Wiesn, 2022, Servus,
auch dieses Jahr wieder gehörst du uns allein. Einsam und allein auf weiter flurbereinigter, coronadurchtesteter Zentralstadtfläche wirkt einzig das Noagerlzelt auf den prähellenistischen bairischen Geist und seine weltweiten Ausläufer.

So kurz vor der Wahl werden wir uns stark machen für die Abschaffung der Nutzbierhaltung. Das Zentrum für Bier, das sich schon seit vielen Jahren für Wiederaufforstung der Biergärten einsetzt, hin zu Bierwäldern, wird in seinem kulturhistorischen Beitrag "Wiesn heute - vom Bierwald zur Rasenideologie" diese zivilisatorische Katastrophe des Kahlschlags herausarbeiten.

Mit Hilfe der realexistierenden Wissenschaften werden wir aufräumen mit dem Mist, der sich im Stalle des deutschnationalen Zeus angehäuft hat. Wir werden ausmisten, wo sich falschverstandene Biertümelei breit gemacht, wo vegane Hanswurschten sich an der letzten lebenden Ochsenfetzensemmel vergreifen. Wir werden vorgreifen, wo zu viel Holz vor der Hütte, und nachschüren, wo zu wenig Respekt vor Hopfen und Malz herrscht.
Wir werden begrüßen, wo es zu begrüßen gilt, und wir werden verabschieden, wo es zu verabschieden gilt.
Bier in Sicht.

und jetz gäds los


sid am 16.Sep 21  |  Permalink
Nutzbierhaltung *hihi*
Bis eben hatte ich noch arg schlechte Laune - nu besser. Danke!

einemaria am 17.Sep 21  |  Permalink
Tja, man nimmt solche Sachen, wie Bier, oft nicht ernst und damit gerät es völlig aus dem Fokus des respektierlichen Umgangs - auch mit Bier.

sid am 19.Sep 21  |  Permalink
Nachdem manchmal auch Hefe - also ein lebender Organismus - am Werkeln ist, das das Bier vollen Respekt (und gute Nutztbierhaltung) verdient : )

einemaria am 19.Sep 21  |  Permalink
Sie sagen es: Bier lebt. So wie auch die Rohrnudel ehe sie im Rohr landet. Dann leben auf ihr eigentlich nur noch spätere Schimmelpilze :-(

sid am 20.Sep 21  |  Permalink
Mit Ei oder weswegen?

einemaria am 21.Sep 21  |  Permalink
Das weiß ich natürlich nicht. Bin zwar Bierologe, aber ob es das Ei ist ... ?

sid am 21.Sep 21  |  Permalink
Die Rohrnudel (wenn ital. eher ohne Ei) besteht ja eigentlich nur aus Mehl und Wasser - sollte somit (wenn nur trocken) gar nicht anfangen, aufgefressen zu werden.
Oder geht es um vergessene gekochte? Dann aber Hallo : ))

einemaria am 26.Sep 21  |  Permalink
Sie müssen aus einem sehr armen Land kommen, wenn bei Ihnen die Rohrnudeln aus Mehl und Wasser sind. Meine Zwetschgenrohrnudel hingegen wird von den äusserst fressbegierigen Schimmelpilzen der ersten Welt befallen. Kaum ist sie aus dem Rohr, heisst es da schon Hallo.

sid am 26.Sep 21  |  Permalink
Hallo hieß letztens ein Kind, das an mir vorbei kam. Wußte immer, daß dieser Moment mal kommen würde. PS: warum sagenS net glei Buchtel??!? Dachte bei "Rohrnudel" an Maccheroni, Rigatoni oder Penne etc.

einemaria am 28.Sep 21  |  Permalink
Interessant. 'Hallo'. Wird das dann mehr als 'Hälo' gesprochen oder ganz Hallo geschrien?
PS: So wie Ofengemüse ;-) In meiner lokalen Begrenztheit war mir garnicht klar, dass man Rohrnudeln anders nennen könnte. Buchtel, aha. Na, für mich sind jene Regionen - insbesondere seit man aufgrund eines Virus tausend Zettel und Formulare ausfüllen muss - nur noch Transitländer mit Tankmöglichkeit. Buchtel klingt da durch die Maske gesprochen eher wie ein Hustanfall. Da gilt es dann doch lieber zu schweigen, als eine solche zu ordern.

sid am 28.Sep 21  |  Permalink
Paßt bei uns besser ins Sprachbild. btw - mumeln Sie paarmal das Wort bisserl sinnlicher und !assen der Assoziation freien Lauf ; )

einemaria am 13.Dez 21  |  Permalink
hat keinen Monat gedauert, bis ich neue Assozationen schlagen konnte in meine ausgetrockneten Hirnrinde. Das stimmt, was Sie sagen. Wenn man das B mehr wie ein W und das t mehr wie ein d ausspricht, dann schwingt so urheimisches, lüsternes Gewühl mit.