Freitag, 30. Januar 2026
Auf dem Weg zum weg
Mein Handy ist kapputgegangen und es fühlt sich irgendwie so an als wäre mir ein Teil meines Körpers entnommen worden. Eine Innerei oder zumindest ein Teil davon. Digitale Phantomschmerzen. Seit gestern durchlaufe ich die fünf Stufen der Trauer nach dem Kübler-Ross-Modell. Erst Verweigerung: es ist nicht kapput. Man sieht nur nichts. Dann Zorn: auf das Handy, den Verursacher der Katastrophe und natürlich dessen Hersteller. Überhaupt, ganze Scheiß Nation. Dann Verhandlung: Es muss doch noch funktionieren. Wenn ich schüttle, während ich die Start und die Ab-Taste gleichzeitig vibrierend an- und ausschalte ... Und schließlich: Depression. Da befinde ich mich jetzt gerade. Ein Organ fehlt und auch die entsprechenden Sinne werden nicht mehr angesprochen. Eine Reizwüste in der meine Tränen schon im Fallen vaporisieren.
Aber irgendwann kommt dann auch die Annahme: wenn ich beginnen kann, es positiv zu interpretieren ohne jemanden dafür verantwortlich zu machen. Nur bis dahin folgen unter Garantie schon die nächsten Prüfungen meiner Leidensfähigkeit.
Mitten im Winter fällt zudem noch die Autoheizung aus. Und kurzfristig, zwischen den diversen Terminen in Autowerkstätten, auch mal die Radio-Mp3-Kombüse. Sie könnten mich sofort davon überzeugen, dass solche Serien von Katastrophen in engem Zusammenhang mit Sonnenstürmen stünden oder mit russischen Hackerangriffen auf meine Autoelektronik.
Wieviel kann man einem westlichem Bürger nehmen, bis er auf sein Ich reduziert ist?
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