Dienstag, 17. November 2015
Ein Dankeschön
an die dunkle Seite für die Erwähnung meiner Kriegskasse. Ich hätte sie fast schon vergessen, so wenig Kriege wie ich führe. Aber nach dem heutigen Tag an dem eine lächerliche Signalstörung, die den öffentlichen Verkehr lahmgelegt, bei mir einen Schlüsselreiz ausgelöst und meine signal intelligence aufgrund dieses Befehlsnotstandes militärische Wirkmittel freigesetzt hat, heute, glaube ich, ist es an der Zeit, sie zweckgerichtet auszugeben, diese Kriegskasse. Die Mass ist voll, aber ungeniesbar.

"Wir sind Paris."(Propagandapresse) Tja, dann bin ich offensichtlich nicht wir, denn ich bin München. Von welchem Wir spricht dieses Schmierblatt? Da kann man nur froh sein, dass man nicht dazugehört. Und "Dann ist das nicht mein Land."(Merkel) Nein, offensichtlich nicht, denn es gehört mir. Inzwischen herrscht hier nicht nur beim öffentlichen Verkehr ein heilloses Durcheinander. Auch mit reisst der Geduldsfaden. Bei mir wohnt kein Wir mehr. Syrer gerne, aber dafür geht im Austausch jeweils ein Politiker in ein Krisengebiet seiner Wahl.

Bei der Game-App Candy Crush würde jetzt der Satz "No more moves possible" erscheinen und alles wird neu gemischt. Dass da Frau Merkel mit ihrem Sitzorgan, und ihr Name steht hier nur symbolisch für die komplette Politikerkaste, fast aus Versehen mal Besitzansprüche auf meinem Terretorium anmeldet, das scheint dann schon fast so zeitgemäß wie der IS. Dass sie dann aber noch all ihre syrischen Freunde mitbringen möchte, das geht zu weit.

Soll sie sie doch in ihrem Vorgarten campieren lassen, bei mir sind schon zwanzig nicht-katholische Polen eingezogen. Ein präemptives Asyl meinerseits, denn so passen bei mir keine anderen mehr rein. Vor allem keine Norddeutschen. Zudem hat unsere Münchner Plattenbausiedlung eine höhrere Siedlungsdichte als Bangladesch. Meine Polen lieben Vodka etc und essen die dicksten Würstel. Wir verstehen uns prima. Liebe Frau symbol.Merkel, treten Sie bitte aus der Lichtschranke, so dass sich die Türen für Sie endlich schließen können. Jetzt bin ich dran.

Bei der Flüchtingsproblematik herrschen offenbar ähnliche Gesetze wie bei der Entsorgung radioaktiven Sondermülls. Das Problem ist nicht das Uran, einem Biorohstoff, der spurenmäßig auf unserem gesamten Planeten vorkommt, das Problem ist, dass alles auf einem Fleck ist. Das Problem ist nicht die Aluminiumdose, sie trägt keine Schuld. Das Problem ist, dass wir alles ausgraben und konzentrieren. Die Rohstoffkonzentration. Und dann weiss man nicht, wohin damit.

Das Problem sind nicht die Flüchtlinge, das Problem ist der Grund ihrer Flucht. Da könnte man ausnahmsweise auch mal ansetzen.
Wir pflastern den Planeten aussenpolitisch mit Diktatoren der übelsten Sorte zu - von Pinochet bis Saddam Hussein - schippern möglichst viele unserer, durch die eigenen Steuergelder refinanzierten Waffenexporte in die Krisengebiete, wie wir (dieses Wir, wo ich scheinbar kein Teil von bin, wobei mir der Benzinpreis momentan sehr entgegenkommt) über die Türkei, Saudiland und Qatar den Islamischen Staat gegen Assad stark machen, um möglichst billig an ihre Rohstoffe zu kommen, wie der IS im Moment all das billige Rohöl für uns gerade herausholt.
Das sekundäre Problem ist Rohstoffkonzentration, das primäre die Geld- und Machtkonzentration. Die Schere geht auf ... aber irgendwann schnappt sie eben auch wieder zu.

Und dann rollen viele Köpfe, deren Rollen meine Kriegskasse nun zu verhindern versucht. Liebe Leser, wir, die anderen Wirs, sollten das in die Hand nehmen. Wenn Sie Begriffen wie Säkularisierung, Friede, Bürgerlichen Gesetzbüchern und Selbstverantwortlichkeit etwas abgewinnen können, dann bitte. Ein präemptives Bürgergebaren, das wärs. Wir stellen Merkel, und wieder steht sie da nur symbolisch, an die Wand. Und reden mit ihr.

An einer Wand so weiß, da standen schon viele. Und nur wenige haben es wieder weggeschafft. Je weisser aber das Weiß, um so schwärzer auch das Schwarz. Das liegt in der Natur der Sache. Wo eine Demokratie sich zur heimlichen Diktatur wandelt, einem Reich der Großkonzerne, die mit TTIP etc nun ganz andere Sitten über uns prasseln lassen wollen, da wird eine Abwahl eben auch anders gestaltet. Ein König, der nicht zeitig abdankt, dessen Kopf war oft der letzte von vielen, die rollen mussten.

Jetzt reichts dann. Ende, aus. Ich weiß schon garnicht mehr, um was es hier eigentlich gehen soll. Ach, ja.
Ich rufe Sie auf. Alle einzeln mit Namen, mit Namen von Listen, die wir vorher erarbeitet haben und dann gehts los. Von der Kriegskasse kaufen wir eine Schlachtplatte. Und dann schaun wir mal, was da so drauf ist. Ich hoffe, Friede, Freude, Eierkuchen.
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Mittwoch, 20. Mai 2015
euromoral
So aus dem Bauch raus würde ich mal sagen, dass 200 Leopard-Panzer und eine Waffenfabrik von Heckler und Koch ausreichen dürften, um Saudi-Arabien zu einem der wichtigsten Abnehmer unseres deutschen, manchmal vizeweltmeisterischen Rüstungsexportwahns zu machen. Eine Monarchie, die neben Qatar (was die wohl so gekauft haben?), den Rest ihrer Öldollar dafür ausgeben, um der Menschheit den radikalen Islam mit Waffengewalt aufzuzwingen. Was Saudi-Arabien der Aufklärung entgegegenbringt können Sie bei Wikipedia einfach unter Salafismus nachlesen. Nicht zufällig kamen die Entführer des 11.September aus Saudi-Arabien. Und weil das manchen Saudis nicht radikal genug ist, gab es islamistische Anschläge im eigenen Land. Seitdem beliefert Qatar die noch Radikaleren wie die Al-Quaida. Und dann wundern wir uns über Kopftücher in Europa.

Wenn das mal keine psychische Krankheit ist, so ist es zumindest eine behandlungsbedürftige Wahnvorstellung. Rüstungswahn eben.

Ich bin kein Grosshändler von Kopftüchern. Ich finde, nicht alle müssen, aber manche müssen dürfen. Meine Oma hätte das Haus nie ohne Kopftuch verlassen, tiefster Katholizismus. Beim Roesenkranz, Frauen mit Kopftuch links vom Mittelgang, Männer mit Hut ab rechts. In Bayern, als in der Schweiz noch keine Frau wählen durfte. Keine 50 Jahre. Und ich war dabei, links als Knirps bei den Frauen.

Es geht wohl weniger ums Kopftuch als um die Selbstbestimmung der Frau, beziehungsweise der prinzipiellen Trennung in Geschlechter. Und da sollten wir uns nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen. Nur weil die Bekleidungsindustrie findet, dass bereits Zwölfjährige Tank-Tops und Hot-Pants tragen sollten, muss man nicht gleich meinen, Europa hätte die Befreiung des Ichs erfunden - spätestens seit der Französischen Revolution, als wäre diese jemals ein europäisches Phänomen gewesen. Sie war ein französisches.
Frauenwahlrecht gab es in Frankreich übrigens erst ab 1945. Italien landesweit erst ab dem 2.Juni 1946. Pakistan hatte das zumindest kommunal schon 9 Jahre früher, 1935 drauf. Bis 1924 konnte Frau auch schon im gesamten Gebiet der späteren UDSSR wählen, wie auch in der Mongolei und Albanien. 1948 im Irak und erst 1949 in Griechenland, dem Geburtsort der europäischen Demokratie. 1970 im Jemen und 1971 endlich auch in der Schweiz. Die ersten waren übrigens die Lettinnen. Ich glaube 1911.

Deutschland, das schon nach 1900 zu Sufragettenzeiten stark bewegt, kam bereits 1918 nicht um das Frauenwahlrecht herum. Gegegeben oder genommen, wer weiss. Das erklärt aber nicht, warum wir bis 1958 auf ein Gleichberechtigungsgesetz warten mussten, das das Letztentscheidungsrecht des Mannes in allen Eheangelegenheiten ersatzlos strich, wie auch das verfügungsrecht des Mannes über das Vermögen seiner Frau und das Recht, ein Dienstverhältnis seiner Frau zu kündigen. Dann nochmal 20 Jahre, 1977, bis sie sich auch ohne Einverständnis ihres Mannes eine Arbeit suchen darf. Aber so tun, als wären wir mit der Rennaissance aufgewacht und nie wieder eingeschlafen. Einer Rennaissance, deren Grundlagen aus der Antike erstmal zurückübersetzt werden mussten aus dem Arabischen. Wir hatten die Überbleibsel der Antike schon während der Inquisition verbrannt. Das tiefste Mittelalter, das in den Köpfen Europas bis heute festsitzt, konnten wir nur verlassen, weil uns der helle Schein einer damaligen arabischen Hochkultur den Weg leuchtete.

Seit der Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz sind noch keine 50 Jahre vergangen und schon trägt man seine eigene Vorstellung, diese europäische Demokratie und ihre Euromoral, auf die Brust tätowiert, als stände drunter irgendwo ein Altar, den es anzubeten gälte. Das Weltwissen, die Weltformel.
Wir hatten sie schon früher mal. Im 13.Jahrhundert während der Inquisition, da waren wir uns auch ganz sicher, dass unser Weg der einzige sei, während des Kolonialismus, vor dem ersten Weltkrieg, vor dem zweiten Weltkrieg, oft, oft, oft. Seit der Neandertaler von den Afrikanern überrannt wurde, schlagen wir zurück. Die europäische Superkultur und ihr Missions- und Exportgedanke.
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Sonntag, 15. Juni 2014
Kampf dem Blasenproblem
Der Frühling sprießt in maximaler Pracht, doch ich bin müde und welk. In der Jugend ist es noch ein Zustand, im Alter dann eine Krankheit - eine Frühjahrsmüdigkeit, die bis in den Winter hinein dauert. Ich brauch mal wieder Ablenkung. Urlaub auf Balkonien bei meiner Nachbarin.

Meine Nachbarin hat Blasenprobleme und darf nur noch feste Nahrung zu sich nehmen. Sprich, kein Bier mehr. Früher hatte ich noch Angst, dass sie mir die Kästen leersäuft, heute verspüre ich echtes Bedauern. Vermutlich hätte es ihre Blasenprobleme aber auch nicht verhindert, wenn ich immer so viel Bier besorgt hätte, dass sie es garnicht auf einmal wegbekommt. Und auch mit unseren Techtelmechteln wird es schwierig, wegen der Blase.
Nun, jedenfalls gefällt es ihr jetzt nicht mehr bei mir und das ist schade, sehr schade. Und alles nur wegen der bekackten Blase ...

Jetzt versuch ich es mal mit einer Bierprobe mit alkoholfreiem Bier, nur für sie. Ist zwar immer noch schlecht für ihre Blase, aber das läßt sich mit dem Gesundheitsaspekt alkoholfrei, dem Getränk für Nationalmannschaften und anderen Illusionen des 19.Jahrhunderts, leicht aufrechnen.

Ich und der ein oder andere kommen allerdings schon zu wie die Haubitzen zur alkfreien Bierprobe, um das irgendwie durchzustehen. Das wird sie überraschen und freuen, wenn vor uns schon die Fahne der hartelinie zur Tür reinweht, ehe meine spindeldürren Beine die gute Stube beschwanken. Dann fühlt sie sich nicht mehr so ausgeschlossen im Reich des Königs Alkohol.
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Freitag, 30. August 2013
Typographische Alpenüberquerung
Sie fehlen, die stubendhonauzweigwerkstätten, man kann doch die Renaissance und das gute literarische Gewissen nicht so zugrunde gehen, grundlos zergehen und verschwindibus lassen.

Das mag das Ende vom Anfang sein. Beide Polarsterne verloschen am Firmament nur noch ein flächiges Nichts.Stubenlatte und Transzweig, zwei tote Links, jetzt fehlt nur noch Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes, dann passt auch das schlechte Wetter gut ins Bild.

Wenn man doch die Worte farbig anmalen würde. Vom dicken B ein Stück abmeiseln. Das Wort erstmal ne Woche in den Regen stellen, dass es diesen Grauschliff bekommt. Die Worte nachhaltig bearbeiten. Ihnen den Schliff geben, aufpolieren, raffinieren. Verpacken und verschicken. Wenn man sie wenigstens singen würde.

Aber nein, nach einem strengen Reglement wird die Grammatik vollzogen. Die Typographie auf ihr Minimum reduziert. Selbst der schmückende Anfangsbuchstabe, die Initiale, hat ihren Geist aufgegeben. Sans-Serif und Monospace, Arial und New Times Roman, die Webtypographie erfordert Standards und die bedeuten Einschränkung.

das wars dann bis auf ein paar tote Links und jugendliche Ausrutscher. Einzig bei den Schmierereien und Graffitis wird noch fleissig aufgepumt und geformt. Eines jener typographischen Highlights waren die eingritzen "Ritzer"-Tags an den Fenstern der Münchner U-Bahnen, sich beziehend auf den Leiter der Sonderkommission Graffiti, Herrn Ritzer. Und weil die Fenster auch noch mehr oder weniger durchsichtbar sind, war das eine der schönsten Reflexionen der letzten Jahrzehnte. So hässlich wie das Staatsmonopol der grauen Mauern. Nur kommerzielle Werbung darf drauf, keine selbstlose Kunst.

Das wars dann erstmal mit den Tagen als uns die Dhonauwerkstätten mit CSS-Kathedralen den Tag bebilderten. Als wir Form und Struktur schöpfen konnten, aus einem echten Stubenzweig und einer translatte aus der Serie blogger.de. Formschönheit und dazu ein fein aufgetragener Tiefsinn. Texte, in denen der Raum der Worte, ihr Möglichkeitsraum ausgeleuchtet wird, in denen mit Verlagerung der Gewichtung das Wort erkundet.

"Auch die Worte haben ihr Gewicht und dienen einer abstrakten Konstruktion (...) Dada versucht, die Bedeutung der Worte zu ergründen, ehe es sich ihrer bedient, nicht unter dem Gesichtspunt der Grammatik, sondern unter dem der Darstellung". Tristan Tzara 1922

Da möchte man meinen, dass dadurch wenigstens mehr Gewicht auf dem Inhalt liegt, doch weit gefehlt. Vor nicht mehr als 25 Jahren war das Schreiben noch nicht so inflationär wie im Zeitalter des Internets. Da geht das haptische Element, wie Vorlesen, ein wenig vor die Hunde. Selbst die deutsche Sprache frißt inzwischen Tabletten, so durchgewaschen wie die Bevölkerung eben.
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Montag, 26. August 2013
Mein Mann ist Kiffer
... und ich seine Mätresse. Ich darf die Schnittchen bringen, wenn der Husten nachgelassen hat. Ich bin der Platzhalter der schlechten Laune, wenn mal die Vorräte zu Neige gehen. Aber immerhin kann er seinen Lulli nicht in den Joint stecken und so bin ich sein einziges Lustobjekt, während seine Neurozellen sich nur mit ihr beschäftigen. Ich denke inzwischen als Reaktion darauf währenddessen an unseren Hund.

Ich nenne meinen Mann 'Sushi', kalter Fisch. Seinen Zustand nach der ersten Feierabendzigarette trifft wohl am ehesten die Bezeichnung "läppisch". Das Leben und auch unser Wir wird zur Lappalie. Ein Lappen, aber eben kein cooler, mein Mann. Eine Redelaune wie bei Besoffenen, aber solchen, die bereits am Wegschlummern sind. Ich lebe mit einem Mann der tagsüber recht intelligent Geld verdient und am Abend sich der Hirnlosigkeit preisgibt. Seine Sektretärin, so er eine hätte, würde ihm vermutlich zu Füßen liegen, bei mir hat er schon keine Füße mehr, so butterweich wie er in der Couch abchillt.

Sein Kopfkissen könnte ich im Grunde täglich wechseln. Himbeermarmelade, Honigreste, Brösel aller Art, aber vorwiegend Schokoladenflecken vom letzten Häppchen, denn gemeinsames Abendessen schafft er schon seit Jahren nicht mehr. Da ist der Hunger noch nicht gereift. Fressflash kommt erst, wenn ich duschen gehe. Auf dem langen Weg ins Bett wirds bei meinem Mann nochmal so richtig klebrig verzuckert.

Zum Glück haben wir keine Kinder - wie auch - so kann er sich nicht an ihren Vorräten bedienen und ich ihn nicht am Auskratzen ihrer Bong erwischen. Wenn ich nicht Schweralkoholikerin wäre, hätte ich das niemals bis heute durchgestanden, beziehungsweise -gelegen.
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Mittwoch, 5. Juni 2013
Die Lösung der Problemfragen
Wenn das Leben von Beckenbodengymnastik durchzogen ist. Einem Becken wie ein Brückenlegepanzer, wo ne ganze Familie Platz haben muss. Am Beckenrand seines eigenen Lebens sich zu befinden, wo die Stubenfliege auf dem Frühstücksbrot besseren Sex hat als man selbst zurückdenken könnte.
Einem Leben mit Kontakten wie ein Spinnennetz, nur im Gegensatz zu diesem auch entsprechenden Verpflichtungen. Kindern, die als Frühgeburt kommen und selbst nach dem Studium nicht den Anschein machen jemals zu verschwinden. Und sollte dies dennoch jemals geschehen - die Beine sind schliesslich nicht für die Zerschmetterung der Bauchwand gedacht, sondern für das anschliessende Draufstehen - dann bläht sich ihr zurückgelassenes Hab und mehr oder weniger Gut in einer Art und Weise auf, dass man in den eigenen vier Wänden zwangsläufig zur Lagerhalle mutiert. Ein Kind wächst nicht nur in körperlicher Grösse, sondern vorwiegend an Einfluss und sogenannter Selbstbestimmung. Erst sind es nur die Haare am Kopf, später reissen sie dir wie Geier die Rippen aus dem Leib lange bevor du Aas bist.

Irgendwie muss ich nun die Kurve zu den Problemfragen kriegen. Und das ist kein Leichtes, denn auf die Frage, ob die Erde rund sei, muss man erstmal kommen. Man muss erstmal erkennen, das sich an dieser oder jener Stelle eine Frage überhaupt stellen liesse. In dem oben beschriebenen Zustand des metaphysischen Verkümmerns sucht man wie ein Ertrinkender nicht nach Lösungen, sondern nach Oberflächen, Wasseroberflächen oder jenen mir unbekannten Antipoden von Luftlöchern in einem Vakuum.

Was heisst schon, sich selbst wieder spüren - von Bedürfnissen mal ganz zu schweigen. Was spürt man schon nach diesen zeckenartigen Angriffen der Balge, dem Zerren und Stossen, den Schlägen gegen das von diesen schon verholzte Schienbein und oft auch feige von hinten ins Wadenbein - ich vermute, bei mir kommen die Krampfadern hiervon. Das Leben nur noch ein blasses Lichtlein im Umfeld der ständigen Eskalation.

Und Deutschland sucht die Supermama, nur daß sich diese auf den grossen Bildschirmen und Leinwänden nicht mehr in gewünschter Schärfe darstellen lässt, so zusammengeschrumpelt wie sie ist. Erbrechen, Nachtschwitzen, hormonelle Dysfunktion und Alkoholunverträglichkeit, wo man diesen doch am nötigsten hätte. Das ist bekanntermassen die B-Symptomatik einer schweren Erkrankung wie der Elternschaft. Es stellen sich folglich keine Problemfragen, denn es gibt auch keine Lösungen. Schönen Tag noch.
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Donnerstag, 9. August 2012
Die angebliche Einsamkeit des Agenten
Und Agenten sind wir doch alle irgendwie. Nach der Gefangenendilemma ist unsere Gesellschaft dazu verdammt, weniger als die Summe ihrer Einzelteile zu sein. Dieses, auf dem Nash-Gleichgewicht beruhende soziale Dilemma soll - so die Theorie - uns davon abhalten, altruistisch zu handeln. Wer den anderem nicht mißtraut und aufgrund dieses Mißtrauens betrügt, wo es geht, verliert. Noch nicht einmal sozial, sondern jeder gegen jeden, summiert sich unser Handeln zu einer lauernden Angst, daß wir den Kürzeren ziehen - also zieht lieber keiner und wir begnügen uns damit, unser Leben in der Einzelzelle des Mißtrauens zu verbringen, anstatt einen gemeinsamen Ausbruch zu wagen. Unser großes Glück ist in diesem Fall - und in diesem Sinne, empfehle ich Ihnen sich nicht näher mit der Problematik zu beschäftigen - unser Unwissen ob dieser Umstände. Wie sich nämlich gezeigt hat, halten sich nur Ökonome und Psychopathen an diese Theorie, die geschaffen von Menschen wie dem schizophrenem beautiful mind, John Nash, als Theorie nur sich selbst gegenüber treu ist. Ein besserer Ausdruck wäre wohl die Theorie des paranoiden Spielers.

Wir machen uns die Welt eben, wie sie uns gefällt.
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Montag, 26. März 2012
Mondtheorie - Der Mann, für den der Mond auch am Tag schien
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... oder wie Saint-Exupery im kleinen Prinzen sagt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Für manche mag das ein wenig wie ein Hirngespenst klingen, aber es gibt Menschen, die leben auch tagsüber nach den Mondphasen ... wo er sich doch eigentlich gerade auf der anderen Kugelseite herumrundet, windet oder sichelt.

Manche schmunzeln. Anderen vergeht das Schmunzeln, wenn sie tagsüber von der Springtide im Watt erwischt werden - selbst ihr letzter Gedanke beim Absaufen wird, unklugerweise, nicht dem Mond gelten. Also selbst zu Gezeiten, da wir seiner Gravitation und Weißheit nicht gewahr, stehen wir doch stets unter seiner Sichel (altbayrisch: Da- Mond-Kles-Schwert). Der Weise - diesmal nicht der Mann im Mond - sondern mein Berater in Fragen des Jonglierens mit runden Körper, zieht noch mal kräftig an der Krautpfeife. Denn wir befinden uns gerade im stoischen Phasenwinkel der Lunation. Das Zeitfenster rund um den Neumond, dessen Rundung wir niemals mit bloßem Auge erblicken werden, ist eine Periode in der wir die Jonglierbällchen mal lieber im Körbchen lassen.
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Wie wir Radiowellen eben auch nicht sehen und doch Radio hören, sind wir dennoch den Amplituden des erdnächsten Himmelskörpers zu jedem Zeitpunkt ausgeliefert - mögen wir uns dagegen stemmen wie wir wollen.

Da unser Körper aus so viel Wasser besteht, daß wir uns selbst beinahe als menschlichen Pfütze betrachten könnten, soll es Menschen geben, die zu Zeiten des höchsten Tidenhubes (alles Wasser wird in die Höhe gezogen, sprich flutet) plötzlich nicht mehr aufrecht den eigenen Türrahmen passieren können, ohne anzustoßen.

Spätestens hier sollte uns jenes Lichtlein aufgehen, das uns den Mond auch tagsüber sehen läßt und sei es nur in Form der Gravitation, spüren läßt in Form von Gehen und Vergehen. You are a rainbow too - go with the flow!
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Dienstag, 20. März 2012
Ode an die Freude und ihre Schwester, die Dhonau-Werkstätten
- oder warum translatte nicht zwangsläufig für den Milchtransport verantwortlich zeichnet

Handeln in Wandeln, deren Tapetenmuster mir ein Rätsel. Sudoku hat zumindest Lösungsansätze, doch im Labyrinth des Midas, stets auf der Hut vor dem Minotaurus. Das erzeugt bei angstbesetzten Menschen wie mir ein latentes Hautgefühl, das selbst Gänsen unbekannt. Und doch ... warum hab ich diese Reise unternommen? Warum zieht es mich immer wieder am Faden der Ariadne entlang in die Hallen, die jederzeit geflutet werden könnten mit den Flutwellen einer Dhonau.
Faden gut, aber in welcher Richtung befidnet sich das Ende des Fadens; letztendlich vielleicht im Rachen den Minotaurus.

Die Tochter des Helios wird uns den Weg weisen


Die Dhonau-Werkstätten, eine Festung ohne Gnade, in der man die kugelsichere Weste schon angelegt hat, bevor man auch nur das Präfix "ideal" andenkt - ans Aussprechen wollen wir besser erst garnicht denken. Eine Baustelle an der das Destrukt als vorwiegendes Baumaterial dient. Wer da nicht lalol heißt, bewehrt seinen Bauhelm wohl schon präventiv mit Teflon und anderen schußsicheren Defensivbewaffnungen.
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Lassen Sie uns spekulieren. So was soll ja teilweise enorme Profite abwerfen. Wir verfolgen hehre Ziele, die dem Profit entgegenlaufen:

Punkt 1: Die Verweigerung des Konkreten. Also den Ballbesitz vermeidend, das Spiel gegen den Ball führen. Aus dem Raum heraus arbeiten, den andere garnicht als Spielfeld begreifen. Und wenns keiner merkt mal schnell den Linienrichter einwechseln.

PUnkt 2: Das gesagt Gewagte eingefasst in hermetisches CSS, doppelt und dreifach eingerahmt, mona-lisisch hinter Panzerglas gefasst, dass selbst die Säure der hartenlinie abtropft wie Perlen von den Säuen.
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Und doch - jetzt kommts - es kommt - und es kommt mit einer Schlagkraft und PUnktgenauigkeit, daß es einem schummrig wird, wenn man aus Versehen nochmal drüberliest. ES kommt so vermittelt, dass der Begriff der Unvermittelbarkeit neu definiert werden muss. Schummrig? Schauerlich und brandheiß. Wie kann man vor der Zeit leben? Wie kann man vorne sein, ohne jemals überholt zu haben? In solchen Blogs wie der translatte sollten Bremspedale unter Todesstrafe verboten sein. Ich kann Ihnen nur empfehlen, die Unmöglichkeit zu versuchen, der Dhonau mal zu nahe aufzufahren. Da wird Ihnen der Geschwindigkeitsrausch wie alkoholfreies Bier erscheinen.
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Wenn Sie sich sehnen, das Normale für Bruchteile von sich zu stossen, kann ich Ihnen nur empfehlen sich mit herrn von scheißenbach auf einen Abend der Spiegeltrinker einzulassen. Und lassen Sie sich nicht täuschen: Verstehen ist nur ein kleiner Teil des Planeten Wissens. Und da Wissenswerte steht auch nicht zwangsläufig immer nur zwischen den Zeilen, sondern in vielerlei Fällen auch genau in diesen selbst.
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