Montag, 2. Mai 2011
Die hartelinie fordert: Tötet den öffentlichen Verkehr
... geht zu Fuß.

Der Anschlag wurde angekündigt und nicht verhindert. Der Anschlag wird, meines Wissens, täglich durchgeführt - sozusagen eine planmäßige Anschlagsserie. Also eigentlich das einzig Planmäßige beim MünchnerVerkehrsVerbund. Beim heutigen Anschlag handelt es sich um eine Oberleitungsstörung. So munkeln zumindest die Lautsprecher. Das einzige Medium über das der Staat mit uns noch kommuniziert.

Und dahinter verstecken sich ... die Sauberer. Sie mischen nicht nur in der Giftküche kräftig mit, sondern auch beim öffentlichen Verkehr. Sie machen alles neu.

So neu, daß es noch garnicht da ist, so technisch, daß es nicht funktioniert. Glänzende S-Bahnen, die nicht kommmen und wenn auf dem Herbstlaub rutschen wie eine fette Wurst auf dem Grill, Zugstandsanzeiger, die, wenn sie mal funktionieren, eigentlich mehr die Theorie reflektieren als die grauenerregende Realität. Warum haben die zivilisierten Gesellschaften den Fahrplan erfunden? Um auf ihn zu scheißen! Der Zugstandsanzeiger ist dann nochmal die Ironie digitalisiert, als ob er sagen wollte: "Laß dich nicht so gehen. Bleib nicht gelassen. Schau doch nochmal auf den Plan. Sie müsste wirklich schon da sein. Und du solltest dich wirklich grün und blau ärgern." Da steckt in jeder westafrikanischen Verkehrsart mehr Moral und Anstand.
Ich kann mir das nicht erklären. Das Peter-Prinzip alleine kann es nicht sein, denn das praktizieren alle. Doch das Recht, die Leistungserfüllung nach Bezahlung zu verweigern, steht den Verkehrsgesellschaften alleine zu. Hinter der Führungsebene des öffentlichen Verkehrs hierzulande stecken, so vermute ich, Subunternehmer des ADAC, die sich die Al-Quaida dienlich machen. Sie drohen mit dem Araber und schneiden dann selbst die Kabel durch. Oberleitungsstörung als Mittel und Zweck, um den umwelt- und geldbeutelbewußten Burger wieder auf den Asphalt bringen. Sie zwingen mit betriebswirtschaftlichen Denksportarten den öffentlichen Verkehr in die Knie. Die Fahrgemeinschaft ist Gift für den Individualverkehr. Sie vermuten hinter "Zurückbleiben bitte" eine freundliche Sorge? Sagen will es uns:
"Schalten Sie Ihr Gehirn aus und treten Sie nicht ein. Werther Zurückgebliebener, kaufen sie das JahresAboTicket, aber fahren Sie täglich mit dem Auto, denn nur so können wir den öffentlichen Verkehr erhalten. Und das wollen Sie doch? Findet der Autoverkehr nicht auch in aller Öffentlichkeit statt? Und dann ist es gut, wenn man mal einen Platten hat und die S-Bahn braucht." Fahrkartenkontrolle? Da hab ich beim nächsten mal dann auch Betriebsstörung und die Karte kommt erst in zehn Minuten. Sonst kommt Personenschaden.



Der Sprengstoff liegt schon begraben im Gleisbett ... aus dem zweiten Weltkrieg. Warum laßt ihr nicht mal die Araber ran und macht immer alles alleine, auf diese miese subtile deutsche Art und Weise. Laßt sie doch mal hochgehen, die gottverschissene S-Bahn ... kurz vor Aubing. Die Presse gruppiert sich vor der Aubinger Lohe, weite gelbleuchtende Rapsfelder im Vordergrund und die gesamte rotglühende Alpenkette im Hintergrund und dazwischen ... der explodierende Langzug der S4 in Mischtönen aus Gelb und Rot.



In den Zwischenräumen, verbranntes Grün - das setzt auch politisch Zeichen. Ich stelle mich persönlich als Kollateralschaden zur Verfügung, anstatt eingezwängt zwischen Menschenmassen in einer stehenden S-Bahn, die Fenster verklebt mit Werbebannern an Herzverfettung und Bluthochdruck mein jähes Ende finde. (Karl-Heinz Stockhausen würde da vermutlich auch mitmachen.)

Gebt uns endlich ein Bild zum Gefühl. Der Terror ist schon länger in unseren Herzen.

Ich hol mir jetzt den Automaten für die Stempelkarte nachhause und geh zu Fuß in die Arbeit, nicht mehr eingezwängt zwischen Staats- und Terrorismus, und krieche abends strunzbesoffen aus dem Biergarten nachhause. Prost Mahlzeit.
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