Sonntag, 7. Januar 2018
Die große lähmende Traurigkeit
Ich glaube nicht, dass es sich um Hassrede handelt, wenn man der Meinung ist, dass viel von dem geistigen Eigentum, dass was man in den Blogs so vorfindet, lieber hinter den vier Wänden eines Eigenheims eingemauert werden sollte. Eigentlich fast alles.
Es handelt sich auch nicht um Fake News, dass man das meiste einfach in den Müll treten sollte. Da kann man sagen, was man will, aber eben nicht so laut, dass es alle hören.
Man kann den besten Schnaps verwässern und das Eigentliche mit so viel Sinnlosigkeit zuschütten, dass nichts Wesentliches mehr zu entdecken ist, so sehr man sich auch betrinkt.
Wenn ich sage, man kann, meine ich natürlich man müsste. Für Bierpanscherei gab es in den guten alten Zeiten noch sehr drastische Strafen. Ich meine, man muss.

Naturgemäß nennt man solche Vorkommnisse im Falle eines gemütichen Strandurlaubs Tsunami, wo es plötzlich so viel Wasser ist, dass die Gemütlichkeit komplett hinweggeschwemmt wird.

Ich möchte nicht untätig lamentieren, sondern lösungsorientiert zur Seite stehen. Man könnte mir mit einem guten Passwortschutz viel Leid ersparen. Oder die Gefühlskanonaden so verschlüsseln, dass mir die Berichte von drögen Waldspaziergängen oder die sinnentleerten Elterntagebücher als Wust von Zahlen und Buchstaben präsentiert werden, so dass ich erst garnicht versuche, irgendwo einen Reiz entdecken zu wollen.

Mich lähmt dieser Gedanke, dass dem freien Wort so viel Unheil angetan wird. Eine lähmende, schreibhemmende Traurigkeit. Jeder darf sagen was er will, aber doch bitte nicht mit dieser Respektlosikeit, dreimal am Tag, in fett kursiv. Oder noch schlimmer in todbringender Langeweile kursivlos ohne Fett.

Viel wäre der Menschheit erspart, wenn es den Sprung ins Digitale erst garnicht vollziehen würde, sondern einfach nur in analogen Tagebüchern zu Papier gebracht werden würde. Da können dann interessierte Enkel voller Erstaunen entdecken, dass Opa am 12.Sept um 13:48 im Bielefelder Forst einen Pilz am Wegesrand entdeckt hat, oder dass gestern die Wassertemperatur im Mühlberger Freibad für den so geliebten Schratzen im Grunde unzumutbar war.
Vielleicht lässt sich mein Gedanke an einem direkten Zitat besser darstellen:
"Ich hab mich heute echt scheiße gefühlt und bin einfach zuhause geblieben. Weit weg von dieser Welt."
Wer seiner Umwelt diesen Satz aufs Auge drückt, sollte meineserachtens auch nie wieder zu dieser Welt zurückfinden.
Ich muss da sprachlich leider weiter ausholen, um der Vergiftung der Wesentlichkeit Einhalt zu gebieten. Mit den angeführten minimalinvasiven Lösungansätzen lässt sich dieser Krebs schwerlich bekämpfen. Ohne eine Blogverbrennung werden wir das Blog schwerlich am Leben erhalten können. Ich hoffe mich der Lähmung wenigstens noch einmal kurz entreissen zu können, um den Funken zu entflammen.
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