Mittwoch, 8. April 2020
Europa leibt
und lebt. Eigentlich wie es die letzten Jahrtausende auch schon gelebt hat. Ein wenig Irrsinn und ein paar gierige Ellbogen, die sich bemerkbarer machen als andere. Aber insgesamt viele liebe Menschen. Eine gütige Natur.

Wer jetzt Europa frustriert oder auch sensationslüsternd auf den Müll werfen möchte, sieht nicht das gleich Bild wie ich. Ich sehe das Pathologische, Soziopathische zu einem Großteil samt Covid19 in einem Gulli verschwinden. Ich sehe eine virale Zeit, die Krankes an die Oberfläche bringt, von wo es sich viel leichter entfernen läßt. Eine gute Zeit, um sich gegen all jenes, was so aus der Büchse der Pandora entweicht, zu immunisieren. Und letztendlich ein geeintes Europa, eine Welt, die begreift, dass es gemeinsam besser geht als jeder gegen jeden.

Es gäbe so viel Positives zu erwähnen. Beispielhaft möchte ich nur mal den momentanen Zustand des öffentlichen Nahverkehrs erwähnen.

Wir können die Biere schon mal kalt stellen, würde ich sagen.
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Mittwoch, 25. März 2020
Ihr seid so teuer wie euer Plan billig
Ich bin ein durch und durch geduldiger Mensch. Ich habe da meine Mittel und Wege. Das heißt, ich hatte, denn nun wird auch noch der Nußschnaps zum Desinfizieren über Türklinken und anderes Material verschüttet. Mehr angesoffen als ich konnte man nicht sein. Jetzt heißt es, mehr angefressen als ich kann man nicht mehr sein.

Die Grundrechte, deren ethymologische Bedeutung immer mehr zu Tage tritt, waren stets auf dem Grunde eines tiefen Meeres verborgen. Manch einer mochte noch an Bergung denken. Jetzt ist das Wasser so undurchsichtig von Entenscheiße und Sulfat, dass daran garnicht mehr zu denken ist.

Doch die Grundrechte sterben nicht an Altersschwäche, sondern sind von einem Virus befallen, der sich dekadente Phase des kapitalistischen Zeitalters nennt.

Homeoffice brüllt es von allen Dächern. Ich aber kenne nur Menschen, die entweder arbeitslos geworden sind oder obwohl sie in Kurzarbeit geschickt werden, mehr arbeiten denn je. Das ist nicht neu, denn schon vorher hieß es: garkeine Arbeit oder endlose Überstunden. Jetzt aber wird Sonntagsöffnung und Ausgangssperre zur philantropen Krisendienstleistung erhoben. Im Kaschmir würde man garnichts merken. Die so viel gelobte Reisefreiheit ist futsch. Wir dürfen auf unbestimmte Zeit das Land nicht mehr verlassen. In China wurde es noch mit großen Buhrufen verteufelt, obwohl es da als Containment-Politik große Wirkung gezeigt hat. Hier allerdings hat man erst noch die Kommunalwahlen abgewartet. Die Aussetzung der Grundrechte dient jetzt nur noch dazu, die Durchseuchung national zu begrenzen. Lieber mal alle Handys orten, aber bloss keine Übersicht gewinnen durch einen Querschnittstest. Deutsch stecken nur noch Deutsche an, von Kufstein bis nach Kiel reisend. Das Virus darf das Land nicht mehr verlassen.

Divide & Conquer war schon in vorangegangenen Zeitaltern das Mittel der Wahl, um jegliche Gegenwehr auszuschalten. Arbeitslose und Überarbeitete, beide so ermattet, dass jeglicher rebellischer Gedanke im Keim erstickt wird. Jeder klaut jedem die Atemmaske, während sich Frau Merkel zweimal die Woche auf Corona testen lässt. Boing und abermals viele der Banken werden mit Milliarden aus dem Steuersäckle gerettet, obwohl ihr Ruin rechnerisch garnicht mehr abwendbar war, während die meisten Selbstständigen, Kleinunternehmer und die letzten Buchläden sich noch mit letzter Kraft zum Arbeitsamt zu retten versuchen. Wer hätte gedacht, dass Hartz-IV in Wirklichkeit die Arche Noah ist.

Wir ersticken nicht am Coronavirus sondern an unserem Fortschrittsgedanken und der Gier der Gierigsten. Die letzten Lohnarbeiter Deutschlands werden die Parlamentarier sein. Ich will mal hoffen, dass die Parteispenden dann zumindest über einen Tarifvertrag geregelt werden.
Wenigstens der Plan "Hände waschen und Ellbogengruß" ist so billig, dass man ihn sich noch leisten kann. Und von allen Experten, Medien und selbst der Opposition wird dies mit Händeklatschen, dem letzten erlaubten Körperkontakt, fleissig begrüßt. Das ist nicht die Solidarität, die ich mir wünsche. Eine fortwährende Solidarität und mehr Lohn für die sozialen Berufe, sowie den Niedriglohnsektor, nicht Abklatschen.

Am großen Plan hat sich nicht viel geändert, ausser dass er sprunghaft kommt, sich ein schuldiger Virus gefunden hat und wir noch nicht mal mehr weglaufen können. Woher kam da nur dieser Begriff "innere Emmigration"?

Wenn ihr mir jetzt noch die Wiesn wegimpft, dann koch ich über.
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Donnerstag, 19. März 2020
Kampf der Desoxyribonukleinsäuren
Wir denken uuuuaaaahhhhk, was kommt denn da. Ein neuer Migrant, den man nicht sieht, will in uns wohnen. Ein Mietnomade, der sich um den Obulus drücken will. Ein rundes Ding, das uns die Luft wegfrisst, und dennoch nicht von der Autoindustrie ans Tageslicht gebracht. Etwas das uns, der Krone der Schöpfung, an den Kragen will.

Mir wird ganz schwindlig. Das Virus spricht zu mir.

"Bitte, lass mich bleiben. Ich weiss nicht wohin mit mir. Ich komm nicht von der Fledermaus und davon gäbs auch wirklich wenig hier bei euch."

"Aber du frißt doch mein Lüngerl."

"Du frißt doch selber Lüngerl, du Bazi. Saures Lüngerl. Stell mir doch bitte deine Freunde vor."

"Nix gibts. Ich bleib daheim und du stirbst mit mir!"

"Ja," das Virus lacht ein wenig, "Du kannst alleine leben, Du asoziales Stück. :-( Ich nicht. Gemeinsam Spaß haben. Freunde sein. Ich will doch nur mittrinken."

"Du bist doch garnix, du Zwerg. Für dich ist hier kein Platz."

Die Säureattacke. Ein Kampf der Informationscluster also. Einer für alle, alle für einen.

PS: Die Rente ist sicher

"Und die Russen sind gleich auch noch Scheiße."
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Dienstag, 3. März 2020
Grippenplatz gesucht - Moderne Farbenlehre und die Evolutionsstufen des Feindes
Wer blau wählt, also total besoffen zur Wahl geht, darf sich nicht wundern, wenn er das Kreuz bei der falschen Partei setzt. Immerhin noch ein Kreuz und kein Halbmond oder ein symbolisches Sarazenenschwert, werden diese kontern. Lieber tot als rot. Für mich ist das mainstream, der zu nichts führt, wenn man alte Kamellen und Klischees gegeneinander auffährt im kalten Krieg der Meinungen.
Für andere kommt die gelbe Gefahr aus Deutschland mit weniger als 5 Prozent in Hamburg. Und seit Anfang des Jahres die Farbkombination für den neuen Todfeind, das Corona-Virus. Wir werden alle sterben und anschließend wird uns die Finanzkrise noch die Kreuze und Blumen vom Grab fressen.

Man muss die Lücken nützen, Nischen suchen, um heute noch nach vorne, nach oben oder rein zu kommen. Vom Feind lernen. Bei den einbrechenden Lieferketten sollte man sich mal an der ökonomischen Stärke des Virus orientieren. Denn das liefert trotz Blockaden und Sanktionen ganz kräftig.

Die Politik hat das schon begriffen. Schuld ist jetzt das Virus und nicht etwa die Wirtschaftssanktionen und Produktion on demand. Wenn in die Blase nichts mehr reinpasst, wird es wohl eine Lungeninfektion sein. Wen wundert es, daß beim Corona-Medallienspiegel China und Iran Gold und Bronze machen. Und wer denkt bei lediglich 3 Corona-Virulanten in Russland nicht an Nowitschok.

Ich versuche mich taktisch zu verhalten.

Ich verabschiede mich von der humanoiden Abraumhalde, wo die emotionalen Heizkosten einfach nicht mehr leistbar sind und investiere in die Unverfrorenheit der sozialen Kälte wie zum Beispiel in Aktien von Lafarge, wo man mit vom IS verschleppten Leiharbeitern die Personalkosten enorm senken kann.
Ich zahle weiter in die Rente ein, denn die Zoonosen, die von Tier zu Mensch übertragbaren Infektionskrankheiten sind auf breiter Front aufgestellt - neben Viren eben auch Prionen, Pilze und vieles von dem wir nie gehört hatten. Zwei zeitgemäße Bücher zur Paniklage wären da 'Hot Zone: Ebola, das tödliche Virus' von Richard Preston und ganz zeitlos 'Wassermusik' von T.C.Boyle. Wer die Hersteller von Ribavirin, vorab Boehringer und natürlich alle chinesischen Hersteller, noch nicht im Depot hatte: selber schuld.

Schlau auch, wer sich frühzeitig anstecken läßt, denn die 30.000 Beatmungsgeräte in Deutschland könnten ab Ende März schon besetzt sein. Wer zu spät ist, den bestraft das Leben. Oder man setzt eben auf die Doppel-0 und hofft, dass man nichts abbekommt.

Zudem esse ich gut und viel aus dem eigenen Garten, um die Angriffsfläche zu verringern. Und wann, wenn nicht jetzt, einen Grippenplatz für meine Tochter finden.

PS: Ich sehe gerade, daß soeben die neuesten Zahlen reingekommen sind und der Iran durch Italien vom Treppchen gestoßen wurde. Da nehm ich noch Beretta in mein Aktienpaket auf - bei letzteren läuft derzeit sogar noch der Winter-Sale.
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Freitag, 22. November 2019
Das Nachhause Gen
Die Kelten sind wieder zurück, zwar nur die Eiskälten, aber hey, wer hätte es gedacht. Und auch die Germanen und die Hunnen, die ja eigentlich immer schon mehr Raum als Zeit und dennoch stets ohne ein Hunnenland waren. Selbst die Inuit und die Buschmänner sterben nicht aus. Weil sie in uns weiterleben. Mir war bis zum erneuten Oberflächenaustritt der Faschisten garnicht bekannt, dass man nicht nur beim Rennpferdehandel von Rassen spricht. Für mich als biologisch katholischer Oberbayer war stets auch das Thema von Volkszugehörigkeit zäh und fühlt sich nach wie vor an wie zu flüssig angerührter Sauerteig.

Das ändert sich nun, denn scheinbar enthält dieses Unthema auch eine Spaßkomponente. Gegen eine Zahlung von schlappen 100$ und das Hineinspucken in ein fragiles Reagenzgläschen fächern sich vor unseren weihnachtlich leuchtenden Äuglein unsere Ursprünge auf. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit zu 5 Prozent Hunne mit einem mächtigem Einschlag Inka oder gar reinblütiger Aware, obwohl Staatsangehörigkeit Deutschland im Pass steht. Möglicherweise ist die nukleäre DNA reinrassig schweizerisch, die mitochondriale DNA aber ein Wust aus Ruanda, Burundi und Babylonien. Also Nummernkonto von Papa geerbt, aber auf dem Tanzparket ein John Travolta. Ist das nicht spannend.

Da stellt sich doch heraus, dass die Indogermanen garnicht aus Indien oder Germanien kamen, sondern eher aus Stalingrad. Und weil man die Abstammung von einem Volksstamm vorwiegend über die mitochondriale DNA feststellt, die nur von der Mutter weitervererbt wird, lässt sich eigentlich nur feststellen, dass unser Springstiefelträger eventuell germanische Mütter hatte, doch inwiefern diese von stammesgleichen Vätern oder von Angehörigen der semitischen Sprachfamilie oder einem einzigen Haremsbesitzer aus Brunei-Darussalam befruchtet wurden bleibt ein Geheimnis derselben.

Ein Regenbogen in Form einer Doppelhelix. Ein Wechsel der organischen Basen A,T,G und C an einem Fetzen Phophat und Zucker - man kennt das, wenn man in der Küche auch raucht. Was sich da nicht alles so reinbastelt in die persönliche Erbmasse im Laufe der Geschichte. Wenn man dann nach zwei, drei Bier, Kästen in sich reinhorcht, kann man förmlich die Hufe und das Getrampel der Völkerwanderung hören. Ich denke, gegen einen geringen Aufpreis ist man dann nicht nur 12 Prozent Grieche mit einer Pro-Kopf-Verschuldung, dass man das ganze Bier gleich wieder auskotzen möchte, sondern Nachfahre der mythischen Seevölker, die die Großreiche der Bronzezeit in wenigen Jahren ausradiert hatten.

Wichtig für dieses Erleben der eigenen Herkunft ist erstmal, dass man von den Eukaryten abstammt und nicht den Prokarytischen oder Archaeen zugerechnet wird, sonst kann man den Gen-Test nicht nur nicht bezahlen, sondern, so man eine Bakterie ist, noch nicht mal ins Reagenzglas spucken. Vorraussetzung ist also erstmal ein Zellkern und ein Monatseinkommen überhalb des Big-Mac-Index.

Postadresse ist natürlich auch nicht blöd, dass man die Ergebnisse zugeschickt bekommt, denn so was kann sich lohnen. Schließlich gehts ja nicht nur darum, dass man selbst mehr Nation und Volk und ähnliches ist, als einem der eigene Personalausweis vermitteln möchte. Man könnte ja auch Nachfahre eines Pharaos sein - wenn man schnell ist, vielleicht auch der bisher einzig ermittelte - und im günstigsten Fall sich sogar Eigentumsrechte an der Cheops-Pyramide erstreiten oder wenigstens einem Erdloch in Catalhüjük. Allerdings wären hierfür vermutlich weitere Tests von Nöten, denn solch einem Pharao wird die DNA-Folge nicht etwa aus der Spucke ermittelt, auch nicht mehr aus dem Backenzahn wie früher, sondern neuerdings aus dem Ohrenknorpel. Vorsicht also beim Piercing, sonst ist das notwendige Erbgut futsch und damit auch die Pyramide.

Ich kann Ihnen nur empfehlen mit der notwendigen Sorgfalt an diese heiklen Dinge heranzugehen. Bei mir weiß man dank des ausgeweiteten Ariernachweises, dass alle, ausnahmslos verarmten Vorfahren seit dreihundert Jahren aus fränkischen Knechtsfamilien stammten, doch für manch andere bayrischen Stammesgenossen mag es äusserst verdriesliche Ergebisse bezüglich ihres Preussenhasses geben, schon allein dadurch dass einem mal der falsche in den Masskrug gespukt hat.
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Dienstag, 11. Juni 2019
Containern in Zeiten von 5G
Liebe Luise, lieber Fritz,

ich wurde erst kürzlich gefragt, ob man das Containern nicht durch schärfere Gesetze in den Griff bekommen will.

Nein, sage ich. In Zeiten in denen man schon keinen Maibaum mehr entwenden kann, um ihn anschließend für einen Kasten Bier wieder einzutauschen, weil inzwischen jeder Krümel Besitz von einer Videokamera verteidigt wird. Wo sozusagen ein alter bayrischer Brauch an einem Überwachungswahn zu Grunde geht, da muss man überlegen, ob man nicht vielmehr durch einen Appell an das Gewissen und die soziale Mitverantwortung viel weiter kommt. Am Ende wird sonst auch noch die Videokamera mitgestohlen und in Ermangelung eines diesbezüglichen Brauchs auch nicht mehr zurückgegeben.

Mit ist ein Fall bekannt, wo ein junger Mann wegen Raub verurteilt wurde, nachdem er versucht hatte, Dinge aus einem Wertstoffhof zu entwenden. Raub wohlgemerkt, nicht Diebstahl. Ich kann mir schon vorstellen, dass in Zeiten, wo Rohstoffe zur Neige gehen, gerade der Begriff des Wertstoff-Hofes eine Verlockung darstellt. Mir ist nicht bekannt, ob er es auf die alten Batterien oder Stromkabel abgesehen hatte, oder erhoffte, die ein oder andere leicht beschädigte Gartenmöbelgarnitur aus den Wertstoffcontainern herauszuholen. Mir ist auch rätstelhaft, warum besagte Container nachts nicht verschlossen sind. Aber warum gleich in den Knast? Vielleicht hätte ja auch ein Tag Container schon gereicht oder einfach nur mal quatschen.

So denke ich, dass man an das doch noch vorhandene Restgewissen solcher Räuber und auch jener, die weggeworfenes Essen aus den Müllcontainern von Supermärkten entwenden, appellieren sollte, und nicht gleich mit Gefängnisstrafen reagieren. Man könnte sie mit den Opfern konfrontieren, um sie in die soziale Gemeinschaft wieder zurückzuholen. Vielleicht hatte der Noch-Besitzer des Mülls ja aus Versehen den ein oder anderen noch nicht abegelaufenen Joghurt versehentlich entsorgt und wollte ihn anderntags wieder herausfischen. Ich denke da auch an die dieses Jahr aus der Mülltonne des hochdotierten Künstlers Gerhard Richter entwendeten Skizzen. Müll ist nicht wertlos, wie sich zeigt. Selbst die Mafia würde das unterschreiben. Eine Welt ohne Müll - das will man sich garnicht vorstellen.

Zudem besteht offensichtlich ein Recht des Wegwurfs. UND denken Sie mal an die Leute in der Dritten Welt, denen wir dann unseren Müll rüber- und runterschippern, wenn die nur noch Ware aus Dritter Hand bekommen.

Ich bin mir sicher, dass ein Appell in all diesen Fällen viel mehr hilft als das ewige Strafen. Das zeigt doch schon unser Umgang mit der Börsenspekulation auf Lebensmittel, den Betrügereien in der Autoindustrie oder Immobiliengesellschaften, die ihre Wohnungen bis zur Unbewohnbarkeit hochsanieren. Wir sind dazu in der Lage, einfach mal Fünfe gerade sein zu lassen und soziales Mitgefühl durch Appelle und straffreie Kommunikation wieder hervorzubringen. Die Resozialisierung kann auch schon vor dem Knast stattfinden.

Liebe Luise, lieber Fritz, als Abschluss möchte ich das Zitat des Philantropen Bill Gates stellen: Mehr Miteinander als Gegeneinander.
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Dienstag, 28. August 2018
Die Betriebsklimaschützer

Pullitik für jederman - eine lange Nacht der Demokratie.

Ich bin mir sicher, wenn man Kinder an die Leine nehmen dürfte, gäbe es in Deutschland mehr Kinder. Und so will ich das mit dem "Gängelband" mal in meinem Heimatbezirk versuchen.

Wie jeder weiß, wohne ich in Pullach, gleich neben der Organisation Gehlen. Im Grunde gleich in der anderen Doppelhaushälfte.

Und wie Sie vermutlich mitgekriegt haben, wird das Betriebsklima immer heisser bis unerträglich. Die thermophile Megafauna, genannt Mensch, und ihr jahreszeitlicher Lebensraum sind in Gefahr.

Herr Kim Il Jun liegt da nicht ganz falsch, wenn er behauptet, Nordkorea sei die Speerspitze der Zivilisation - wenngleich ich das nicht unbedingt als Eigenlob bezeichnen möchte. Für uns ist das nordkoreanische Brudervolk sozusagen ein Science Fiction unserer eigenen Zukunft: Ein Mini% lebt wie der Kaiser in China und der Rest in bitterer Armut und irgendwann schnappt sie zu die Schere.

Wenn man bedenkt, daß sich die Ideen der alten Griechen nur über den Orient in unser 'fortschrittliches' westliches Jetzt herüberretten konnten, wird einem klar, mit welcher Geisteshaltung hierzulande operiert wird. Anfangs suchen die "demokratie"verwöhnten Niedrig- und Nulllohnempfänger noch eine Autorität, geben sich schließlich aber mit autoritären Parolen zufrieden.

Um dem vorzugreifen, wird die hartelinie in Pullach ein Exempel statuieren, das sich gewaschen hat. "Containment" ist hier das Zauberwort.

Eine Hochkultur in Deutschland? Da wird man noch lange warten müssen. Die Römer haben es nur bis zum Limes geschafft. Wir Barbaren in den Wäldern nördlich des römischen Reiches haben uns eigentlich erst im Spätmittelalter dazu entschlossen, das Schreiben zu lernen. Und als Bayern bezeichnet man schichtwegs jene, die zu lahm, fusskrank oder zu besoffen waren, wegzulaufen, als die Römer gingen - sie sind mit eine der Drehscheiben der Völkerwanderung.

Aber plötzlich hat man hierzulande Angst, daß zu viele Andere kämen, und haut dem nächsten eins auf die Mütze. Vielleicht unbewusst zaubert man sich ein Regime, das dafür sorgt, dass es so ungemütlich wird, dass garkeiner mehr her will. Zerschlagung der Gewerkschaft und des Sozialstaates, rigide Verfolgung Andersdenkender und ähnliches sind die Auswirkungen. Wenn man sein eigenes Haus anzündet, wird auch keiner mehr einbrechen - das macht schon Sinn.

Die hartelinie wird dieses Experiment in abgeschwächter Form mal probieren, um Schlimmeres zu verhindern. Ganz nach dem Vorbild der deutschen Hecke und der Zukunftsvision Nordkoreas werde ich in Pullach die Macht übernehmen. Europa der Regionen - eine Mauer für Pullach, an deren Regionengrenze Schlagbäume den einzigen Durchlass bilden.

Aus der Regionalbahn S-7 wird hinter dem Schlagbaum die P-7, mit der allerdings keiner fährt, der nicht einen Pullweis, sein Eigen nennen darf. Ausweise werden rausgepusht.

Wer hier nicht auffallen will, wird sich mit einem Pullover kleiden, sonst könnte er Opfer der vielen Pullizeikontrollen werden. Selbst das volkskundliche Puseum werden nur Einheimische besuchen können, um sich über die ruhmreiche Peschichte Pullachs in Wort, Bild und grossen Statuen zu informieren.

Der äussere Feind Pullachs heisst natürlich Pushington über den man die vielen schrecklichen Geschichten im Pinternet lesen wird. Man wird entdecken, dass Pushkin der Pullitzerpreis wieder entzogen wurde. Und weil einen natürlich interessiert wie das Klima morgen wird, kann man dank unseres eigenen Satellitensystems auch schnell mal abrufen, wie das Wetter in den 6 Weltregionen, Pullach-Nord, Pullach-West, Pullach-Süd, Pullach-Ost, Pullach-Mitte und Ausserhalb, wo es seltsamerweise meistens schlecht Wetter ist, morgen so wird.

Ein idyllisches Bild wird man vorfinden, wo noch der Pulldog über die Scholle ackert, und abends beim Pier die glückliche Bevölkerung aus dem pullachen garnicht mehr herauskommt, um Unsinn zu machen. Keine Umweltprobleme mehr ohne Umwelt hier in Pumwelt. Ein Ort, wo das Betriebsklima eben noch stimmt - für immer und ewig, was sich bekanntlich nach hinten raus besonders zieht, bzw pullt.
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Freitag, 23. Juni 2017
Kim bestreitet Warmbierfolter
so titelt web.de die neuesten Nachrichten von unserem Brudervolk im Norden Südkoreas.

Man kennt das ja aus dem ostasiatischem Raum. Auf Markenrechte wird nicht viel Wert gelegt, sondern geklaut, was das Zeug hält. Bekanntlich ist es ja zumeist der Bruder oder die Schwester, der man als allererstes was wegnimmt.
So zwackt nun Nordkorea bei den Ideen der hartenlinie ab, als säßen wir im gleichen Sandkasten. Obwohl die Umstände zwar ein wenig anders liegen, läßt sich doch erkennen, daß Nordkorea bei der hartenlinie aufmerksam mitliest.

Wir hatten ja die revolutionäre Idee des "Bierboardings" an den Start gebracht, um die Terrorbekämpfung im Nahen Osten in ein finales Stadium überzuleiten. Jetzt hat Nordkorea sich den Kunstgriff erlaubt, das Warmbier (das in unseren Regionen selbst schon als Biokampfstoff angesehen wird) durch eine biokampfstoffinduzierte Lebensmittelvergiftung auszuschalten.

Biokampfstoff gegen Warmbier. Jeder Bayer muss glauben, daß ihm die neuerdings klimaerwärmte Sonne das Resthirn aus dem Schädel gebrannt hat. Wo doch so viel erfunden wird, hat es Jahrtausende gedauert, bis man dem Warmbier den Kampf ansagt. Tragisch, daß es einem jungem Menschen das Leben kostet, der doch nur ein Agitprop-Poster geklaut haben soll, also eigentlich großes Interesse gezeigt hat an der Politik unseres Brudervolkes. Fraglich auch, ob damit andere Leben gerettet werden können, denn mir ist noch kein Todesfall wegen warmen Bier untergekommen. Sauer bin ich trotzdem.
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Donnerstag, 15. Juni 2017
DIE DRY - die Windel des Propheten - Teil 1
Unter dem Banner der Windel des Propheten radikalisieren sich heutzutage schon Kinder und werden so zu möglichen Gefährdern. So scheint das zumindest die Bundesregierung, insbesondere das Innenministerium zu sehen, das nun auch die geheimen Messager-Botschaften von Kindern und Jugendlichen abhören möchte.

Früher hätte es so etwas nicht gegeben. Von der Stinkbombe zur Sprengstoffwindel, eine Entwicklung, die man trotz der vielen Toten in den deutschen Tagesmedien und gewaltverherrlichenden Videospielen so nicht erwarten würde, führt auch bei den massiven Aufrüstern zu massiver Entrüstung! Auch mit entsprechender demokratischer Frühförderung kann man dieser Frühgefährdung nur schwerlich entgegenwirken.

Wir müssen wieder mehr auf das hören, was unsere Kinder denken, sagen und schreiben. Und besser als in ihren Schulheften kann man das in ihren Whatsapp-Botschaften und Tagebüchern nachlesen. Mehr Transparenz im Kinderzimmer ist auf jeden Fall ein erster Schritt zu einer friedlicheren Welt.

Man muss die Wurzel da heilen, wo sie fault, und das Übel an seiner Wurzel. Und wenn die Gefährdung der demokratischen Grundordnung am Arsch ist, dann muss man da die Windeln wechseln. Das leuchtet mir schon ein.

Nun könnte man natürlich darauf verweisen, daß es schon nicht viel gebracht hat, die Hälfte der Mitglieder der NPD aus dem Verfassungsschutz zu rekrutieren und es auch bei der Überwachung der NSU nicht viel geholfen hat, einen Großteil der Bewaffnung durch V-Männer durchzuführen. Aber wie man so sagt: never give up dreaming. Und selbst da denkt man doch gleich an Traumpolizei.
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Montag, 22. Mai 2017
1860 wie es leibt und lebt - das beste Spiel der Saison
Ich dachte schon, das klappt nie. Das muss man erst mal schaffen, eine ganze Saison so gezielt zu spielen, daß man letztendlich auf dem Relegationsplatz landet. Um ein Haar wäre es ja schiefgegangen

und die Münchner Löwen hätten sich mit einem 14.Platz zufriedengeben müssen. Ein fader, belangloser 14.Platz ohne die nervenaufreibende Spannung eines Relegationsplatzes, der auch noch zwei Extra-Spiele bereitet. Ich kann schon verstehen, daß andere ihre schlecht inszenierten Vereine nicht so oft spielen sehen wollen.

Gut, die erste Halbzeit, war eher ein zaghaftes Abtasten, ein Petting wie bei sehr, sehr Minderjährigen. Wer ein wenig Ahnung von der griechischen Antike hat, weiß wie man ein Drama aufbaut. Dann der große Showdown, der Paukenschlag aus Haydens 94.Symphonie in G-Dur. Zumindest von Seiten der besten Fans des deutschen Fußballs. Feuer und Flamme für den Verein.

Die Pyro-Einlage aus dem heimlichen Raumfahrtprogramm der 60er, leider in Rot. Pyrotechnik aus der Zeit als Fußball noch ein Fansport war. Und aus dem Rauchtunnel entsteigend ein Peireira, ein Trainer auf Botox wie man sich ihn bei 60 nur wünschen kann. Der wird uns bleiben, sonst müssten wir als nächstes einen im Rolli ranschaffen, der uns nicht davonlaufen kann.
Man muss sich heutzutage in Deutschland inzwischen von Jordaniern sponsoren lassen, daß man so Großes noch zustande bringt.

Und dann die völlig falsch verstandene Zeitlupe von Mölders. Ans andere Ende des Platzes zu joggen, Sekunden vor der Auswechslung, dann die Schienbeinschoner versehentlich auf dem Platz verlieren und schließlich doch noch eine gelbe Karte kassieren für angebliche Spielverzögerung. Dabei ging es doch eigentlich darum, zu beweisen, daß das Spiel eben nicht 90 Minuten dauert, und letztendlich dem Gegner doch noch die Chance zu bieten, einen vom 14. auf den Relegationsplatz zu schießen.
Das also ist der Dank, daß man einem Verein, der nur 14.000 Besucher ins Stadion lockt, den einzigen Rückrundensieg schenkt. Wer nicht kapiert, das man dieses letzte Ligaspiel der Löwen an Perfektion nicht mehr überbieten kann, hat von Fußball wirklich keine Ahnung.

Ich jedenfalls, wünsche mir seit Sonntag ein kleines Extra für meine Wiedergeburt ins Blaue. Ich will auf meinem Grab noch ein Ewiges Pyro in Blau für das mir meine Freunde zum Abschied eine Gasleitung aus Sibirien quer durch den Friedhof bis an mein Grab legen. Einmal Löwe, immer Löwe, über den Tod hinaus.
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