisen zu nehmen pflegt. Ich fühle mich nicht etwa wie Sophie Scholl, sondern eher wie Hannah Arendt.

Wer schreit denn da nach Solidarität. Doch hoffentlich nicht etwa Dickleibige, Alte und CDU-Wähler, die sich bei Themen wie Dritte Welt, Klimaerwärmung und Konsumeinschränkung bisher äußerst bedeckt hielten. Ich sage immer: Da muss man sich entscheiden. Ein wenig hier und ein wenig da, führt zu wenig. Entweder man entscheidet sich, die Masse der Impflinge gleich noch mit Antibiotika, Beruhigungs- und Abführmitteln niederzuimpfen, im Zuge dessen die Laubbläser im öffentlich Raum mitzuverbieten, die Höchstgeschwindigkeiten an die Steuerklasse zu knüpfen. Oder man läßt es. Aber händeringend nach Solidarität zu schreien, um sie dann mit Verboten zu erzwingen. Ich weiß nicht :-(

Ich freue mich, dass ich bisher noch meinen arschteuren 'Coda Tronca' auf öffentlichen Straßen fahren kann ohne den Gedanken an Carnapping, dass ich keine Befürchtungen haben muss, abends beim Desert einen rachsüchtigen Mob mit Brandfackeln durch meinen Park stürmen zu sehen, wenn mir selbst mein Prepper-Spray nichts mehr helfen wird. Die bundeseigene Art von Solidarität habe ich schon beim Ost-Soli mitbekommen. Sie landet selten bis nie beim Volk, das uns umgibt. I had a dream! last night. Mein Leben war eine Expedition durch den Dschungel der Gefühle. Wir trugen wie Kinski in Fitzgeraldo, bzw seine Sklaven, meinen Alfa Spider durch den Dschungel, als ich plötzlich in eine Gesellschaftsspalte stürzte. Eingezwängt wie ein Mastschwein ohne Grabbeigaben musste ich harren bis ich morgens wieder tot erwachte.

Man kann heutzutage mehr Angst vor der Überwachung und dem Datensammelwahn der Unternehmen haben als vor einem Terroranschlag. Man muss kein Querdenker sein, um die derzeitigen Corona-Maßnahmen als übertrieben und fehlgeleitet zu empfinden. Und man sollte mehr Angst vor dem Ewigen Leben haben als vor dem Sterben!
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Sonntag, 15. November 2020
Guturale Klänge aus dem Enddarm - Industrial Nazi Dark Wave
Wer sich den Klangwelten eines Autobahntunnels hingeben möchte, der lausche den Machenschaften der Martial-Industrial-Bewegung. Eine wirklich gelungene Namensgebung ist die des LabelsSteinklang Industries, denn wer mal kein Geld für die 'Musik'produkte dieser Firme aufbringen kann, wird sich auch bei der akustischen Sensation einer Geröllawine gut aufgehoben fühlen. Ganz große Schöpfungen sind auch Wortgebilde wie 'Denn dein ist das Reich' von der Gruppe Krieger. Oder die Band Arditi, benannt nach den Freischärlern des Gabriele D'Annunzio, einem Schreiberling, der sich vorwiegend dadurch auszeichnete, dass er sich eine beschlagnahmte Villa aneignet, ehe er sie großzügig dem italienischem Volke überschreibt, um sich anschließend vom faschistischem Regime aushalten zu lassen. Die Ausgeburt solcher Geburtskanäle ist nicht schwer zu erraten. Ob Arditi, Hunne oder Highlander, eine Ideologie mit Kreuzen oder Blitzen als Insignien, unförmige Springerstiefel und schwarze Kapuzen, der Rest scheißegal. Und dazu melodielose Nazi-Mucke aus dem Norden.

Der Mono-Sound aus dem rechten Lautsprecher ist repräsentativ für mentale Rechtsausleger, die beim Wort Scholle vorwiegend an tiefgefrorenen Fisch denken, deren Gedankengut aus Ravioli- und Bierdosen geboren. Der Ausdruck Bleichgesichter ist hier wörtlich zu nehmen. Eine Haut so fahl, dass die Pickel wie erhabene Gipfel auf den Gesichtern erflammen. Viele der Schwarzgestalten haben einfach nie den Weg zum Heroin gefunden. Das sollte man ihnen mal nahelegen.
Der Liederreigen über den Rasthof Dachau von Stahlwerk9, der klingt als hätte man sich im elektrischen Stacheldraht verfangen, führt uns vor Augen und zu Ohren, dass einige Teile der Bevölkerung immer noch an einer Unterversorgung mit Neuroleptika leiden. Kahlköpfe, deren Lieder weniger Esprit entfalten als das Gejammer eines Dutzends Großmütter aus dem Gotteslob, Lied 274.
Träumen vom Endsieg ihrer Rasse, bekommen aber schon Neurodermitis, wenn mal drei Minuten der Strom und somit die Mucke ausfällt. Der Endsieg dieser Rasse besteht für mich mehr in der Eröffnung eines Getränkemarkts zu Lebzeiten, und ihr einziger Eroberungszug, wenn sie spät abends mal auf den verlassenen Bänken des Kinderspielplatzes rumlungern.
Man kann sich der Einsamkeit und Verzweiflung des rauhen Nordens, oder sagen wir lieber der todlangweiligen Winternächte Schwedens kaum erwehren, wenn man sich die Fascho-Mucke aus Schweden mal antut. Blut Wolf Schwarz Stahl und möglichst in Runenschrift. Herr, wirf Hirn vom Himmel. Es hat eine gewisse Komik, wenn die potentiellen Insassen von Arbeitslagern beim Gebrüll eines einhodigen Österreichers von Hormonen überschüttet werden. Ad absurdum ad infinitum, denn selbst im ärgsten Winter wird sich bis zum Ende dieser Welt kein Wolf in das von Bierdunst geschwängerte Nazijugendheim in Bitterfeld oder Cattleman City verirren - mit viel Hoffnung vielleicht mal ein Iltis auf Brautsuche. Hier hausen und saufen Menschen, deren Eltern sich beim Fernsehen kennengelernt haben. Hier läuft die Musik, die man von Lebewesen erwartet, die die soziale Kälte mit Leder und Fellen nachisolieren.

Nein, mit Bierdosenzerdrücken wird man kein viertes Reich blonder German*innen schaffen. Diese Kellermusik mag hilfreich sein, um Überstunden bei Trockenbauarbeiten zu überleben. Über die eigene Lebensuntüchtigkeit, wird sie langfristig nicht hinweghelfen. Niemand soll dafür verteufelt werden, dass er seinen Frust herausschreit und sich in schwarzes Leder hüllt. Mit einer massiv zerkratzen Kinder-CD aus der öffentlichen Bücherei entwickelt man mehr Kampfgeist als mit dieser musikalischen Aufarbeitung einer klinischen Depression. Es sind schon zwei Paar Lederstiefel, ob man den Arm zum Gruß hochreißt und dreisilbige Parolen schreit, oder ob man Gelbe Rüben von der Anzucht bis zur Fruchtreife bringt oder sich auch nur die kappute Gürtelschnalle wieder zu reparieren im Stande ist. Das kommt eben dabei raus, wenn man Gehirnmasse unter Schwarzlicht aufzieht.
Im Sinne von Generation X und Babyboomern schlage ich für diesen Auswurf menschlicher Genmasse den Begriff D-Generation vor.
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Dienstag, 10. November 2020
Ich traue B(e)iden nicht
Ich kann die Freude der Welt über den Wahlsieg eines Herrn Biden verstehen. Ich denke, viele Amerikaner, die nun von der Angst getrieben werden, dass ihnen ihr massives Arsenal an semiautomatischen Waffen abgenommen wird, können das nicht. Auch ein Xi Jinping und Herr Putin muß fürchten, dass sich ihre ehemals oppositionellen Oligarchen nicht weiterhin um sie scharen. Mancher Europäer lässt nun die Hoffnung fallen, dass sich aufgrund der maximal unilateralen Haltung der USA eine europäische Einigkeit einstellen könnte. Und andere, die gehofft hatten, dass das blondierte Ego aus den USA endlich den eigenen Wagen an die Wand fährt, werden sich wieder anderen Räuschen zuwenden müssen.

Ich kann die Freude der Mehrheit verstehen, weil es dem menschlischen Naturell entspricht zu denken, wenn der erst mal weg ist, wird alles gut. Und wer weiß, vielleicht wird es großartig.

Vielleicht wird es nicht wie ein Jimmy Carter nach einem Gerald Ford, und seinen "nichtmilitärischen Mitteln, die sowjetische Intervention in Afghanistan zu beenden", sprich die Taliban aufzubauen, vielleicht wird es nicht wie der nichtinhallierende Kiffer und Saxophonist Bill Clinton nach George Bush, der mit seinem Jugolawien-Krieg die Mißachtung des internationalen Rechts die Welt der Invasoren neu definiert und zementiert hat, vielleicht hätte auch seine treue Frau Hillary nach ihrer Friedensmission in Libyen, der Wirkung wir heute noch nachdrücklich betrachten dürfen, als erste weibliche Präsident nie wieder ein Land in die totale Katastrophe gestürzt, und vielleicht war wirklich nur die republikanische Opposition daran schuld, dass Herr Obama weiterhin mit einem Guantanamo leben musste und aus keinem einzigen okupierten Land abziehen konnte. Vielleicht hatte er einfach auch nicht ausreichend Killer-Drohnen oder zu wenig Unterstützung aus Rammstein, dass wir endlich das Übel von diesem Planeten wegblasen hätten können.

Vielleicht ist ein gutes Zeichen, dass Bidens Sohn und sein Bruder sich gutes Geld versprechen von Investitionen in CEFC China Energy. Schließlich hat Trump trotz allen Gezeters stets sein chinesiches Geschäftskonto behalten. Mit der ukrainischen Firma Burisma Holding und seinem drogensüchtigem Sohn Hunter hat das ja auch ganz gut funktioniert, nachdem endlich der doofe Oberstaatsanwalt, der Burisma wegen Schmiergeldern an den Kragen wollte, unter Androhung Bidens, Wirtschaftshilfen nicht auszuzahlen, abserviert wurde. Der Mann kennt sich zumindest aus im Feindesland und beim War on Drugs - der gute Katholik aus einer Arbeiterfamilie (ich muss zugeben, das hab ich dann garnicht mehr recherchiert). Da würde ich mir selbst am liebsten vorher die eigenen Finger brechen, wenn ich schreibe, dass ich die stets grimmige katholische Inquisition immer noch dem ausuferndem evangelikalem Luther-Geschwür mit seinem Pseudo-Lächeln vorziehe.

Die amerikanische Politik lässt sich nicht auf ihren Präsidenten reduzieren, wie ein Firmenlogo eben nicht die Qualität ihrer Produkte repräsentiert. Hätte der Wolf keinen Schafspelz getragen, wäre Rotkäppchen vielleicht glücklich verheiratet gewesen und hätte ein glückliche Nachkommenschaft gezeugt. Wie besser hätte man der Welt vor Augen führen können, was eine unilaterale Welt bedeutet, als mit Trump.

Aber hey, vielleicht ... vielleicht hat das amerikanische Volk auch nur darüber abgestimmt, von welchem Erschießungskommando die restliche Welt eleminiert wird. Vielleicht sind die Demokraten, hinter denen inzwischen alles ausser Fox News steht, nur eine andere Form des amerikanischen Establishments, der Waffenindustrie und des Militärs, dem Trump dummerweise keine neuen Krieg geschenkt hat. Vielleicht ist die Geschichte fortlaufend und militärische Interventionen finden vorwiegend unter demokratischer Präsidentschaft statt (wobei das Bush-Imperium dem Lügen straft). Vielleicht ist der Weltpolizist USA auswärts ähnlich drauf wie die US-Cops zuhause. Vielleicht ist es für uns nach 75 Jahren Kindheit mal Zeit, auf die eigenen Beine zu kommen. Vielleicht ist Nordstream2 garkeine Droge, von der man abhängig wird, sondern einfach eine Möglichkeit. Vielleicht war die gelbe Gefahr seit 2000 Jahren nur für Tibet gefährlich. Fehlt eigentlich nur noch, dass die Briten China Drogenhandel vorwerfen. Bei mir hat sich so ein Aufmerksamkeitsreflex eingestellt, der besonders hellhörig wird, wenn plötzlich in jeder Zeitung dasselbe steht.

Ich persönlich denke: es geht weder um Trump oder um Biden - oder Kamala Harris, die Vielversprechende. Ich denke es geht vielmehr um Geld & friends - um ein psychotisch verseuchtes Urgefühl der Macht, die manchmal nicht mal unilateral, aber immer unilinear. Der Fisch stinkt vom Kopf her! Egal welcher Kopf.
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Donnerstag, 5. November 2020
Im Labyrinth der Paywall- und Cookie-Monster

Die Bettelpresse als Notenpresse

Seit das mit den Cookies und dem Abfischen von Informationen nicht mehr so reibungslos läuft, erschrecke ich manchmal, wenn beim Aufruf einer Internetseite kein "Einstellungsfenster" oder eine "Cookie-Control" sich ins Bild drängt und das Weiterlesen erstmal unmöglich macht.

Ist die Internetverbindung zusammengebrochen? Nein, es gibt noch Seiten, die keine Cookies abrufen, Informationen auf unserem Gerät speichern oder abrufen wollen und unser Leseverhalten an hunderte von Trackern und Datensammlern weiterleiten.
Hat man das dann mal geklärt, indem man entweder allem zustimmt oder sich ablehnend durch ellenlange Bestimmungen geklickt hat, erscheint endlich ... die Paywall, der Abo-Block, die Aufforderung doch bitte Geld dafür zu zahlen, um den großartigen oder vielleicht auch grottenschlechten Artikel lesen zu dürfen.

"Wie glauben, jeder hat das Recht, qualitative, unabhängige und faktische Nachrichten zu lesen ... Die Presse war noch nie so vital. Niemand schreibt uns eine Agenda vor oder 'zensiert unsere Zensoren'. Deshalb können wir Sie täglich mit unabhängigen Nachrichten versorgen."

Leider kann ich das nicht im Geringsten so sehen.
Fangen wir doch mal mit 'vital' an. Vital waren die Blogger, lange bevor 'die unabhängige Presse' die Trefferliste unserer Suchen überflutet hat und das Internet mit Artikeln spamt, die oftmals Wort für Wort identisch sind. Ehe man dreissig Artikel mit gleichem Inhalt aufruft, sollte man sich besser auf ein Zentralorgan wie die 'Pravda - Westausgabe' einigen, statt sich dem lausigen Copy&Paste-Journalismus hinzugeben.

Weiters glaube ich, dass jeder das Recht hat, zu lesen was er will und selbst zu entscheiden, ob er es qualitativ hochwertig findet. Ich finde zum Beispiel die "le monde diplomatique" - ganz im Vergleich zur flachbrüstigen Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung, um nur eine zu nennen - ein gutes Beispiel von hochwertigem Journalismus, weshalb ich da auch bereit bin die Printausgabe zu abonnieren - obwohl sie (von drei aktuellesten Ausgaben abgesehen) ältere Artikel komplett ohne 'Paywall' oder 'Cookie-Spy-Control' ins Netz zu stellen. Und jeden Artikel kann man sich dann auch noch vorlesen lassen.

Wer mal was tiefgründiges zu Nagorno-Karabah lesen will, dem empfehle ich The Saker. (Auch interessant, obwohl etwas parteiisch: Azerbayjan Today) Hintergründiges zu den USA beim Moon of Alabama. Und wem es nichts ausmacht, dass Information einfach mal Schwarz-auf-Weiß ohne Bilder in reinem HTML rübergebracht wird, der ist bei Fefes Blog gut aufgehoben. Alles immer ohne Paywall oder Cookie-Scheiß.

Aber einfach von den zwei, drei großen Presseagenturen wie Associated Press abkupfern, um schließlich die Nutzerinformationen weiterzuverschachern und schließlich noch um Geld zu betteln, dass Leute die Nachrichten lesen dürfen, die man selbst für die einzige Wahrheit hält, das ist untereste Schublade.

Ich muss sie garnicht aufklicken, die deutsche Presselandschaft von heute, um zu wissen, was drinsteht: Für den Guten Biden wird es knapp, der Anschlag von Wien war feig, die Chinesen sind fies und das Wetter so lala.

Wenn für Nachrichten heute noch gezahlt wird, dann durch Erpressung wie die Gebühren für das öffentlich-rechtliche Staatsfernsehen, durch die eingeblendete Werbung oder durch jene, die wollen, dass diese Nachrichten verbreitet werden oder jene Informationen zurückgehalten werden.
Aber für Artikel, die uns erklären wollen, dass China unsere Turnschuh-Industrie klaut oder die Russen mit Militärausgaben von 446$ pro Kopf pro Jahr an der Ostgrenze lauern (USA 2200$, Frankreich 766$, BRD 587$), der sollte eigentlich Geld dafür zahlen, dass er solche Nachrichten verbreiten darf.

Ganz ohne doppeltes Abkassieren, ohne Associated Press und das ganze PiPaPo, sondern einfach mal Nachrichten aus einer anderen Welt von der Yemen News Agency, aus dem Iran von Tasmin News Agency, sogar auf deutsch die Beijing Rundschau, aus Libyen der Libya Herald. Als Geschenkidee für Weihnachten der wunderschöne Maßkrug aus dem Online Shop der Afghan Online Press und real wild news aus einem Land, das ohne Bürgerkrieg oder Ebola keine Nachrichten wert, wo aber Leute den Diebstahl von Ziegen noch mit dem Leben bezahlen.

Irgendwie gehts also auch ohne. Man muss nur wollen. So einfach wie bei Chinaprodukten wie Nike-Schuhen und Märklin-Eisenbahnen, die dann nur noch ihr Label draufklatschen, geht es bei Presseprodukten aber nicht mehr.

SZ, TZ, BZ, Tagesschau und mit dem Zweiten sieht man besser, oder man wird blind, taub und stumm. Der Begriff 'Lügenpresse' verdeckt den eigentlichen Zustand. Ich nenne diese Art von Journalie Bettelpresse.
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Dienstag, 3. November 2020
Deep Fake oder die Qual der Wahl
Zizeken - sometimes doing nothing is the most violent thing to do.

Im ehemaligen Lande Winitous wird gewählt. 1, 2 oder 3… Du musst Dich entscheiden, 3 Felder sind frei … - das war natürlich die Quizshow für Kinder. Für die Erwachsenen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind es nur zwei Wahlmöglichkeiten, mit dem gleichen Ziel: America first! Denn nur der Eindimensionale, kann unilateral denken (siehe flat-brain theory). Aber first was?

Eine blonde Perücke mit einer Hautfarbe, die eher auf Gelbfieber als auf eine Rasse hindeutet? Den Golden Dump, der die Welt in einem Maße mit Sanktionen überzieht, daß der Opposition im Feindesland Russland und China nichts anderes bleibt als sich um Putin und Xi zu scharen. Einer, der bellt, aber dennoch nur mit seinem Schwanz wedelt? Einer, der Mexiko mit einem antifaschistischem Schutzwall beschenkt, und Nordkorea mit der Mutter aller Bomben droht, nachdem es beim ersten Mal im Bett nicht so geklappt hat?

Oder den küssenden Hüftgrapscher, Kinderhaarfetischsten und Fabulierer? Ist das die Alternative? Den Return of the Blob? Das lächelnde Gesicht einer Rotte von Kriegstreibern. Einem Menschenschlag, der, übrigens genau wie Trump Dump, China wieder an die Werkbank der Multinationalen zurückprügeln möchte, aber nicht darauf verzichten möchte, zumindest persönlich lukrative Geschäfte mit der gelben Gefahr zu machen.

Pest mit einer Letalitätsrate von 60% oder Cholera bei eine Rate von 20-70%? Was für eine Welt, in der man sich freut, an der Cholera erkrankt zu sein und denkt, jetzt würde alles besser. Wer wünschte sich da nicht lieber Corona zu Weihnachten.

Wählen und sich anschließend die sündige Hand vom Leibe trennen? Oder lieber die belgische Methode "Sans Etat"? Vielleicht auch nicht die beste Idee für ein Land mit dieser dieser Nuklearsprengkraft.

The war on Terror ist für die USA im Grunde schon die Negation des eigenen Ich. Vielleicht ein begrenztes Abfackeln ganz nach dem Vorbild der momentanen kalifornischen Selbstverbrennung? Schließlich ist der leuchtende Stern der Freiheit auch erst aus einem Bürgerkrieg heraus entstanden.
Das macht einen ganz wirr.

Im Grunde bleibt nur, den Krankheitserreger noch vor den ersten Wahlergebnissen zu isolieren und - ich kann mich da nur noch mal wiederholen - !zizeken! Und zwar beide Eier. Ich glaube, da ist keiner besser geeignet als die Perücke ;-(
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Samstag, 5. September 2020
Täter oben, Täter unten. Jene, die die Fahne tragen, sind selten die, die sich die Sache hinter der Flagge ausdenken. Dazu die Befragung im Auschwitz-Prozess 1965 des SS-Unterscharführers Oswald Kaduk, die äußerst "tief" blicken läßt. „Wenn ich an Herrn Staatssekretär Globke denke, frage ich mich, warum wird mit zweifachem Maß gemessen." Hans Josef Maria Globke, der rechten Hand Konrad Adenauers. Wo sitzen denn nu die neuen rechten Hände?

(Dazu auch interessant Gaby Webers neueste Doku "Ewig Geheim - Kollateralbelastung Demokratie" ;)
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Donnerstag, 3. September 2020
Ein Zustand ist das
schon lange nicht mehr. Es ist eine Zumutung. Wer ist nur zuständig für diese Zumutung?

Reichskriegsflaggen auf den Stufen des Reichstags. Nowitschok, das tödlichste Nervengift, das bisher noch niemanden ausser seinen Erfinder umgebracht hat. Ein historischer Wirtschaftseinbruch von altmeierschen 5,8 Prozent.
Ich sage immer, eine Zivilgesellschaft ist grad mal so gut wie ihre öffentlichen Toiletten. Die Zeit wird wie die Telefonzellen, Briefkästen und öffentlichen Toiletten immer weniger, der Ton immer schärfer und das Geld immer mehr - Letzteres leider für immer weniger.

Ich aber darf mich zu den Krisengewinnern zählen. Ich bestreite meinen Lebensunterhalt, indem ich meine ältere Schwägerin bis zu ihrem Lebensende vögle. Ich lebe sozusagen von der Rente meines Schwagers Peter, von all seinen monatlichen Rentenbeiträgen, für die er so hart im Betonwerk geschuftet hat. Ich lebe somit, Frau und Erbe zusammengenommen, vom Lebenswerk meines Schwagers. So falsch kann das nicht sein, denn auf die Art und Weise habe ich zumindest schon mal ihn und seine Zementlunge überlebt. Und es würdigt die Schaffenskraft meines Schwagers nachträglich. Es bauen auch die wenigsten ein Haus, dass dann niemand darin lebt.

Mit all der wenigen Zeit, von der ich als Sekundärerbe nun allzuviel habe, fische ich mir ab und an billige Bücher aus den Gratisbibliotheken der wenigen verbliebenen öffentlichen Plätze. Und da fiel mir "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" von Thomas Kuhn in die Hände. Nun ist es keine große Wissenschaft, die momentanen Umbrüche zu erfühlen. Das Haager Kriegsrecht hat sich in seinem Heimatort verschanzt, weil es anderswo schon lange gemeuchelt und zerbombt worden wäre. Afroamerikaner wollen neuerdings nicht mehr erschossen werden. Viele 'Abhängte' - hätten sie doch nur einen Schwager wie den meinen gehabt, wäre das nicht passiert - entdecken nach einer geisterhaften Bildungsattacke eine Verfassungsleere, die wie ein schwarzes Loch in der Mitte unserer bundesdeutschen Seele schlummert. Und weil Aufklärung in Zeiten wie diesen eben irgendwie fad und unverkäuflich wird, versteift sich die Presse mehr und mehr auf ihr materielles Kerngeschäft, die Information, die sie in Form von Kundendaten und -verhalten dann an Gott und die zahlende Welt verscherbelt.

Und als hätte man es herbeigetet, bietet plötzlich ein dahergelaufenes Virus die Möglichkeit zum Paradigmenwechsel. Wer das nicht nützt, dem hilft aus kein früher Tod eines Schwagers aus dem Betonwerk. Massenentlassungen, die die altmeierschen 5,8 Prozent wie vier Stellen hinter dem Komma wirken lassen. Überwachungsapps und Listen über Restaurantbesuche schnappen da dem Bundestrojaner die besten Plätze weg. Erst der Krieg gegen die Drogen, dann gegen den Terror und jetzt gegen das Virus. Ein Krieg für den Frieden wird das nicht werden.

Da kann ich nur hoffen, dass mein Schwager Peter auf dem Fels seines Hauses auch ähnlich viel Zement verwendet hat wie für seine Lunge.
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Sonntag, 23. August 2020
Das Kapital schlägt durch
Diesmal auf den Bereich der Legislative.

Ein Interview mit dem Politkwissenschaftler Ulf Mauser über die Umwälzungen auf dem Politikmarkt.

Es war nicht anders zu erwarten. Früher oder später würden die Sparmaßnahmen auch in der Politik Einzug halten. Dass auch der Bürger als Privataktionär des Staates sein Stimmrecht einklagen würde, wurde von vielen Experten bereits lange erwartet.

"Wer zahlt, schafft an," fasst es Polikwissenschaftler Ulf Mauser zusammen. "Der unwesentliche Beitrag zum Einkommen von Politikern durch Kickbacks, Bargeldzahlungen und die Versprechen von Posten im Vorstand nimmt sich neben den Steuerabgaben im Grunde winzig aus. Seit nun auch Unternehmen vor dem Gesetz nicht mehr als natürliche Personen erachtet werden, hat das Stimmgewicht der Bürger erheblich zugenommen."

Dass die Wirtschaft zusammenbricht, wie ursprünglich von Medien und Betroffenen prophezeit, hat nicht stattgefunden. "Solange es gute Ideen gibt, wird sich der Markt immer wieder füllen. Für Leute, die sich auf Kosten anderer Fantasiegehälter zahlen oder durch Marktspekulation und - manipulation Millionen einstreichen, ist es natürlich mehr als unangenehm geworden. Dem Markt aber macht das nicht nur nichts aus, es belebt ihn vielmehr," so Mauser.

"Die versprochenen blühenden Landschaften kamen mit etwas Verspätung, doch seitdem die Beschäftigten Anteilseigner ihrer Unternehmen geworden sind, ist sich die Wirtschaft hierzulande aus einer billigen, muffigen Kaschemme zu einer geselligen Volkswirtschaft gemausert," witzelt Mauser und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Ein konsequentes Nebenprodukt dieser Entwicklung sind die neuen Arbeits- und Werkverträge auf dem Feld der Politik. Probezeit und Zeitverträge, sowie die Auflösung des herkömmlichen Parteienfilzes und seiner nicht mehr zu übersehenden Verschmelzung mit Konzernmultis und Großkapital waren mehr als überfällig. "Im Spätkapitalismus bekam man ja auch keine Arbeitsstelle nur weil man bei der Gewerkschaft war."

"Dass wir heute Experten, Minister und Abgeordnete aus aller Welt einkaufen, hat nicht nur den Vorteil, dass man sie morgen wieder heimschickt, wenn sie sich wie schlechte Hausbedienstete aus der Speisekammer oder dem Geräteschuppen bedienen als wäre es ihr eigener. Ich frage mich, wie wir nur so lange die Steuergelder Leuten in die Tasche schieben konnten, die nicht für ihren Geldgeber, den Bürger, sondern für ein Clique von dunklen Hintermännern und sich selbst gearbeitet haben. Abgeordnetenrente mit 45, einen Vorstandsposten und ein dickes Sümmchen bei einer Stiftung in Lichtenstein. Wie soll man das jemandem erzählen, der 39 Stunden lang für weniger als 1500,-€ die Drecksarbeit erledigt."

" Es wäre auch nicht klug, das Lohnniveau unserer Volksvertreter auf Niedriglohn abzusenken. Gute Professoren und Spezialisten aus Wirtschaft und Wissenschaft bekommt man schließlich nicht für nen Appel und ein Ei. Dafür schreiben wir Posten für Staatssekretäre und andere Staatslenker auch nicht mehr für Profipolitiker aus, die nichts anderes gelernt haben als Mehrheiten für ihre nächste Wiederwahl zu bilden. Es schadet nicht, wenn Verkehrsminister mal in einem Verkehrsbetrieb gearbeitet haben oder Wirtschaftsminister aus dem Handwerk kommen. Die Antwort darauf, warum wir ehemals so viele Juristen in Amt und Würde hatten, das überlasse ich Ihrer Fantasie. Ich möchte da nur auf das endlich überkommene Rechtsverständnis der Politikerzunft aus jenen schmierigen Zeiten verweisen, wo Steueroasen noch mit Brunnenwasser der Industrienationen am Leben erhalten wurden. Es war ja nicht die Bank der Bahamas, sondern unsere eigenen Groß- und Staatsbanken, die den Kapitalabfluss gesteuert haben. Und die saßen bekanntlich ja an stabilen Orten wie Guernsey, Delaware oder den Niederlanden.
Ich stimme Herrn Adorno nicht zu, wenn er sagt: Mundus vult decipi - die Welt will betrogen sein. Das mag für Krebskranke stimmen, nicht aber für unser Gesellschaftssystem. Ich denke, der Mensch ist reif für die Aufklärung. Und das schon seit 1633."
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