Samstag, 31. Dezember 2016
The Tales of Kirk - just across the border
Die letzten Tage 2016 in Captains own country, in the land of the brave crew of enterprise, im Land von fettarmer Milch und künstlichem Honig, im Land, wo man inzwischen alle Trumpe auf der Hand hat.

Das Problem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind, wie beim Regenwald der Regen, die Möglichkeiten.

Man möchte das hier nicht für möglich halten, aber es ist durchaus möglich, eine Krankenversichetung für alle zu schaffen, Stromleitungen unterirdisch zu verlegen, Strassen ohne Schlaglöcher zu bauen und öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen. Es ist möglich, sich an internationale Abkommen wie die Genfer Konvention zu halten, Informationen zu erhalten ohne zu entführen, zu foltern und alle abzuhören. Es ist möglich ganz gut zu leben, ohne Angriffskriege zu führen und den Planeten in Angst und Schrecken zu versetzen.

Aber es ist eben auch nöglich, es anders zu gestalten. Denn wo unilateral gedacht wird, kann man eine Münze so oft werfen wie man will: sie wird immer nur auf einer Seite landen. Ob Clinton oder Trump oder Sanders wie auch immer. Wer das grösste stehende Heer des Universums hält, wird dieses nicht immer nur im Kreis marschieren lassen. Und wenn ein Herr Obama am Ende seiner Laufzeit gerade beschlossen hat, statt abzurüsten, das nukleare Arsenal zu renovieren und aufzurüsten, dann lässt das nicht gerade darauf schliessen, dass in diesem Land das Vertrauen zuhause ist.

Man hält es kaum für möglich, dass in Captain Kirks eigenem Land, ein Grossteil der Bevölkerung sein Dasein in Gefängnissen verbringt, obwohl man all diese Möglichkeiten nutzt und man die ganz Bösen sogar umbringen darf.

Da scheint mir, dass es sich in einem Land mit etwas begrenzteren Möglichkeiten vielleicht viel besser lebt, egal ob es nun Gott, Captain Kirk, die Wallstreet oder Herr Meier sein eigen nennt. Da bleib ich doch lieber Teil einer Mittelschicht, die höchstens ein Auto fährt, kleinere Kühlschränke befüllt und statt nach Harvard auf die Uni in Heidelberg geht, wenn mir dafür nicht die restliche Weltbevölkerung an den Kragen will und mir nur Laster auf den Weihnachtsmarkt fährt statt mit Grossflugzeuge in Hochhäuser zu fliegen.
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