Donnerstag, 30. April 2020
Auf den roten Freitag ein blauer Montag
Diese Worte danken allen, die mal das Fließband durch kleine Sabotagen zum Stillstand und mich zum Nachdenken brachten. Sie danken allen, die mich gedeckt haben, mal auf Arbeitszeit was zu Papier zu bringen, oder zeitweise besoffen im Schrank zu liegen.

Ich sehe seit Wochen nur noch "1.Mai", den Weihnachtstag der Arbeiter, der dieses Jahr glücklicherweise auf einen Freitag fällt. Und plötztlich höre ich den Schlachruf der arbeitenden Bevölkerung aus allen Ecken hallen: Kurzarbeit.
Ich denke natürlich erstmal an die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, die mir seit den 90er Jahren immer noch in den Ohren klingelt. Das ist eben meine Art Tinitus.
Schon erschallt es "19,5 Stunden" und ich denk mir ich träume.
Wer hätte das gedacht. Aus der Krise geboren wird der ursprüngliche Gedanke der Sozialdemokratie plötzlich Wirklichkeit. Und das, obwohl der Sozialfaschismus immer noch nicht zu Grabe getragen wurde.

Wie kann das Großkapital nur so etwas erlauben. In all der freien Zeit kommt der Arbeiter ja bekanntlich stets auf dumme Gedanken. Im Moment kann man sein Aufbegehren nicht einmal mit Konsummüll zuschütten. Selbst Billigarbeiter aus EU-Randzonen oder 1-€-Ländern sind derzeit absolute Mangelware.
Wenn es nun nicht das Demonstrationsverbot und die Maulkorbverordnung gäbe. Und der verordnete Aufruf zur Solidarität, die im Grunde keiner wirklich versteht, wenn er mal darüber nachdenken sollte. Denn Solidarität kann man auch gegenüber Grünflächen oder Fischreihern, Schulheften und Politikern empfinden. Solidarität als Singularität hat erstmal wenig Aussage. Wie ein bayrischer Philosoph mal gesagt hat: Kann Solidarität nicht auch heissen, dass man jemandem einfach mal die Daumen drückt.

Wenn ich die pathetischen Worte der Bundesmutti oder die des pseudo-ergrünten CSU-Politikers höre, muss ich immer gleich weinen. Nicht wegen dem Inhalt, der so aussagekräftig ist, wie die ersten dreissig Absätze der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sondern wegen der Melodie. Säuselnd mit leichten Sprachfehlern und dialektisch bis zur Unverständlichkeit wird der Begriff der nationalen Solidargemeinschaft herausgemeisselt aus einer Geisterbahnfigur namens Kaputalismus.

Unsere Betriebsklimaschützer versuchen uns einen Heil- und später auch Kostenplan aufzuschwatzen, der uns nicht nur vom Virus früher, auf jeden Fall aber später als China, oder noch viel später befreien wird, sondern gleichzeitg von unseren Klima- und vielleicht sogar Rentenproblemen. Ein neuer Rettungsschirm - diesmal für alle - aber eben auch jene, die sich seit der Wirtschaftskrise 2008 mit Müh, Not und viel Lüge durchgeschwindelt hatten. Der Markt heilt vielleicht so einiges. Auf keinen Fall heilt er den Markt. Und genau hier wird der Kostenplan dann auf den Tisch gepfeffert.

Geld wird geboren und es versickert in Kanälen. Es wird gedruckt und eingestampft, verbrannt, zerschnitten. Es flackert kurz auf als digitale Ziffer, rot und grün, weiß auf schwarz. Erst ist es nicht da und dann schon weg, meistens am Monatsanfang, oft aber auch schon am Montagmorgen. Es ist immer gut, über zu wenig Geld zu schreiben, weil das alle nachempfinden können, reich wie arm. Und es ist ein dankbares Wort, weil es dank seiner Aussagekraft und Implikationen kein Synonym benötigt. Aber im Grunde ist es nur eine Idee. Und vielleicht eine schlechte.

Was wir jetzt dringender bräuchten als eine CoVid-Impfung und die Refinanzierung der Krise wären mündige Bürger, Volksvertreter, die das Volk und nicht Steuerflüchtige vertreten, mehr Freizeit als Konsum, ein lautstarker Abschied vom Fortschrittsgedanken des ewigen Wachstums, eine Volkswirtschaft, die nicht auf einem Pyramidensystem beruht und eher an das Oktoberfest erinnert als an nüchterne Zukunftsplanung. Wir bräuchten eine Aussenpolitik, die sich einer Wertegemeinschaft ziemt und nicht von den wenigen Arbeitsplätzen der Rüstungsindustrie dominiert wird. Ein Europa der Regionen und nicht eines rückbesinnenden Nationalismus.

Dann gings vielleicht auch mit einem Bruchteil dessen, was wir zu brauchen glauben, ganz gut weiter.
Ich finde, man könnte, man sollte, man müsste auf den 1.Mai gleich noch einen blauen Montag folgen lassen. Das wäre endlich mal richtungsweisend.
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Dienstag, 17. März 2020
Plan C
Ich wollte mich eigentlich nicht zur akuten Virenlast des Landes äußern - aber jetzt geht mir die Hutschnur über. So sehr ich der sozialistischen Planwirtschaft anhänge, muss ich zugeben: das Notstandsprogramm hätte privatisiert nicht schlechter laufen können. Und weil manche italienischen Ärzte von einem Kriegszustand sprechen - vielleicht sollte man Privatisierung auch bei der Bundeswehr mal durchdenken.

Pest, Ebola, Marburg, spanische Grippe, aber kaum kommt ein SARS-Ableger mal rübermigriert, ganz ohne Einreiseerlaubnis, hat keiner einen Plan. Von einem europäischem Plan mal abgesehen auch keinen nationalen. Seuchenbekämpfung scheint regionalisiert worden zu sein.
Ich vermute, dass die Meinungsumfragen noch nicht abgeschlossen sind. Da traut man sich lieber nichts zu entscheiden, sondern verhält sich wie beim Giro di Italia. Abwartend, zögernd, lauernd. Die Entscheidungen passt man der Situation an. Die Ämter schließt man dann schon mal heimlich und gibt möglichst wenig Info raus. Hände waschen und keine Nachbarn treffen. Die Neue Solidarität. Na, dann viel Glück.

Mir solls recht sein, ich bin nicht die Risikogruppe. Bei einer Triage werde ich nicht in die blaue oder schwarze Gruppe reinrutschen. Die Rente wird sicherer, die Krankenkassen, nach einer kurzen Belastungsprobe deutlich entlastet. Selbst der Wohnungsmarkt wird bei einer kompletten Durchseuchung wieder bezahlbarer. Für alle Neueinsteiger bei Aktien, Rohstoffen und Kryptowährungen könnte es nicht besser laufen. Für die "Volksparteien", die sich mit der willkommenen Unsicherheitslage diesmal noch gut über die Runden retten konnten, wird es weniger schön, wenn ihnen die greisen Stammwähler absterben. Aber insgesamt könnte man von einer Chemotherapie des Volkskörpers sprechen.

Die Überwacher werden mehr Überwachung bekommen und mit der Wirtschaftshilfe, die den Virus ersticken soll, wird auch die Wirtschaft erfrischt und kräftig wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Und mit ihr auch die entsprechende Gesinnung: keiner schüttelt sich mehr die Hände in der zunehmenden Ellbogengesellschaft. Warum die Busfahrer mit sporadischen rot-weißen Bänder abtrennen, wo wir gerade in die Ära des panzergläsernen Menschen eintreten

Für die nächste Bioattacke wird man wieder keinen Plan in der Schublade finden, für die nächste Wirtschaftskrise in nächster Zukunft werden wir wieder einen Verursacher finden. Ich tippe da mal ganz laienhaft auf einen Meteoriten. Auf die automatisierten Montagebänderwird das Virus nicht einwirken können, aber die 35-Stunden-Woche wird bald in den Wust der Verschwörungstheorien eingehen. So gesehen läuft alles perfekt. Ja, fast geplant.
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Samstag, 28. Dezember 2019
Richtgeschwindigkeit - ein Wort ohne Inhalt
Ich sehe im Rückspiegel immer nur Lichtgeschwindigkeit, sobald ich die Reichsgrenze bei meiner Heimkehr aus dem zivilisierten Umland überschritten habe. Aber gemeint ist wohl eher die Richtgeschwindigkeit. Ein Begriff, der mir in meiner fast schon jahrhundertelangen Autobahnerfahrung noch nie untergekommen ist. Da hätten wir gute Erfahrungen mit gemacht ... mit der Richtgeschwindigkeit? Vermutlich ähnliche gute Erfahrungen wie mit dem Rechtsfahrgebot. Mir dünkt, dass bei den großartigen Könnte-Gesetzen auf deutschen Autobahnen das fliegende Spaghettimonster seine Tentakel im Spiel hatte. Unter Tempolimit versteht man in Deutschland, dass man nicht mehr als eine Packung Taschentücher dabei hat.

Nach dem Angriff auf die deutsche Leidkultur, die Autoindustrie, wird nun also auch noch auf die freie Fahrt für freie Bürger scharf geschossen. Kaum hat man sich aus den 30-Zonen der betuchten Vororte irgendwie herausgequält, will man das Ding auch mal durchblasen, dass es nicht versottet. Man wäre ja wahrlich bescheuert, wenn man sich da an allen anderen Ländern dieser Welt orientieren würde. Selbst in Saudi Arabien nur 120 km/h max! Wie kulturfeindlich ist das denn?

Wer zahlt, schafft an, sagt der Volksmund, und plötzlich erscheint die erneute Ablehung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen durch Union, SPD, AfD und FDP in einem anderen Licht. Ich frag mich heimlich, ob meine Steuerzahlungen nicht eigentlich auch als Lobbyismus zu werten seien. Ihrer Wirkkraft nach zu urteilen scheinbar nicht.

Ist ja nicht so, dass das immer so gewesen wäre. Alle Geschwindigkeitsbeschränkungen der Weimarer Republik wurden mit Beginn des Dritten Reichs im Rahmen der ersten Reichs-Straßenverkehrsordnung komplett aufgehoben. Mann wollte ja schnell an die Grenzen des zu klein geratenen Lebensraums. Nach Kriegsbeginn, als man die Truppen bereits an die Front verlegt hatte, wurde die Reisegeschwindigkeit auf Autobahnen schnell wieder auf 80 km/h beschränkt, wohlwissend dass die Grenzenlosigkeit auch mal schnell nach hinten losgehen könnte.
Kaum war die Besatzungsmacht nach dem Krieg wieder einigermaßen ausgedünnt, wurden 1953 erneut alle Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgehoben. Kein Ding also, mal auf dem Kurfürstendamm mit 170 Sachen dahinzubrettern, so man am Steuer eines 1,5 litrigen Porsche 356 saß, da ein innerörtliches Tempolimit erst 1957 wieder eingeführt wurde.

Man muss die Dromologie Paul Virilios gelesen haben, um zu verstehen, warum die Gewalt der Geschwindigkeit nichts ist als die Auslöschung. "Der Passagier, der sein Pferd bestiegen hat, ... ist nur ein reitender Tod." (S.85 "Fahren, fahren, fahren") In der Geschwindigkeit setzt sich Reichtum, Macht und Herrschaft fort. So versteht man den 'road rage', die Persönlichkeitsveränderung, sobald sich der Körper in einer hochmotorisierten Karosserie in ein fatales und beinahe bösartiges Geschoss verwandelt. Der berittene Krieger und der Streitwagen waren es, die die Blitzkriege der Bronzezeit und damit Großreiche wie Babylon und Ägypten schufen und auch wieder begruben.

Wirklich gute Erfahrung haben wir mit der Lichtgeschwindigkeit gemacht. Die ist nämlich begrenzt, womit sich das Argument, auf deutschen Autobahnen gäbe es keine Höchstgeschwindigkeit locker widerlegen läßt. Und wer sich ein wenig in die Fachliteratur einließt, wird sehen, dass es da ganz pragmatische Lösungen gäbe für alle Gemüter gäbe ... um den Bewegungsdrang der Deutschen auf die Autobahnen zu reduzieren.
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Samstag, 22. Juni 2019
Abspaltung der Kernunion

"eine volkspartei ist nur so gut wie ihr volk und ihr fussvolk so viel hirn wie ihr fuss" (Transkription aus dem Alt-Mongolischen)
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Sonntag, 17. Februar 2019
Frühlingsausgabe
Wir machen die Zukunft möglich und die Vergangenheit besser. Wir ziehen der Zeit den Zahn und machen mehr aus ihrem Leben. Wir sind der Kleber für eine Welt in Scherben.
Wir decken morgens auf und abends ab - ein Magazin mit dem man gut über den Tag kommt und abends auch rechtzeitig ins Bett. In Reih und Glied marschieren die 80er Revue.

Demokratisierung der Gesellschaft - Arbeitsplatzsicherung - mad in Germany - Friedenssicherung - Terrorbekämpfung - der Schutz geistigen Eigentums - ein Herz für die Familie - ganz neue Herausforderungen und viel Liebe. Ein halbes Jahrhundert, der Plan bleibt der gleiche. Wir schaffen das.

Rote Karten, gelbe Westen, grüne Zukunft, eine Welt so rosig als hätte man zu lange heiß gebadet. Es lebt sich nicht so schlecht im Grab der Jugend der 80er. Alles ist gut.
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Mittwoch, 26. Dezember 2018
Ein Wunder .
Das Friedenslicht, die in der Geburtsgrotte zu Jerusalem am brennenden Herzen Jesu entzündete Flamme, wurde auch dieses Jahr wieder unter dem Motto "Eine Welt, eine Hoffnung: Frieden" in alle Welt hinaus getragen.
Die Rüstungsindustrie wird diese Botschaft natürlich nicht beglücken. Doch bei der Bahn scheint der Funken zumindest am Weihnachtsabend gezündet zu haben.
Wie die Saarbrücker Zeitung es titelt: "Heilige Nacht, pünktliche Nacht. Alle Züge sind schon da." Und zurecht bemerkt diese auch, daß die geplante Einstellung des Automatenverkaufs von Fahrkarten durchaus zielweisend sein kann.
Vielleicht käme man mit der kompletten Einstellung des Fahrkartenverkaufs auch aus dem Sackbahnhof der Kernkompetenz Unzuverlässigkeit heraus. Ganz nach dem vergessenem Beamtenmodus "Wer nichts tut, macht auch keine Fehler" hieße das, was nicht fährt, kommt auch nicht zu spät.

Die Bahn bleibt ein Wunder ... Punkt. Das strahlende Zukunftsmodell Deutschland ist beschmutzt, obwohl sogar der Kohlebergbau - zumindest unter dem Hambacher Forst - eingestellt wurde. Dieselwolken, der Zusammenbruch des Schienenverkehrs und vergessengeglaubte Gossenrethorik von der AFD.

Ohne Verkehrswende kommt die S-Bahn auch nie wieder von der Endstation zurück. Nein, ewiges Wachstum und endloser Fortschritt scheint das einzige Modell zu sein, das unseren Konsum am Laufen halten und die AFD von der Regierungsverantwortung abhalten könnte. Mit der U-Bahn bis nach Peking und weiter bis an den Strand von Karatchi, wo sie ihre Lebensleistung dann auch erbracht hat und von pakistanischen Schweissern gleich zum Containerschiff umgebaut tonnagenweise billige Winterstiefel wieder zu uns zurückschippert. Kein stupides Hin und Her, sondern ein Kreislauf um die ganze Welt. Italiensicher Yoghurt aus bayrischer Milch in Bechern aus England mit Deckeln aus Bulgarien verkauft von Amis. Und das Friedenslicht aus dem Nahen Osten. Wie sonst sollten Arbeitsplätze entstehen, wenn ich mir die Kartoffeln vom Acker nebenan hole.

Was wir in solchen Zeiten brauchen, ist ein Wunder ohne Punkt und Amen, eine Hostie-to-go zum Nachsalzen, lithiumfreie Autos mit humanisiertem Verdauungstrakt, einen Digitator und mehr Zeit zum Arbeiten. Das ist doch klar.

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Sonntag, 23. Dezember 2018
Trampen - in der Hauptstadt der Fortbewegung
Bei der heutigen Episode von "Auf Abgleisen" stimmt relotiusmäßig, ganz im süddeutschen Stil nicht alles. Die Personen sind erfunden, aber die Geschichte stimmt irgendwie. Fragen Sie den Streckenagent_M vom 22.12., den ich Ihnen nur wärmsten empfehlen kann, obwohl seit paar Tagen die Kundenreaktionen nicht mehr angezeigt werden. Ich vermute, weil es sich um russische Feindpropaganda gehandelt hatte.

Diesmal eine Probefahrt mit der nostalgischen Tram inklusive Geisterbahnfeeling.
An so was denkt man ja erst nicht, wo man eigentlich nur schnell mit der S-Bahn nachhause wollte, bevor der MVV den Betrieb einstellt. Mit einer von den ganz neuen sitzplatzarmen S-Bahnen, wo man wenigstens auf den neuen Bildschirmen mitverfolgen kann, was sie nicht alles hat und kann und wie sie sich theoretisch verhielte, wenn sie fahren würde.

Ich komme ins Träumen, wenn ich an die Neuen aus der modernisierten Flotte denke, wo man sich dieser Tage in familiären Eckplatzsofas zum Plausch trifft. Komisch, daß bisher nie das erwartete Bordbistrowägelchen vorbei kam. Mit dem neuen Migrationspakt der Bundesregierung sollen vermutlich fliegende Händler aus dienstleistungsstarken Dritt-Welt-Ländern angelockt werden, die jeden unvermuteten Zwischenhalt zum kulinarischen Abendteuer machen.

Im Grunde ist das ein weiteres Wunder des MVV, daß man sowohl bei den neuen Trambahnen wie auch bei den futuristschen neuen S-Bahnen bei so viel Platz so wenig Sitze einbauen kann. Jetzt passen endlich so viele Rollstühle rein wie Sitzplätze drin sind. Ist auch nicht gut fürs Kreuz, das ewige Sitzen. Da denkt endlich einer mit. Gut, bei den Vierersitz-Arrangements passen vier Leute drauf, aber leider ist kein Platz für acht Schuhe. Naja, irgendwo muss man auch mal sparen.

Die Begründung, daß wegen weniger Sitzplätzen das Ein- und Aussteigen und somit die Abfertigung am Bahnsteig schneller funktionieren soll, hinkt aus meiner Erfahrung in der Praxis etwas. Das ist, als würde man das Überschäumen eines geschüttelten Weißbiers dadurch verhindern, daß man dickere Flaschenhälse baut. Nun ja.

Doch dann werden wir voll tricky wegen Polizeieinsatz auf die Tram verwiesen. Im Tunnel ist tote Hose. Ich denke, das wird man auf längere Sicht schließen. Vielleicht ist es ein wenig übertrieben, wenn man gleich alle Passagiere der Linien S3,S4,S5,S6 und S8 auf eine Tramlinie umleitet, aber hey, wegen Spaßeffekt und Bürgernähe, die man ja auf den einsamen Sitzplätzen garnicht zu spüren bekommt, macht das dann schon Sinn.

Ich denk mir dummerweise, es handle sich noch um die Betriebsstörung von der Hinfahrt wegen polizeilicher Ermittlungen und hätte fast gewartet, ob nicht doch eine kommt. In Wirklichkeit waren es aber ganz aktuelle Personen im Gleis.
Hätten wir entgegen der Lautsprecheransagen nur eine Viertelstunde länger am Bahnsteig verbracht, wir wären um die halbsstündige Fahrt mit der netten bummsvollen Bummelbahn 19 betrogen worden. Die Personen blieben nämlich nur kurz im Gleis. Vielleicht sind sie ja nur drübergelaufen, um die Trambahn zu erreichen mit den vielen lustigen Leuten drin. Partytram - leider vorwiegend miese Gesichter drin, weil Ihnen scheinbar aufstößt, daß der Münchner Verkehrsverbund so was jetzt täglich anbietet. Miesepeter eben, wo man Angst haben muss, daß gleich einer statt das Geld aus der Weste die Gelbe Weste rausholt. Ich wundere mich, warum man überhaupt eine Stammstrecke gebaut hat, wo doch im Westen alles ganz prima mit zwei Trambahnlinien, 17 und 19, läuft.

Um das nostalgische Tram-Feeling auch besser zu treffen, handelt es sich natürlich nur in dem Sinne um eine beschleunigte Tram, weil beim Anfahren alle durcheinander purzeln. Wenn man nicht so dichtgedrängt stände, wärs echt lebensgefährlich. Bis ins Letzte durchgeplant die Sache, das merkt man in jedem Detail. Bei allen Ampeln hält sie selbstverständlich an, daß man was von der Umgebung sieht und wegen dem neuen alleatorischem Fahrplan (wie im vorigen Artikel erwähnt).

Besser könnt man es nicht machen, wenn man vorhat das Fahren mit den Öffentlichen attraktiv zu machen. Dieser außerplanmäßige Halt wurde Ihnen gesponsort von [Name einer Autofirma]. Revanchieren Sie sich bei uns mit dem Kauf eines Weihnachtsgutschein "Ich tanke Dir" für 50€, oder einem "Tankeschön" für 100€, und ähnliche Werbegags, das hat Pep und gibt München so einen agilen, nostalgischen Touch. Wie letztens werde ich fast schon melancholisch als wir nach einer halben Stunde Face-to-Face in Pasing eintrudeln.

Aber hey, nicht so beim Münchner Verkehrsverbund. Der legt für Ihr Geld (meins ja nicht) noch was drauf, denn voll geisterbahnmäßig hat er in Pasing auf allen Bahnsteigen der Öffentlichen das Licht und alle Anzeigetafeln ausgeschaltet. Spooky Döfi, die Lokomotive - ich habs kapiert. Da bekommt der Begriff Geisterbahn eine ganz neue Bedeutung. Das wird dann auch noch theatralisch gefördert, indem man keine Durchsagen macht. Kino der Extraklasse und wie jedesmal: für den ganz normalen Fahrpreis ohne Aufschlag. Ich bin beeindruckt. Leider konnte das der Streckenagent_M nicht dokumentieren, da er aufgrund der stromlosen Überwachungskameras in Pasing praktisch erblindet war.
Daß die Bahn so was nicht drauf hat, merkt man, weil bei denen noch die Lampen und Anzeigen brannten. Man kann nur hoffen, daß wenigstens mit deren Kameras ein paar Fetzen Filmdokument dieses Schauspiels der Nachwelt erhalten bleiben.

Seltsamerweise werde ich schon kurz darauf von meiner S-Bahn aus meinem "München, wie es vor hundert Jahren war"-Feeling rausgerissen, die neue S-Bahn ohne Sitzplätze, aber dafür so beleuchtet, daß man garnicht merkt, wenn mal eine ausfällt, weil die nachfolgende schon rüberleuchtet. Energiemanagment vom Feinsten.

Ich muß schon sagen, daß ich mich da ein wenig ärgere, wenn dann irgendwelche Krummhälse wie die Bayrische Eisenbahngesellschaft, alles ins Negative ziehen, oder spitzfindige Obernaseweise nicht verstehen, daß heutzuge Innovation und vor allem Transparenz gefragt sind, obwohl er bei der Betrachtung von Bahnübergängen den Grundgehalt der Hauptstadt der Bewegung das nötige Kunstverständnis an den Tag legt. Aber wer ist schon so perfekt wie der Münchner Verkehrsverbund.
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Mittwoch, 19. Dezember 2018
Auf Abgleisen - unterwegs mit der S-Bahn München
Mit der größten Erfindung seit der Diesel-Glühbirne versucht die Deutsche Bahn innovativ wie noch nie, sich einen Spitzenplatz in der Moderne zu erobern: dem aleatorischen Fahrplan.

Der @streckenagent_M haut wieder was aus der Postille zur aktuellen Betriebslage, denn alles liegt und nichts fährt. Darum heißt sie ja auch 'die stille Zeit', die die Deutsche Bahn mit ihrem Spruch 'Zeit für Dich' auf das ganze Jahr auszudehnen versucht.
Ich aber bleibe gelassen, seit ich meinen ehemaligen Arbeitgeber mal aus Kundensicht geniesen darf. Kein Bier mehr in der S-Bahn? Das war dann das berufliche Aus für mich. So habe ich endlich auch genügend Zeit, um mich auf das zeitintensive Abenteuer Öffentlicher Verkehr einzulassen.

Da hat man dann auch mal die Muse, sich genüsslich ein Satiremagazin wie Der @DB-Bahn reinzuziehen, wo man so überraschende Fakten gepresst bekommt, wie die vom kleinen ICE und seinen Freunden, die man dann in Kisten verpackt per DHL-Fracht verschickt, so daß die Bahn vielleicht sogar mal pünktlich ankommt. Schauen Sie selbst mal rein, ein echter Lacher. Die haben professionelerweise auch ein paar chinesische Bots, die hin und wieder mal den Herzchen-Button drücken, ganz in Gegensatz zum @streckenagent_M, der ein verbitteretes Leben in einer gehässigen Follower-Schar führen muss.

Dann ein überraschender Wechsel der Betriebslage zur Betriebsfahrt. Meine rote Bimmelbahn hat neue Kohlen eingeworfen - vermutlich meine 8,90€ - und nimmt langsam Fahrt auf. Die rostigen Weichen knarzen unter dem ruckelndem Gefährt. Zum Glück wird das alles durch die vielen vielen Überwachungskameras auf Film gebannt, sonst würde es keiner glauben, daß man noch im 21.Jahrhundert mit einem so nostalgischem Gefühl beschenkt wird beim Münchner Verkehrsverbund.

Vorbei am 'alten' Südbahnhof, wie verklärt saust die Böschung an mir vorüber und ich sehe Dinge, die ich in einem halben Jahrhundert München noch nie zu Gesicht bekommen habe. Ich wusste garnicht, dass es so etwas gibt: einen Münchner Halbsüden.

Wären wir in Leiden statt in München, dann könnte man den täglichen Wahnsinn fast als doppelbödig bezeichnen. So aber kotzt sich der Kundenpöbel #stammstreckenwitz mit so unflätigen Behauptungen aus, man solle doch mal nur Durchsagen machen, wenn alles normal läuft, wodurch man enorm Personal sparen könnte. Oder es schwirren ganz schräge Verschwörungen durch den Twitter, die behaupten, die S-Bahn wolle mit ihrer Leistungsverweigerung den Kunden auf die Straßenverkehr zurückdrängen, um der eigenen Überlastung zu entkommen.

Ich kann den Ärger garnicht verstehen. Die Nostalgische Stadtrundfahrt mit der Dampflok ab Ostbahnhof kostet sonst mit 16€ fast das Doppelte als ich heute für drei Stationen hin und zurück zahle und man sieht nur die Hälfte wegen des vielen Rauchs. Aber heute, wie eigentlich inzwischen fast jeden Tag, beschenkt mich der MVV mit einem elektrischem Triebwagen, der zwar auch nicht schneller fährt, dafür aber den neuesten Emissionsbestimmungen entspricht und wirklich ausreichend Gelegenheit bietet, die Landschaft und andere Schönheiten rund um die Stammstrecke zu erkunden. In einer 30er-Zone würde er garnicht auffallen. Er hält sogar viel öfter als er müsste.

Wir bremsen erneut und ich stelle mir vor, wie Lukas, der Lokomotivführer heraushüpft und mit seinem meterlangem Weichenstelleisen uns wieder auf das richtige Gleis führt. Vielleicht werden am Gleissaum sogar kostenlose Erfrischungsgetränke angeboten. Ich aber möchte mich nicht aus meinen Gedanken reissen lassen und ob des Gedränges wäre es vermutlich auch garnicht möglich, den ein oder anderen Ausstieg zu finden. Und schwupp, als wäre es ein Kinderspiel, geht ein Ruck durch den mich umgebenden Menschenberg, und unser Zug schiebt sich weiter, da taucht leider schon die verträumte Skyline des heldenhaften, 2013 für zwei Millionen sanierten Stellwerks Ost auf. Schade, denn hier endet meine Fahrt, wie auch für all die Tausend anderen, aus ungeklärter Ursache. Ganz leise, fast unbemerkt, kann man über die Lautsprecher den zeitlosen Schlager 'Mein Feld im Gleisbett' hören. Mein geliebter MVV, ein Traum, der ganz im Gegensatz zu diesem Kurzepos über Münchens berühmten öffentlich Verkehr nie zu Ende geht.

Demnächst auf ~Plus~Puls~, ihrem Magazin für die Nachrichten von morgen: "Bahnsteig-Hopping, das brandneue Keep-Fit-Programm des MVV"
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Dienstag, 20. November 2018
Fakir Nius - ein Leben gegen den Tag, auf dem Nagelbrett
Bing bing bing bing 08:05:03 bing bing bing schon wieder livestream. Wachsein ist nicht für jeden was Tolles. Zum Glück geht das nach gut 16 Stunden wieder vorbei. So muss sich meine Gehirnredaktion anschicken in den wenigen Wachminuten schnell und gezielt auf die veränderte Weltlage zu reagieren. Espresso statt langwieriges Kaffebohnenmahlen, ein Stück Schoko für den Zuckerhaushalt und los gehts - Weltrettung in einem Aufwasch.

Ich freue mich, sollte das Bargeld demnächst abgeschafft werden. Dann würde sich mein jetzt schon prekärer Alltag durch etwas Übergeordnetes erklären lassen. Gong 08:15:01 Imperium & friends schlägt wieder zu, in Hodeidah/Yemen und auf Kashoggi. Weltweit entblöst sich fundamentalistisches und rassisches Gedankengut ... und Round Up von Monsanto bleibt, schließlich haben wir es ja gerade gekauft. Wie lächerlich klein wirkt da ein von Neidern befeuerter Dieselskandal.

Die Uhrzeit stimmt, aber doch nicht das Jahr. Während der paar Stunden Schlaf muss der Planet durch ein Wurmloch zurückgefallen sein, zurück auf ein voriges Jahrhundert, als Völker- und Menschenrechte noch kein Thema waren und Schornsteine noch keine Filter hatten, als man in den Flüssen noch bleichen durfte und Europa von Stieren geraubt wurde.

Wenn man bedenkt, daß Rudolf Diesel pleite war als er sich über die Reling der SS Dresden stürzte oder gestürzt wurde, hätte man den Dieselskandal auch schon vorausahnen können. Benzin hingegen steht für Ortsteile in Wedendorfersee und Kritzow und für eine Oper von Emil Nikolaus von Reznicek, in der besagtes knapp wird für den Zeppelin-Kommandanten Ulysses Eisenhardt. Obwohl mir nicht bekannt ist, mit welchem Treibstoff das Luftschiff des Randolph St. Cosmo in Thomas Pynchons "Against the Day" lief, hätte man mit ein wenig Kombinationsgabe so einiges für den Alltag lernen können: "But the heavens and the earth, which are now, by the same word are kept in store, reserved unto fire AGAINST THE DAY of judgment and perdition of ungodly men."

Die seltsame Prämisse unserer Gesellschaftsordung, das Ewige Wachstum, hat eben einen gravierenden Denkfehler, den wir im Sternbild des Orion, dem großen Verführer, jeden Tag an uns vorüberziehen sehen, der geboren wurde aus einer Kuhhaut auf die die drei höchsten griechischen Götter gepisst hatten, um in Windeseile bis hoch in die Wolken zu wachsen. Als Jäger, der alle wilden Tiere töten wollte, gab ihm glücklicherweise zeitig der Skorpion den Todesstich.

Ewiges Wachstum und die Idee, daß der Bankräuber zumindest einen kleinen Teil zurückgibt, statt ihm alles wieder abzunehmen und ihn einzuknasten. Gnade vor Recht - wie ich vermute wegen der wenigen noch nicht der Automatisierung zum Opfer gefallenen Arbeitsplätze - durch das Bundesamt der Autoproduzenten. Wenn es doch nur nicht diese verfluchte EU gäbe, die sich scheinbar gegen unser wichtigstes nationales Erzeugnis, das Auto, verschworen hat.

Man kann nur hoffen, dass sich aus den Opfern dieses grandiosen Wachstums- und Bereicherungswahns, so sie genug geruht in ihren Gräbern, die fossilen Brennstoffe der Zukunft gewinnen lassen - menschliche Leiber als das Öl unserer Nachfahren. Gegen den Tag und gegen jegliche Vernunft. Zeit daß es Abend wird auf diesem unseligen Planeten und ich mich wieder meinen ganz persönlichen Alpträumen widmen kann. Pfiadi God, scheene Wäid!
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Dienstag, 13. Februar 2018
Auch deine Arbeitskraft ist Gold für Deutschland
Es tut mir leid, dass ich mich heute gleich mit zwei Beiträgen an Sie wende, aber der frühe Rausch hat bewirkt, dass ich noch vor dem politischen Aschermittwoch wieder zu mir gekommen bin. Um mir die Zeit in dieser fremden Wohnung zu vertreiben, zappe ich durchs Fernsehprogramm. In meine Hütte passt so eine Flimmerkiste rein stilistisch ja nicht rein.

Zum Glück hat der Gastgeber ausreichend Doping-Material, so dass auch ich an den olympischen Disziplinen teilnehmen kann. Ich starte wie ich aufgehört habe mit einem Verfolgerrennen in der Bier-Schnaps-Kombination. Hier könnte ich es durchaus aufs Treppchen schaffen, so ich mich im Ziel noch irgendwie bewegen könnte.

Zapp. Die SPD streitet sich um die Spitzenpositionen und schon werden alle Aufstiegskandidaten bis zur Basis runter ganz zappelig. Sie drängen wie Wasserleichen an die Oberfläche. Ich frage mich, bekommt man da mehr Geld oder höhere Rentenansprüche. Auf dem Reichstag steht ja schon die halbe Wahrheit: "Dem Deutschen Volke". Es fehlt "kostet es viel Geld".

Mir wird wieder schlecht und ich versuche wie beim Riesenslalom das Bad oder die Küche zu erreichen. Ich muss zugeben, eine meiner schwächsten Disziplinen. Ich schaffe es noch nicht einmal aus dem Zimmer. Beim Sturz versuche ich wenigstens im Skeleton zu punkten. Vielleicht hätte ich mich eher aufs Skispringen konzentrieren sollen.

Wegen zu wenig Curl im Abschluss ausgenockt vom Türstock muss ich hilflos mitansehen, wie sich ein Politiker brüstet mit Sachkenntnis die Landesprobleme anzugehen. Auch im Biathlon bin ich nicht Weltspitze und so geht die einzig mir verfügbare Flasche weit an der Glotze vorbei. So wechseln sie vom Finanzministerium zur Verteidigung, um sich als Familienminister schließlich in die Frührente zu flüchten. Und alles in einer Person. Das ist wirklich ehrfurchterregend, so man nicht zufällig mal so nüchtern ist wie ich im Moment. Frontmänner und -frauen eines Konglomerats aus multinationalen Unternehmen spucken mir durch den Bildschirm ins Gesicht und ich soll mich nur erwehren können durch eine vierjährige Stimmabgabe. Mir wird schwindlig vor Machtlosigkeit. Im Moment kann ich noch nicht mal ausschalten.

Ohne Doping werde ich diesen Abend nicht überleben. Unter heftigen Magenkrämpfen quäle ich mich bis zur Ziellinie, dem Tisch mit den Flaschen. Der Politiker ist nur die Flasche, das Gefäß, innen als Wirkkraft sitzen verbeamtete Staatssekretäre wie der SPDler Jörg Asmussen unter der Fuchtel Merkels und beratende Fachkräfte aus Wirtschaft und Finanz, die wissen, welche Gesetze ihre Unternehmen wünschen. Die Politiker, die wir zu Gesicht bekommen, sind nur die Karosserie. Den Motor oder was im Kofferraum liegt sehen wir nicht. Wer fährt, könnte man nur erkennen, wenn man Einblick bekäme in diverse Steueroasen oder Treuhandgesellschaften. Da hab ich ihn endlich, den Palinka ohne Etikett. Ein schneller 10-Stamperl-Sprint bringt mich wieder an die Spitze der Athleten zurück.

Zapp. Exportweltmeister Deutschland, also nicht nur im Medallienspiegel ganz vorne. Um das zu schaffen, darf man nicht zögern, den Türken den veralteten Leopard-Kampfpanzer nachzurüsten. Es hieß damals ja auch nur, dass er nicht gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt werden darf. Aber jetzt in Syrien, da is es eben brenzlig! Sind wir nicht alle ein bisschen NATO.

Endlich hat der wärmende Palinka die Magenwände erreicht und mir bleibt erspart, mich darüber aufzuregen, dass von all dem postkolonialem Machtgehabe der Industrie und den irrwitzigen Gewinnmargen nichts in meiner Hosentasche hängenbleibt. Wie hoch war gleich der Euro-Rettungschirm: 1576 Milliarden Euro. Da frägt man sich dann schon, warum bei einem Bundeshaushalt von jährlich 330 Milliarden kein kostenloser öffentlicher Verkehr oder genügend Kindergartenplätze dabei sind. Was solls, am Ende zählt doch nur, wie hoch man auf dem Treppchen steht.

Wo der Palinka nun endlich die Magenwand durchdrungen hat, kann ich auch mit geschlossenen Augen die Rodelbahn auf der perfekten Spur hinunterschießen. Es presst mich in die Rodelschüssel, die Flasche fest auf meinem Bauch. Die Goldene ist mir im Doppelsitzer sicher. Leider wird mir die von meiner Sozialhilfe vermutlich abgezogen werden. Leistung ist einfach nichts Mehrwert.
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