Die schwarz-blau-goldne Wurst aus Thürigen
Warum die gemeinsame Wahl des Ministerpräsidenten Kemmerich in Thüringen durch AFD, CDU und FDP nicht überraschen kann - ein AFCDUDP-Kuddelmuddel mit System.

Wenn man sich über Jahre hinter verschlossenen Türen mit Vornamen anredet und an den gleichen Vorstands- und Institutstischen die Zukunft entwirft, dann vergisst man vielleicht schon mal, dass die Bevölkerung immer noch denkt, die Parteienlandschaft repräsentiere den Volkswillen.

Die Alternative für Deutschland kam ja auch nicht aus dem Nirgendwo. Sie kommt personell aus den wertkonservativen, wirtschaftsliberalen Flügeln der Christdemokraten und der FDP (Tino Chrupalla, Stephan Brandner, Marcus Pretzell, Joachim Starbatty, Bernd Lucke, Alexander Gauland, Alexander Gauland). Die AFD ist eine Ausgeburt der christedemokratischen Ideen des Berliner Kreises und der Werteunion. Sie vertritt schließlich auch nicht die arbeitslosen Wutbürger aus dem Osten, sondern beschreibt gepaart mit der FDP eine Zangenbewegung des Kapitals - mit der CDU als rostige Lokomotive.

Es sind Organisationen des Stockholm Networks wie die von Arbeitgeberverbänden getragene Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in denen sich parteiübergreifend beraten wird über Steuersenkungen von Unternehmen und die Verhinderung unternehmensfeindlicher Klimapolitik. Es ist die Friedrich A. von Hayek - Gesellschaft, wo CDU (Saskia Ludwig), FDP (Christian Lindner, Linda Teuteburg, Edzard Schmidt-Jortzig, Gerhard Papke ua.) mit der AFD (Alice Weidel, Beatrix von Strolch, Starbatty, Olaf Henkel, Peter Boehringer ua) anbandeln - zusammen mit rechtskonservativen Politikern aus der Schweiz und der deutschen Presse (FAZ, Henryk M.Broder).

Die Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft ist wiederum mit der Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) über das Atlas Network verbunden. Das Atlas Network (Ayn Rand: Atlas wirft die Welt ab) arbeitet unter anderem mit den Koch Brüdern aus den USA zusammen und deren Cato Institute natürlich wieder mit der Friedrich-Naumann-Stiftung. Sinnigerweise wurde in den 50er Jahren durch den Naumann-Kreis auch von ehemaligen NSDAP-Mitgliedern versucht, die FDP zu übernehmen.

Und dann immer wieder die gleichen Namen. Sei es beim Institut für Unternehmerische Freiheit, Deutsche Stiftung Eigentum, Wirtschaftsforum der FDP.

So teilt sich die AFD ihre PR-Agentur Goal AG mit der schweizerischen SVP und der österreichischen FPÖ. Die Goal AG aus der Schweiz, wo auch Alice Weidel mit ihrer Lebensgefährtin wohnt.

Und immer wieder Friedrich Merz (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, Stiftung Marktwirtschaft, Werteunion, Konrad Adam, Atlantik Brücke), unser CumCum-Geschäftsführer, der Deutschland gerne an Black Rock verkaufen würde, wie auch Monsanto an Bayer (ab min. 14:30). Der reibt sich nun die gut gepflegten Pfötchen, dass der Thüringen-Plot von AKK in die Hosen ging und mit ihm nun der marktliberalste Teil der CDU, der noch nicht zur AFD gewechselt hat, vielleicht die Macht übernehmen könnte. Ein Doppel-Coup des Kapitals mit einem extra Spin. Der Markt ist institutionalisierte Menschenliebe, wie das der deutsche Philosoph Wolfgang Kersting bei seiner Preisverleihung durch die Friedrich-Naumann-Stiftung schön bemerkte.

Für den Geldfluss sind Parteigrenzen keine Ufer.

PS: Man fefe und staune bezüglich 'aus Versehen reingerutscht'.

Noch ein Verweis auf zwei aktuelle Beiträge in Telepolis. Über den Think Tank der AFD Desiderius-Erasmus-Stiftung und einem Interview mit dem Chef der Werteunion.


c. fabry am 08.Feb 20  |  Permalink
Danke für diesen erhellenden Beitrag. "Beatrix von Strolch" ist witzig, aber angesichts der offenkundigen Debilität dieses degenerierten Adelssprösslings, etwas unpassend, finde ich. Mit Strolchen asoziiere ich eine gewisse Pfiffigkeit, die der Storchentrixie definitiv fehlt.

einemaria am 08.Feb 20  |  Permalink
Ich danke Ihnen. "von Strolch" ist natürlich die Wortschöpfung meines vereehrten Europaparlamentariers, Mitglied in sämtlichen wichtigen deutschen Parteien und Geschäftsführer im „Büro für Kicker und Dosenbier“ Sonneborn. Und ich finde, da haben Sie total recht, dass Strolch das Ungetüm irgendwie verniedlicht.

einemaria am 08.Feb 20  |  Permalink