Samstag, 24. Februar 2018
Jetzt check ich's erst
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Da les ich dauernd von fake news und denk mir, dank meiner ausgezeichneten Englisch-Kenntnisse, dass es sich um das handelt, was einem die Eltern und Verwandten so erzählen, und bei hate speech, um das was sie über die restliche Verwandtschaft so zu sagen haben. Aber scheinbar geht es um Politik, also um das, wofür wir einigen Ausgewählten Volksvertretern viel Geld bezahlen.

Ne, klar, ich hab's kapiert! Social media ist nicht ein Kasten Bier, um den sich ein Grüppchen Gleichdenkende schart, sondern der Phoenix, der sich aus dem Kadaver der abgestorbenen Presse erhebt. Social media ist der Ort, wo alle miteinander reden, aber sich keiner mehr kennt.

Ich dachte es wäre ein Witz, wenn der amerikanische Pressesprecher verlautbaren läßt, dass sich die US-amerikanischen Truppen natürlich wehren, wenn sie in Syrien angegriffen werden, oder man einer Dokumentation über die 'white helmets' einen Oscar verleiht. Nein, das ist die Neue Wahrheit im Neuen Deutschland. Und ich merke, dass wir aus der DDR zum Glück (mancher) doch mehr mitherübergenommen haben als nur die Schulden und den grünen Rechtsabbieger-Pfeil. Erst liegen die Dinge noch anders, schon springen sie einen an.

Die Erschöpfungsgeschichte muss neu geschrieben werden. Aliens und Zombies sind jetzt ein Tatbestand wie die Bekämpfung von Schulmassakern durch bewaffnete Lehrer. Die Zombies sind die wiederauferstandene gelbe Gefahr, die erst richtig zur Wirkung kommen konnte, seit die chinesische Mauer zu brökeln begann. Und die Aliens, die uns eigentlich schon seit Anfang an heimlich beherrschen, sind die Russen. Wie sonst hätten sie die amerikanischen Wahlen gehackt und was sonst könnte der Grund sein, dass letzte Woche drei fränkische Krankenhäuser aufgrund von Grippe-Patienten überfüllt gewesen wären. Der Russe als solcher ist viral - wie man das auch in Kitzbühl sofort mitkriegt.

Der Terror lauert nicht wie vermutet auf der untersten Zeile des Steuerbescheids, sondern er kommt immer von außen - zumeist als Immigrant oder Invasion.

Es bedarf scheinbar eines ganzen Obstkorbs voll sauerer Fäuste, die auf mich einprüglen, bis ich verstehe, dass es nicht ein schöner runder blauer Planet ist, auf dem wir leben, sondern eine 'hollow earth', wie die NSDAP schon wusste. Kein Wunder, dass bei so Vollidioten wie mir, bei Schbacken, die denken, dass Bier ein soziales Medium wäre, die Pisa-Studie nicht gerade günstig ausfällt. Dabei komme ich seltsamerweise garnicht aus Pisa. Aber da fängts schon an ...
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Sonntag, 7. Januar 2018
Die große lähmende Traurigkeit
Ich glaube nicht, dass es sich um Hassrede handelt, wenn man der Meinung ist, dass viel von dem geistigen Eigentum, dass was man in den Blogs so vorfindet, lieber hinter den vier Wänden eines Eigenheims eingemauert werden sollte. Eigentlich fast alles.
Es handelt sich auch nicht um Fake News, dass man das meiste einfach in den Müll treten sollte. Da kann man sagen, was man will, aber eben nicht so laut, dass es alle hören.
Man kann den besten Schnaps verwässern und das Eigentliche mit so viel Sinnlosigkeit zuschütten, dass nichts Wesentliches mehr zu entdecken ist, so sehr man sich auch betrinkt.
Wenn ich sage, man kann, meine ich natürlich man müsste. Für Bierpanscherei gab es in den guten alten Zeiten noch sehr drastische Strafen. Ich meine, man muss.

Naturgemäß nennt man solche Vorkommnisse im Falle eines gemütichen Strandurlaubs Tsunami, wo es plötzlich so viel Wasser ist, dass die Gemütlichkeit komplett hinweggeschwemmt wird.

Ich möchte nicht untätig lamentieren, sondern lösungsorientiert zur Seite stehen. Man könnte mir mit einem guten Passwortschutz viel Leid ersparen. Oder die Gefühlskanonaden so verschlüsseln, dass mir die Berichte von drögen Waldspaziergängen oder die sinnentleerten Elterntagebücher als Wust von Zahlen und Buchstaben präsentiert werden, so dass ich erst garnicht versuche, irgendwo einen Reiz entdecken zu wollen.

Mich lähmt dieser Gedanke, dass dem freien Wort so viel Unheil angetan wird. Eine lähmende, schreibhemmende Traurigkeit. Jeder darf sagen was er will, aber doch bitte nicht mit dieser Respektlosikeit, dreimal am Tag, in fett kursiv. Oder noch schlimmer in todbringender Langeweile kursivlos ohne Fett.

Viel wäre der Menschheit erspart, wenn es den Sprung ins Digitale erst garnicht vollziehen würde, sondern einfach nur in analogen Tagebüchern zu Papier gebracht werden würde. Da können dann interessierte Enkel voller Erstaunen entdecken, dass Opa am 12.Sept um 13:48 im Bielefelder Forst einen Pilz am Wegesrand entdeckt hat, oder dass gestern die Wassertemperatur im Mühlberger Freibad für den so geliebten Schratzen im Grunde unzumutbar war.
Vielleicht lässt sich mein Gedanke an einem direkten Zitat besser darstellen:
"Ich hab mich heute echt scheiße gefühlt und bin einfach zuhause geblieben. Weit weg von dieser Welt."
Wer seiner Umwelt diesen Satz aufs Auge drückt, sollte meineserachtens auch nie wieder zu dieser Welt zurückfinden.
Ich muss da sprachlich leider weiter ausholen, um der Vergiftung der Wesentlichkeit Einhalt zu gebieten. Mit den angeführten minimalinvasiven Lösungansätzen lässt sich dieser Krebs schwerlich bekämpfen. Ohne eine Blogverbrennung werden wir das Blog schwerlich am Leben erhalten können. Ich hoffe mich der Lähmung wenigstens noch einmal kurz entreissen zu können, um den Funken zu entflammen.
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Dienstag, 16. August 2016
no country for old smokers
Ich meine, man sieht das überall. Die Zeiten werden härter. Hier zumindest im Land von Biomilch, glutenfreiem Honig und fetten Autos. Früher hatten wir noch Nischenjobs. Wer nix will oder kann, geht zur Post oder Bahn, war die Devise. Jetzt müssen wir schon kontinentalfremde Zuwanderer importieren, dass uns überhaupt noch jemand die Briefe bringt. Eigentlich ist es ja fast besser, dass die neuen Billiglohnpostler (geblieben ist also: wer nix will, geht zur Post) nicht mehr des Lesens oder gar des Deutschen mächtig sind, sonst lesen sie uns auch noch die Briefe vor unseren Augen weg.

Aber am besten sieht man die Entwicklung am Auto, dem Phänomen unserer Zeit. Ich weiss garnicht, wann Sicherheitsgurte erstmals erfunden wurden. Aber ich kenne noch Zeiten, wo man sich nicht unbedingt anschnallen musste. Inzwischen muss jeder sich festzurren. Bald wird der Fahrer auch noch Helm tragen müssen. Das kann nicht mehr so lange dauern.

Rechte und Pflichten hat mein Vater immer gesagt. Da sehe ich die Waagschale heutzutage aber gewaltig schief hängen. Das Leben wird härter und nirgendwo wird es weicher. Selbst Moospolster fühlen sich inzwischen wie Hartgummi an. Das Einzige, wo man an Härte offensichtlich spart, ist die Karosserie und bei den Stoßdämpfern. Letztere hat man gleich ganz abgeschafft. Ist auch irgendwie ein Zeichen der neuen Härte. Zumindest für den Fahrer.

Ich denke, ich zähle mich vom Gesichtpunkt der Lebesstilistik zur entarteten Kunst, zu den Dingen, die irgendwie ausarten, Gattung Raucher.

Ein hartes Land. Rauchende Colts, but no mercy, bullets but no smoke. Miese Tricks und eine ganz andere Art der Mathematik, wo aus einem Glimmstengel eben mehr Abgas rauskommt als aus einem Auspuff, wo 2,1 Kubik Hubraum mal 4000 U/Min ganz im Gegensatz zu 5 Zügen multipliziert mit einem sehr, sehr eingeschränktem Lungenvolumen keine letale Dosis darstellen.
In Bezug auf Geschichtsfälschung kennt man ja so einiges. Ich denke, dass auch die Tatsache niemals ans Tageslicht kommen wird, dass abertausende rauchender GIs vorwiegend deswegen nach Vietnam geschickt wurden, um dort massenweise dahingeschlachtet zu werden, wie alte Kippen im Aschenbecher. So was möchte man lieber nicht wissen. Soll mir mal einer einen bekannten, rauchenden Feldherren nennen.

Auch ich, Feldherr so mancher Bodentrupe, liege hier im Schutz eines verstaubten Holzschuppens, um von jener faschistoiden Intoleranz, der wir unsere Freiheitskämpfe geopfert haben, nicht augenblicklich zerrissen und dahingeschlachtet zu werden. In meine Lunge rasselt es, doch kein Tönchen dringt nach aussen, um nicht entdeckt zu werden. Husten wäre jetzt mein letzter Atemzug. Ein so befreiendes Hüsterchen könnte mir Kopf und Kragen kosten, hier im Schützengraben des Rauchers. Schlechthin alles oral Lustvolle muss im Geheimen seine wenn auch nur teilweise Befriedigung finden. Selbst hinter jedem Kaffee wird heute oft schon der Sargnagel der Menschheit vermutet.

Und dann das Zentralproblem schlechthin. Wohin mit dem Rauch? Am liebsten würde man ihn ja nicht mehr hergeben, aber selbst durch tiefstes Inhallieren und minutenlanges Verharren der Lungenflügel, die keinen Schlag mehr wagen, entweicht letztendlich doch noch ein wenig fast schon unsichtbarer Rauch. Vorbei sind die Zeiten, wo man mit zum Froschmaul gerundeten Lippen noch verschwenderisch schöne Rauchring beim Ausatmen formen durfte. Widersinnigerweise sind es die sehr verbotenen Orte, wo man das Beweismittel Rauch noch am einfachsten verschwinden lassen kann. Flugzeugtoiletten, wo man in die Absaugung beim Spülvorgang bläst oder die leicht gekippten Oberfenster in den Eilzügen, die den Rauch durch ihre Sogwirkung hinfortreissen.

Im Zeitalter der allgegenwärtigen Überwachungskamera wird der Raucher dank Wärmebild ja nicht nur an den entweichenden Wolken, sondern auch aufgrund seiner erkalteten Gliedmaßen wie dem Raucherbein oder den stets bläulichen Händchen sofort erkannt. Und dann die vergilbte Haut zwischen Zeige- und Ringfinger. Dieses Schandmal ist heute jedem Kleinkind ausnahmslos bekannt. Und das, obwohl es kaum mehr Raucher gibt. Logischerweise. Denn Rauchen tötet.

Herrje ... ich wurde entdeckt. Jetzt gibts Schelte und eben kein schickes Ende für diesen Beitrag. So wird es die Raucherliteratur natürlich nie in die Geschichtsschreibung schaffen.
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Sonntag, 20. Juli 2014
München - Wien: eine Boden-Luft-Analyse
Inzwischen ist auf den Flugstrassen mehr Stau als auf den Autobahnen, es sei denn es gibt "Blow ups" wie heute auf der A93. Weil eben aus Beton gebaut. Und ab 40 Grad (ich hoffe mal im Schatten) platzt der auf, der gute Strassenbelag. Da könnten die Erbauer mal was von der irakischen Autobahn lernen, die zumindest 1989, als ich sie befuhr, von wenigen leichten Sandverwehungen, noch tadelloser als die unsrige war, und das bei gut 50 Grad ohne jeglichen Schatten.
Befremdlich, dieses plötzliche Blow-upen, möchte ich mal meinen, denn die Häuser platzen ja auch nicht. Vielleicht entwickelt die Teerpappe eine gewisse Rutschgefahr, allerdings keine Blow-ups an den Betonaussenwänden. Nicht die Bohne.

Ohne Blow-ups ist man aber mit dem Auto ganz schnell mal in Österreich, während man als Fluggast auf dem Weg zum Flughafen schon deutlich Verspätung ansammelt, weil sich wieder einer nicht besser zu helfen wusste, als sich vor den Zug zu schmeissen, und das vorwiegend auf der S-1 zum Flughafen eben. Die katholische Art der terroristischen Selbsttötung, würde ich sagen. Oder ne Oberleitungsstörung, Rutschen wegen Laub auf den Gleisen oder Signalstörung. Ein wahrer Fundus an Ausdrücken, nur um zu sagen, dass sie eben später kommt.

Die Zugstandsanzeigen sind ja bereits entschärft, indem sie ein neutrales "Anzeige zur Zeit nicht möglich" von sich geben. So könnte man auch die Aushangsfahrpläne angleichen, indem man überall ein Blatt mit einer lachenden S-Bahn, die uns über eine Sprechblase "Ich komme, wann ich will" zum Mitlächeln anregen will. Das würde auch das Geld sparen, das wir für unsere überteuerten Fahrkarten bezahlen.

Den Flughafen endlich erreicht kommen die endlosen Kontrollen von Körpern, Papieren und Gebäck - der Zöllner durchstochert meinen mitgebrachten Apfelstrudel, weil es im Ausland eben nur Mist zu essen gibt. Diese Ausgeburt von Beamtentum und prekären Leiharbeitern.
Letztendlich noch gefühlte Ewigkeiten in der Schlange auf dem Rollfeld. Die etwas hochpreisigeren dürfen irgendwie schon eine Kurve vorher abbiegen. Da kochen bereits meine Körperflüssigkeiten, ehe das erste Kerosin zündet.

Eine solche Flugstrasse ist (oder heisst das "Flugs-Trasse") nach dem bei der Jagd verstorbenem Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß benannt, dem letzten bayrischen Monarchen neben dem Kaiser, Beckenbauer. Glücklicherweise heisst zumindest der Flughafen MUC und nicht FJS. In Bayern schafft man es nur über den FC Bayern ins Internationale oder man ist Metzgersohn. Der Franz-Josef, der zum Fussballspielen zu fett war, und sich desewegen ins Fliegen verstiegen, hat es aus seiner Metzgerei heraus über die Politik geschafft. Klar, dass es seit ihm in Deutschland keine Kerosinsteuer mehr gibt und wir uns des vom Himmel fallenden Starfighters glücklich schätzen dürfen- siehe Lockheed-Skandal. Erwähnenswert, dass er schon vor seinem ersten Blow-up mit den 10 Millionen Bestechung für den Starfighter-Kauf, bis dahin erst Herausgeber des Bayernkuriers, vom grossen Ohr abgehört wurde. So blieb er zwar nur Regionalpolitiker, aber eben international, mit Flughafen und Flugstrasse.

Den Zielort Wien-Schwechat durch die unverschämt kleinen Kojenlöcher schon vor Augen ziehen wir noch Warteschleife um Warteschleife bis wir mit dem letzten Tropfen steuerfreien Benzin landen und uns erneuten Befragungen und Untersuchungen unterziehen. Die objektive Beurteilung der Wiener Schnellbahn oder des CityAirportTrain und der ÖBB ganz allgemein möchte ich Herrn :: phom ::: überlassen.

Da fahr ich doch lieber zähflüssig über Blow-ups, mit den Winterreifen, die eben auch für Wüste gut geeignet sind, über tausend Pässe, wo es das Superbenzin deutlich billiger gibt als im Land des steuerfreien Kerosins. Ohne Körperbefummeln und mit einer ganzen Reine bayrischen Apfelstrudels.
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Donnerstag, 8. Mai 2014
Ebook burning for Dummies
Das ist schon richtig, was Sie da sagen, vorzüglichster phom. Sie glotzen dir beim Scheissen zu, die Big Brothers. Da wünscht man sich dann doch Einzelkind zu sein, ganz allein am Clo. Die Sorgen mach ich mir seit meiner frühen Jugend: ob meine beiden toten Grossmütter, die über mich wachen, mir auch beim Sex zusehen, oder es zumindest könnten? Offline, das is so n Ding. Ich dachte allerdings, gerade österreichische Banken hätten das noch im Sortiment. Man hört nur Gutes ausser viellcht von der Hypo Alpe Austria.

Nur bei meinen Grossmüttern, der NSA und all den anderen Profis merkt mans nicht. Da tut es nicht weh, wie bei dem Getöse und Gebrammel das da so unerwünscht durch die Leitung presst. Skype, gmail, web hier, gmxle da. Ein ganzer Olymp an Teilpersönlichkeiten, die alle wieder mit jemandem befreundet sind. Und Freunde sind sie alle, die bisher nicht im Spam gelandet sind.
Friends & Co, die es sich bei mir im Channel bequem machen wollen, als sei es ein einladender Ohrensessel. Heut hab ich die Kiste garnicht angeschmissen. Diesen Kommentar schreibe ich sozusagen anonym von einem Cyber-Shop. Heute war der Berufsverkehr schon Herzinfarktrisiko genug.

D.a.s i.s.t k.e.i.n.e 40,e.r-Z.o.n.e !!!! Da vorne stand 50 und für Menschen mit Hirn bedeutet der rote Kreis drum herum, dass es sich somit um eine Richtgeschwindigkeit handelt bei der man gerne noch 10 km/h drauflegen kann. Weil wir nämlich gerade alle heimwollen. Ich und Tausende hinter mir.
Anschliessend langwierig auf der einzig verbliebenen Fahrspur rangieren, um den Feierabendparkplatz zu finden. Ne! soll er sich doch einfach in die Feuerwehreinfahr stellen und nach dem Abendessen seine Blechkiste in die Lücke pfropfen. Man kapierts nicht.

Über die NSA kann ich mich inzwischen garnicht mehr so aufregen. Steht eh alles auf meinem Blog. 10 Prozent der Referrer darf man wohl getrost den Geheimdiensten zuschreiben. Und wenn ich tagebuchtechnisch mal eine Frage oder Lücke der Erinnerung erleide, kann ich immer noch die Kumpels vom Geheimdienst anrufen, ob die das noch auf Band haben. Warum die damit noch nicht werben? Manches wird man wohl nie verstehen.

Mit der Lochkarte von IBM haben die Nazis den Holocaust erledigt. Das scheint funktioniert zu haben, denn IBM ist immer noch im Geschäft. Als nächstes also ne reinerassige IBM-Maschine statt dem I-Scheiss. Und dann bohr ich die Leitung mal so auf, dass sie mich alle hören. Rund um den Globus bis tief in die letzte Felsspalte hinein, wo sie scheinbar festsitzen, die Truppen. Die Bodentruppen der hartenlinie. Da wird man kein Richtmikrofon benötigen, um zu hören was mein Geheimstes, Innerstes so zu sagen hat.

Ach ... ich sags einfach gleich. Es wird eine Münchner-Kindle-Verbrennung. Mit hohen Flammen und viel Geheul. Ich wollte es ja eigentlich zur Bürgermeisterwahl am Marienplatz beantragen, wegen der giftigen Dämpfe der Handhelds, Tablets und all der anderen Kindletonträger eben. Nun mach ichs auf der Mülldeponie Grosslappen bei München, wenn der neue Deponiechef sein Amt antritt.

Bücherverbrennung, es sei denn man veranstaltet sie jetzt am 10.Mai, wie die Nazis 1933, lockt heute ja keinen mehr hinter dem Ofen hervor, den ja heute keiner mehr hat. Ebook-Verbrennung ist auf der Höhe der Zeit. Eine Performance, die sich auf die Seite des gedruckten Buches stellt. No Kindles no more. Für die Wiedererweckung der Eselsohren. "Die hartelinie - Mein Buch", Erstausgabe 2014, hm.

Dank der langen Auszeit gäbe es aber auch wirklich eine Menge Print, also gedruckte Bücher, die man wie die Fichte unter den Literaturerzeugnissen zum Anzünden hernehmen könnte. Als Klassiker möchte ich mal die Bücher von Herrn Sarrazzin nennen, die wie für eine Bücherverbrennung produziert scheinen. Da könnte man ganze Verlage in die lodernde Flut schmeissen. Sie dürfen sich da gerne an der Kommentarfunktion am Ende dieses Beitrags ausagieren. Ich nehm gern alles mit auf die Listen.

Im Grunde ist Blog auch nur halbe Sache. Wirklich schön ist das kalligraphische Wort auf geschöpfter Bütte. Aber dank des gottverfluchten Feierabendverkehrs, scheiss drauf, mach ichs halt auf Digital.

Aber Münchner Kindleverbrennung, das hat so un/schöne Konnotationen

Das wär schon ein Ding. Das von der Welt geliebte München, Kinder oh je und Verbrennung, dann ist der Ofen aus mit der Geduld und ... je nachdem

Sagen wir mal, die Verbrennung Jesu am Kreuz, das wär natürlich magisch. Film- und kunsttechnisch erste Sahne. Aber die nötige Anwaltsflotte kann ich mir nicht leisten. Münchner Kindl hat heutzutage diesen Opferaspekt stärker mit drin. Das fördert die Emotionen besser. Bei Jesus verhakt sich die Sache vielleicht. Aber bei Münchner-Kindle hasst mich jeder und da is es mit der Liebe dann nicht mehr so weit.
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Freitag, 3. Februar 2012
Jenseits von Gut und Boese - die Umwelt der Touristenburgen Teil 2
Vuelta/Gomera 8 Uhr 12: Ich muss mich korrigieren. Hier wird getrommelt und zwar ganz gewaltig - Komatsu und Konsorten am Bass, unterlegt vom Heulen der Motoren. Maschinen, die für die Arbeit leben ... immerhin leben, im Tal der lebendigen Toten. Da lass ich mir auch gerne mal das Gehör zerschmettern. Aber irgendwie auch friedlich - das Komatsu-Orchester - und wenn sie rückwärts fahren fröhlich piepsend, weit näher am Begriff der Liebe, wie ihn die hartelinie versteht, als die verlauste Kiffbude, die vermutlich auch dafür verantwortlich zeichnet, daß der Strand hier schwarz ist.

Erst kam mir der Gedanke, dass es eine Autobahn direkt ins Meer werden sollte - für all jene, die erst in letzter Sekunde bemerken, daß der feuchte Tod hier angenehmer ist als der Aufenthalt. Gott segne in diesem Atemzug auch die tödlichen Meeresströmungen, die viel menschliches Plankton hier entsorgen. Nun wird leider immer deutlicher, dass sie nach lebendigen Zombies graben. Modernste Archäologie, ähnlich der Lawinensuche, und doch so sinnlos. Denn die Toten verweilen hier überirdisch.

Zum Glück ist heute Viertelfinale des Copa del Rey. Und sollten alle Stricke reissen, so kann man hier immer noch auf die Amerikaner hoffen. Denn auf der anderen Seite des Valle Gran Rey liegt die Schweinebucht und somit nichts näher als ein zweites Guantanamo zu schaffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt im Tal der lebendigen Toten. Friede und Liebe!
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Jenseits von Gut und Boese - die Reconquista
Ein Schiff wird kommen. Das Kanonboot der hartenlinie, eine neue Conquista, eine Reconquista, und erneut die lammfellbewehrten Zottelaffen vom Strand fegen.
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Die Sonne wird sich verdunkeln vom Kugelhagel und das Meer endlich wieder rot leuchten. Diesmal für eine gute Sache, diesmal um den Playa de Ingles vom bitteren Deutschtum zu befreien, von jener scheinbar-flippigen Deutschritterlichkeit, die einzig die Preise den Sternen näherbringt. Was für eine Welt in der das Lumpenpack den Kreuzzug gegen die Menschlichkeit anführt.
Wer sich im letzten Refugium der kanarischen-deutschen Esoterik nicht an den Armen-Kreuzzug von 1096 erinnert fühlt, der sollte diesen Menschen mal tief in die Augen schauen.
Einzig ihrem Leitspruch beim Judenprogrom in Köln will ich am Playa de Ingles folgen: Richtet sie alle, Gott wird die seinen verschonen!
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Jenseits von Gut und Boese - die Umwelt der Touristenburgen Teil 1
Spätestens wenn der Orion den Saum der Dachziegel streift, wird auch dieser Text sein Ende finden, wird die Dünung der Worte verebben ... hofft mein gequälter Körper.
Wer das Tal der Könige, Valle Gran Rey auf Gomera, zu deutsch kurz Walle, besucht, sollte sich vorbereiten auf die Gräber lebendiger Toter. Wer hier den Frieden sucht, wird den Arehucas, den Rum der Kanaren, finden, sonst findet sein Herz den Tod.

Trommler und Gaukler am Strand? Ich lach mich tod. Um 5 vor zwölf schliesst hier die letzte Kneipe und verklingt der dumpfe Beat der Techno-Schalmei. Von Drumbeats keine Spur - ich muss schon sagen: zum Glück ist diese einzige Ausdrucksform der ansässigen Schbacken-Hippies endlich auf den Sonnenuntergang begrenzt worden. Vom Flair einer freiheitlichen Gesinnung der Langhaarigen kann man hier nur Träumen, denn träumen lässt sich bei diesen Sperrzeiten genug. Freiheitlich wird es erst, wenn alle im Bett sind.

Ich rauf mir die letzten Dreadlocks meines nicht üppigen Haares (Iro ist bei mit meiner Glatze leider nicht mehr möglich) und reiss mit das letzte Haar schon vor jeglicher Geisterstunde vom Kopf. Das letzte Gespräch wird ein Selbstgespräch.
Naja, sag ich mir, gib wenigstens den Geister eine Chance - im Tal der lebendigen Toten. Doch dann - ich halluziniere - doch, doch, ein Zicklein vom fernen Berge ... zwar kein Mensch, aber doch ein Säugetier ... es mäht. Ich versteh zwar kein Wort, aber es klingt wie ein Kratzen der Hufe in Gummistiefeln oder "Treib's nicht zu hart, du mein Hirte." Egal, ich bin mit dir, du Säugetier. Jeder Laut wird ein Freund - im Valle Gran Rey, nach Mitternacht. Frösche und Grillen bleiben die Alleinunterhalter der Nacht, die Alliierten meiner verbliebenen Sinnesreize. Rein vom Charakter muss ich wohl ein Insekt sein.
Und die Milchstrasse gibt mir Hoffnung, ich bin nicht allein, vielleicht sind all diese Lichter die Straßenbeleuchtung der Fluchtwege aus diesem Dasein.
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Denn nicht weit talaufwärts, in El Guro, da lebt die Verdammnis. Huschende Geistgestalten in Batik, mit Klangschalen bewaffnete Geishas und geräuschlose hauchende Achims, die sich weigern mich zu sehen - wo ich in meinen Neon-Sportklamotten aus der Kleiderkammer eigentlich ins Auge steche. Zumindest die Hummeln auf Blütensuche reagieren auf mich. Verbittert und verbiestert, die Liebe der Hippies - nicht für mich. Doch wie man so schön sagt: ohne das Böse könnten diese Menschen nicht gut sein.

Der Hippies? Ich muss mich verschrieben haben. Der Hippos! Den aggressivsten Tieren dieses Planeten. Happy Hippos eben, Menschen, denen es erst besser geht, wenn es anderen schlechter geht, ein Höhlenvolk, das sich am Leid anderer hochzuziehen vermag. Glück ist eben relativ.

Aussteiger-Schbacken, die aus den Grübelfalten ihrer siechenden Jugend noch ein verschmitztes Lächeln zaubern bei der Frage nach einem Nachtlager. Vom Tod scheinbar schon stark befallen wispert die waise Ingrid: "Was soll ich da sagen?" Ein einfaches "Leck mich am Arsch!" würde mir in aller Freundlichkeit schon genügen, doch selbst das ist zuviel erwartet.
Hier wäre selbst Jesus am Kindstod gestorben. Tagelang im Dreck der Gefühle sollte man sich wälzen, um wenigstens als Häuflein Schmutz ein Ecklein zu finden. Mein Tip: Vergiss es oder besser, brenn die Hütten ab, dann findet sich zumindest in der Asche ein wärmeres Plätzchen, als in den Herzen dieser Menschen, und morgens bist du der Phönix. Gott lob mir mein Leihauto nach Hermigua in die Kneipe "El Piloto" mit einem Kapitän als Besitzer, der weitere Fähren am Felsen auflaufen lassen könnte.
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