Sonntag, 4. Februar 2018
Analoge Gletscherschmelze
Voll flammender Sorge habe ich mich aus drei Metern Schnee ausgegraben wie Ötzi aus dem Eis, habe meine durchanalogisiserte Felsspalte verlassen, um meinen gelähmten, ausgetrockeneten Blog mit ein paar Richtigstellungen zu berieseln.

In meinem Alter, wo man mehr Gold im Mund hat als Geld am Konto, fängt man an sich über die Effizienz und Sinnlastigkeit der eigenen Zeit mehr Gedanken zu machen. Nicht dass ich mich ver-antwort-lich fühle für den ein oder anderen Blog, aber doch verantwortlich für meine eigene Zeit und deren Befüllung. So kam mir der Gedanke an den Passwortschutz für den ein oder anderen Blog, um irgendwie über meine Schreiblähmung hinwegzukommen, die ich auf das Gift der Belanglosigkeit durch Blogtsunamis zurückführe.

Es lag mich nichts ferner als meinen eigenen Blog verbrennen. Auch nicht die in den Kommentaren verlinkten Blogs. Den aus Kordoba hab ich als warnendes Signal nicht gelöscht, wie ich das sonst so tue. Wenn ich sage, dass sich das nicht aus Verärgerung sondern aus Nichtigkeit von alleine erledigt, muss auch keiner hinsehen. Bei der hartenlinie warte ich eigentlich nur drauf, dass sie im Rahmen von hate news und fake speech endlich verboten wird. Eine Frage der Zeit, aber vorwiegend der Ehre.

Keiner hat also die Absicht, einen Blog zu verbrennen. Ausser uns. Wie ich das beim Thema Bücherverbrennung bereits erwähnt hatte. Die Sache hat einfach einen schlechten Ruf bekommen, weil man die falschen Bücher reingeschmissen hat. Wenn man vor gut 60 Jahren ab einem gewissen Bekanntheitsgrad nicht als entartet galt, hatte man wohl was falsch gemacht. münchenkotzt.de hat diesen Umstand ja bereits am eigenen Leib erleben dürfen. Hier nochmals ein Dank fürs Nichtaufhören.

Salz und Feuer sind eigentlich eine lebenswichtige Sache. Man hat's hald nicht gern unterm Arsch oder an der Karosserie. Aber gut durchgekochte Salzkartoffeln ...
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